Tipps zur Autopflege Frühjahrsputz fürs Auto

Bald ist er vorbei, der Winter. Und dann offenbart sich das ganze Grauen der "Winterschäden" am Auto. Alles halb so schlimm. Wer sich an einem milden Frühlingswochenende einen Tag für die Autopflege Zeit nimmt, hat (fast) alles getan, was für den nächsten heißen Sommer wichtig ist. Die wichtigsten Tipps kennt Experte Andreas Keßler.

Insektenreste vom Autolack entfernen
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Innenraum: Raus mit dem Muff!

Minusgrade, Dreck, Matsch und natürlich Streusalz: Der Winter setzt dem Auto ganz schön zu. Da die Temperaturen langsam aber sicher ansteigen, wird es daher Zeit für eine Frühjahrskur – für außen und innen.

Von Schnee und Matsch durchtränkt, klamm und mittlerweile muffig riechend: feuchte Teppiche und Matten im Auto müssen raus. Möglichst alles an textilem Material muss aus dem Auto entfernt werden, um sich einen Überblick über mögliche Schäden zu verschaffen und um möglichst gut an die zu reinigenden Partien des Autos heran zu kommen.

Während Matten und Polster in der Frühlingssonne trocknen, geht es mit der "Frühjahrsputz-Aktion" im Innenraum los. Grundsätzlich geht man von innen nach außen vor (es geht natürlich auch genau andersherum; wesentlich ist nur ein System.)

Folgende Reihenfolge hat sich bewährt:

  • losen Schmutz absaugen (Aschenbecher nicht vergessen!)
  • Flecken mit Polstershampoo entfernen (Rasierschaum tut es auch!)
  • Verglasung von innen reinigen (gründlich mit Silikonentferner)
  • Fugen, Lüftungsgitter und Ritzen des Cockpits mit Pinsel und Sauger "tiefenreinigen"
  • Kunststoffoberflächen mit Pflegemittel behandeln
  • Komplettierung des Innenraumes (alles wieder ein- und anbauen)
  • Positionierung eines Feuchtesammlers für die Innenraumtrocknung, das können z.B. Luftentfeuchter-Kissen sein

Außenreinigung: Auf zur Waschanlage

Weiter geht es mit einer gründlichen Außenreinigung, die natürlich in einer Waschanlage beginnt.

  • Auf einem geeigneten Waschplatz mit viel Wasser (am besten ist eine wasserdurchströmte Waschbürste!) die Karosserie "feinreinigen" und dabei jeden Quadratzentimeter genau untersuchen
  • Lackschäden dokumentieren / notieren
  • Felgen gründlich reinigen, Reifen untersuchen (Schäden ggf. notieren)
  • Außenverglasung sorgfältig reinigen, am besten mit Silikonentferner, ggf. Wischerblätter erneuern
  • Lack der Karosserie mit geeignetem Mittel konservieren, z.B. Bohnerwachs

Unterbodenwäsche

Sauber ist das Auto inzwischen, der wahre Feind lauert aber unter dem Blech: Nach der Fahrt auf gesalzenen Straßen hat sich in Ecken, Sicken und Hohlräumen der Karosserie sehr viel Straßenschmutz und Auftausalz angesammelt. Der Salzanteil dieser "Krusten" sorgt durch seinen "Wasseranziehungseffekt" für ständige Feuchtigkeit an diesen Stellen und stellt so einen gefährlichen Korrosionsherd dar!

Der nächste Programmpunkt der Frühjahrskur ist daher die Unterbodenwäsche. Ideal ist hier der gute alte Tankwart, der von Hand den auf der Hebebühne stehenden Wagen von unten "abdampft". Da der aber fast ausgestorben ist, muss man sich mit dem meistens Aufpreis-pflichtigen Programm "Unterbodenwäsche" in Waschstraßen behelfen.

Ein Auto steht in einer Waschanlage.
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Besser als eine Unterbodenwäsche sind zwei, am besten in einer anderen Waschanlage. Es gibt verschiedene Systeme; was das eine nicht weg spült, schafft vielleicht das andere. Gegebenenfalls muss der Unterboden vom Fachmann neu versiegelt werden.

Korrosionsschutz

Mit dem sauberen Auto sollte man dann zu einem Fachmann gehen, der den Zustand des Autos von unten beurteilt und ggf. kleinere Korrosionsherde ausbessert.

Und alle fünf Jahre sind die Hohlräume dran: Eine ordentliche Ladung Wachs sorgt dort für rostfreie Zustände bis in die ferne Zukunft.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 18. März 2020 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2020, 17:34 Uhr