Ein Kunde in einem Gebrauchtwagenzentrum
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Autokauf Günstiger Neuwagen oder junger Gebrauchtwagen?

Ein billiger Neuwagen mit Garantie oder doch lieber ein junger Gebrauchter mit viel Ausstattung? Beim Autokauf wird kaum eine andere Frage häufiger gestellt. Experte Andreas Keßler gibt Tipps, die bei der Entscheidung helfen.

Ein Kunde in einem Gebrauchtwagenzentrum
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Neu oder gebraucht? Autos für weniger als 10.000 Euro

Es ist keine leichte Entscheidung. Bei einem neuen Auto, auch wenn dieses "nur" 10.000 Euro gekostet hat, hat der Besitzer die Hoffnung, dass der Wagen zumindest die ersten Jahre reparaturfrei übersteht. Doch gibt es für den gleichen Preis auch gebrauchte Autos, die mit einem so günstigen Neuwagen problemlos mithalten können und dabei noch viel mehr Komfort und Technik bieten.

Die Preise von Astra, Focus, Golf und Co. haben sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt, die Angebote der Premiumhersteller in diesem Segment sind für Normalverdiener vollends unbezahlbar und werden in erster Linie von Dienstwagenfahrern bestellt. Für viele Autofahrer stellt sich daher die Frage, ob es beim Autokauf ein jüngerer Gebrauchter oder doch ein ganz neues Auto sein soll.

Vorteile von Billig-Neuwagen

  • Ganz neu!
  • Herstellergarantie (mehr oder weniger lang)
  • Möglichkeit eines "Wunschautos"
  • Hoher "Verschleißvorrat"! Da ist erstmal nichts dran ...
  • Auf dem aktuellen Stand der Technik

Vorteile von jungen Gebrauchtwagen

  • der größte Teil des Wertverlustes ist bereits eingetreten (beim Vorbesitzer!)
  • mehr Platz und Prestige gegenüber einem neuen Kleinwagen
  • mehr Leistung, besseres Fahrverhalten als bei einem Kleinwagen
  • freie Werkstattwahl ohne Probleme mit der Herstellergarantie
  • Wenn vom Händler gekauft, gibt es die gesetzliche Gewährleistung ohne den Vertragswerkstattzwang bei der Herstellergarantie
  • in der Regel besser ausgestattet und verarbeitet als ein aktueller Kleinwagen

Wichtige Kriterien bei der Kaufentscheidung

Autoverkäufer spricht mit einem Kunden
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Grundsätzlich ist es möglich, ein neues Auto zu kaufen, das weniger als 10.000 Euro kostet. Im Gegensatz zu den "Gehhilfen" aus zurückliegenden Epochen sind moderne Kleinstwagen fast perfekt zu nennen: Sie haben oft moderne Fahrerassistenzsysteme und Schadstoffreinigungsanlagen an Bord, die sie fast zu fahrenden Luftfiltern machen, es gibt viertürige Versionen und Microvans, es gibt Diesel- und Benzinmotoren und es gibt vor allem eine durchaus ansprechende Optik. Das Ganze ist darüber hinaus mit der Herstellergarantie "veredelt": Die Freude am neuen Auto kann also recht lange anhalten.

Die Nachteile der preisgünstigen Neuwagen sind schnell aufgezählt: Sie sind (logisch!) klein, über das gesetzlich vorgeschriebene hinaus nur karg ausgestattet, haben wenig Knautschzonen und wenig Überholprestige (passt gut zur Basismotorisierung).

Wer aber lieber ein halbwegs modernes Auto mit den wesentlichen Sicherheitsfeatures, Bewegungsfreiheit, Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern fahren möchte, wird unterhalb der 10.000 Euro-Grenze nur junge Gebrauchtwagen und Leasingrückläufer finden. Dabei gilt: Je jünger, desto kleiner, wenn man die Budgetgrenze nicht sprengen möchte.

Aktuell kommt ein wesentlicher Aspekt bei der Entscheidung zwischen "neu" und "gebraucht" hinzu: Die Schadstoffwerte des zukünftigen Autos können bei Einführung eines Fahrverbotes aus einem Fahrzeug ein "Stehzeug" machen. In der Regel erfüllt ein neues Auto die schärfsten Grenzwerte, was beim Fehlen von Fahrverboten auf der täglichen Strecke aber unerheblich sein kann. Hier ist ein gut fahrender, aber in Fahrverbotsgegenden unverkäuflicher Diesel oft erstaunlich preiswert und darum das Auto der Wahl.

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 20. Februar 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2019, 09:10 Uhr