Ein Kfz-Mechaniker arbeitet an einem ausgebauten Motor.
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Schäden frühzeitig erkennen und beheben So vermeiden Sie teure Autoreparaturen

Solange das Auto läuft, ist alles gut. Doch unvorhergesehene Reparaturen oder eine Wartung können schnell ins Geld gehen. Wie sich Schäden rechtzeitig erkennen und kostengünstig beheben lassen, erklärt Experte Andreas Keßler.

Ein Kfz-Mechaniker arbeitet an einem ausgebauten Motor.
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Die (richtige) Entscheidung ist der erste Schritt

Und zwar die für die "richtige" Therapie! Irgendwann hat jedes Auto ein Wehwehchen, welches auch mal ein richtiges "Autsch" sein kann. Das muss keineswegs immer ein Unfall sein; auch ganz normale Defekte gehen, wenn man gedankenlos reparieren lässt, richtig ins Geld. Darum ist die "Anamnese" durch einen Fachmann immer das Fundament einer gelungenen Reparatur. Dieser Fachmann stellt nicht nur fest, was das Auto hat, sondern empfiehlt im Idealfall auch jemanden, der das wieder gerade biegt.

Nicht immer ist dazu die Vertragswerkstatt der eigenen Automarke erste Wahl, aber manchmal kommt man daran nicht vorbei. Das betrifft vor allem Wartungsarbeiten in der Garantiezeit des Autos, Reparaturen durch exklusives "Herrschaftswissen" (also vom Hersteller geschützte Daten oder Ersatzteile) oder Vorgaben z.B. des Leasinggebers. Diese Variante ist in der Regel die teuerste.

Auto Reperatur in einer Werkstatt
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Und: Niemand muss das, was ihm angeboten wird, akzeptieren. Es gibt immer Alternativen, z.B. auf den eigenen Autotyp spezialisierte freie Werkstätten oder für kleine optische Schäden die "Smart-Repairer". Natürlich bleibt es jedermann unbenommen, selbst zur Werkzeugkiste zu greifen. Mit etwas Enthusiasmus und Zeit für Internet-Recherchen ist auch heute noch erstaunlich viel selbst zu reparieren.

Glücksregeln für erfolgreiche Autoreparaturen

  • Nie Pauschalaufträge (z.B. "TÜV-fertig machen") erteilen
  • Grundsätzlich vor einem Auftrag immer eine belastbare Diagnose einholen (ggf. auch eine Zweitmeinung)
  • Nach einer Reparaturalternative fragen
  • Nach "zeitwertgerechter" Reparatur fragen
  • Bei Auftragserteilung den Auftragsumfang (detailliert!) schriftlich festhalten
  • Jeder Auftrag muss eine Auftragssumme enthalten, die nicht wesentlich überschritten werden darf
  • Bei größeren Reparaturen immer ein zweites, ggf. auch drittes Angebot einholen
  • Wenn es doch einmal Ärger gibt: Die Schlichtungsstellen der Kfz-Innungen vermitteln gerne

Ein Auto ist auch bloß ein Mensch ...

Ein Automechaniker liegt unter einem Auto.
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... und hat darum im Alter das eine oder andere Wehwehchen, welches seinen Gebrauchswert kaum oder gar nicht beeinflusst. Man spricht dabei von Schönheitsfehlern, die bei einem 9 Monate alten Leasingfahrzeug sofort repariert werden würden, bei einem 15 Jahre alten Gebrauchtwagen aber keine Rolle spielen. Man muss aber zwischen solchen "Kleinigkeiten" und sicherheitsrelevanten Mängeln unterscheiden: Erstere kosten in der Werkstatt genau so viel Geld bei einer Reparatur wie letztere, bringen aber nach der Bezahlung kaum einen Nutzen. Die Kunst ist die Unterscheidung dieser beiden Kategorien, wobei eine gute Werkstatt gerne hilft.

Wenn in der Anfangshase solcher Überlegungen noch Unsicherheit herrscht, ob die Werkstatt gut berät, können zunächst die Gutachterorganisationen einspringen: Die Sachverständigen von TÜV, DEKRA, KÜS etc. können sehr wohl Defekte diagnostizieren, ohne dabei aber den Umsatzvorgaben einer Werkstatt(kette) genügen zu müssen. Mit einer solchen Diagnose in der Tasche verhandelt es sich mit der reparierenden Werkstatt plötzlich viel besser und die Spreu trennt sich vom Weizen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 07. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2019, 09:55 Uhr