Autoverkäufer spricht mit einem Kunden
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Worauf zu achten ist Autokauf: So treffen Sie die richtige Entscheidung

Diesel, Benziner oder Elektro? Neuwagen oder einen Gebrauchten? Die Angst, eine falsche Kaufentscheidung zu treffen, ist groß. Experte Andreas Keßler gibt Tipps, mit denen sich die größten Fallstricke beim Autokauf vermeiden lassen.

Autoverkäufer spricht mit einem Kunden
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Probesitzen im Traumauto?

Hübsch soll es sein. Eine schöne Farbe haben. Und ordentlich Platz für Mitfahrer und Gepäck. Aber nicht so groß, Parkplätze sind knapp. Der Verbrauch? So wenig wie möglich. Natürlich! Aber ein bisschen was unter der Haube wäre recht schön. Man will ja auch mal überholen. Zuverlässig? Na klar! Und sicher soll er sein. Ein Markenprodukt muss das können. Nur bitte nicht so hohe Preise in der Werkstatt. Und ein gutes Image ist für den Wiederverkauf unbedingt nötig. Ach so: Das Ganze aber bitte nicht so teuer!

Die sechs Gesetze des Autokaufs

  • Der Listenpreis existiert nur im Prospekt! Man könnte ihn auch als Fantasieprodukt bezeichnen, das für Neuwagenkäufer keine Relevanz hat.
  • Der höchste Kostenfaktor beim Neuwagenkauf ist der an den Kauf anschließende Wertverlust.
  • Den wirtschaftlich besten Kompromiss zwischen einem Neuwagen und einem Gebrauchten stellen Tageszulassungen und Leasingrückläufer dar.
  • Gebrauchtwagen vom Händler nur dann kaufen, wenn der Händler nicht "im Auftrag" handelt. Sonst kann er sich um die gesetzliche Gewährleistung herummogeln.
  • Immer das Auto kaufen, mit dem der überwiegende Teil aller Fahraufgaben erledigt werden kann. Für den Rest gibt es Mietangebote.
  • Gebrauchtwagenkauf nie ohne Probefahrt! (Die führt dann natürlich zu einem Profi, der den Wagen durchcheckt). Wenn der Verkäufer nicht zustimmt, freundlich verabschieden!

Grundsätzlich gilt

Das es "den besten Gebrauchtwagen" oder "das beste Auto" nicht gibt. Jeder Autokauf hängt vom Einzelfall ab. Um zum idealen (Kompromiss-)Fahrzeug zu kommen, muss man gegebenenfalls mit fachkundiger Hilfe- die eigenen Anforderungen an das Fahrzeug, neu oder gebraucht, den Budgetrahmen, die Antriebsquelle (Benzin? Diesel? Gas? Strom?), die durchschnittliche Fahrleistung pro Jahr und die häusliche bzw. berufliche Situation (Garage? Stellplatz? Parkplatz auf Firmengelände?) berücksichtigen.

Spielzeugauto auf einem 100 Euroschein
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Wenn das geklärt ist, bleiben in der Regel nur noch ein paar Autos zur Wahl. Die untersucht man dann auf Zuverlässigkeit, Versicherungs-Typklasse, Schadstoffklasse und Verfügbarkeit, und schwupps: Da ist er! Der (fast) ideale Wagen. Oder man geht zweigleisig vor und kauft seinen Traumwagen (Sportwagen, Cabrio, Oldtimer) und zusätzlich eine "Gehhilfe", mit der der alltägliche Wahnsinn abgewickelt wird. Das ist die Lösung für's Herz, die einen kleinen Nebennutzen hat: Wenn ein Auto mal ausfällt, hat man noch ein zweites! Macht in solchen, oft stressigen Situationen deutlich mehr Spaß als Bus und Bahn! Das muss übrigens nicht teurer sein als ein Auto für alles, erfordert aber mehr Aufwand und Liebe zum Automobil. Wer die nicht hat, ist von diesem Thema aber ohnehin nicht wirklich begeistert und daher hier auch nicht angesprochen!

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 12. Juni 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 09:27 Uhr