VW Caddy wird auf dem Pariser Autosalon vorgestellt, 2010.
Bildrechte: dpa

Kleine Autos für große Aufgaben Geräumige Stadtflitzer: Was Kastenwagen taugen

Der neue Wagen soll ein Kleinwagen sein, aber trotzdem Stauraum bieten. Einige Hersteller bieten Kastenwagen an, die mit ihrer Form Platz für viel Inhalt bieten. Andreas Keßler weiß, was die Stadtflitzer taugen.

VW Caddy wird auf dem Pariser Autosalon vorgestellt, 2010.
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Sie sind praktisch und quadratisch, diese sogenannten "Hundefänger". Doch, man muss keinen Hund haben, um einen Kastenwagen zu besitzen! Diese Autos heißen "Hundefänger", weil in amerikanischen Filmen resolute Mittfünziger in robuster Kleidung in kleinen Lieferwagen mit Käfig-Laderaum durch die Vororte fahren, um streunende Hunde einzusammeln.

In Europa gibt es diese Fahrzeugspezies seit einiger Zeit auch, manche EU-Länder bevorzugen sie beim Vorliegen bestimmter Kriterien steuerlich, billiger als die sehr ähnlichen Minivans sind sie ohnehin. Sind Kleintransporter á la Caddy, Combo und Berlingo etwa die Antwort auf die Frage nach dem idealen Auto? Vielleicht sogar die berühmte eierlegende Wollmilchsau in Autoform?

Kleine Autos für große Aufgaben

  • Kleintransporter sind weitgehend als Nutzfahrzeuge ausgelegt und daher eher Arbeitsplatz als Aufenthaltsort. Der fehlende Komfort wird durch lange Haltbarkeit wettgemacht.
  • Ein Kleintransporter als steuerlich angesetztes Fahrzeug mit Lkw-Zulassung fällt nicht unter die 1%-Regelung, auch wenn kein Fahrtenbuch geführt wird.
  • Für die häufig raue Nutzung im Alltag haben Kleintransporter oft keine lackierten Prallflächen an Bug und Heck. Die immer wieder auftauchenden Schrammen, fallen dadurch kaum auf.
  • Die Nutzung als Familienfahrzeug ist durch die fehlende Bestuhlung im Laderaum eingeschränkt. Hier kann eine Kombi-Variante die Lösung sein, die dann aber keine Lkw-Zulassung mehr bekommt.
  • Kleintransporter mit Lkw-Zulassung werden von den Kfz-Versicherern oft in die extra-teure "Sprinter-Klasse" eingestuft. Das macht eine evtl. vorhandene Steuerersparnis schnell zunichte.

Auch ein "Hundefänger" ist nur ein Auto

Wer sich für einen gebrauchten Kleintransporter interessiert, wird in der Regel auf Angebote von Händlern zurückgreifen müssen. Erstbesitzer dieser Autos sind Gewerbebetriebe, die Arbeits- und Transportfahrzeuge neu kaufen und nach der Abschreibung dann wieder (für ein neues Ersatzfahrzeug) in Zahlung geben. Bei gutem Zustand gelten hier dieselben Bedingungen wie bei normalen Autos, wenn ein Endverbraucher (der nicht gewerblich tätig ist) das Auto kauft.

Anders sind Angebote, die sich explizit an Gewerbetreibende und Exporteure wenden, zu bewerten. Hier handelt es sich oft um zwar billige, aber endverbrauchte Autos ohne gültige Hauptuntersuchung, großem Wartungsstau und vor allem ohne Gewährleistung (die zwischen Gewerbetreibenden vom Gesetzgeber nicht vorgesehen ist). Wer selber schrauben kann oder entsprechende Experten im Familienkreis hat, kann hier aber ein Schnäppchen machen. Mit etwas Vorlauf kommt so auch ein armer Student zum Auto für die "Weltreise".

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 15. August 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2018, 22:10 Uhr