Schalthebel eines Automatikautos
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Vergleich Manuelle Schaltung oder Automatik: Was ist besser?

Lange galt: Automatik ist unsportlich. Autofahrer bevorzugten die Handschaltung. Doch wer heute ein Auto kauft, entscheidet sich immer häufiger für ein Automatikgetriebe. Warum das so ist, weiß Experte Andreas Keßler.

Schalthebel eines Automatikautos
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Schalten und schalten lassen

Der Hauptgrund bei der Wahl eines Automatikgetriebes ist die Angst vor dem Anfahren: "... und kommen lassen!" Gemeint ist die Kupplung, die im Auto wegen des dort sehr häufig nötigen Betriebsübergang von "stehen" zu "fahren" eingebaut ist. Durch das bekannte "schleifenlassen" der Kupplung findet eine Anpassung der Drehzahlen von Motor und Antrieb statt: Vor dem Kupplungsprozess ist der Drehzahlunterschied maximal, nach dem Abschluss des Einkuppelns laufen die Kurbelwelle des Motors und die Getriebehaupt- und damit die Antriebswelle(n) mit der gleichen Drehzahl. Was hier schon in der Beschreibung kompliziert klingt, fällt bei einem Automatikgetriebe komplett weg: Einfach Gas geben und Abfahrt!

Die Qual der Wahl

  • Schaltgetriebe bekommen immer mehr Gangstufen: Ständige Gangwechsel gelten als unkomfortabel
  • Automatik ist nicht gleich Automatik: Wer automatische Wechsel der Antriebsübersetzung haben möchte, kann zwischen Wandlerautomaten, Direkt-Schaltgetriebe, stufenlosen Getrieben und automatisierten Schaltgetrieben wählen
  • Bei Schaltgetriebe-Autos ist die Kupplung ein Verschleißteil, Automatikgetriebe sind wartungsfrei. Sagen die Hersteller (Werkstattpraktiker empfehlen etwas anderes!)
  • Unter dem Strich halten sich die Kosten für Automatik- und Schaltgetriebe die Waage
  • Unverändert gilt: Große Motoren machen auch mit Automatik Spaß, kleine eher nicht.

Automatik oder Automatik, das ist hier die Frage!

Gangschaltung in einem PKW
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Bei einer klassischen Wandlerautomatik sitzt an der Stelle, an der sonst die Kupplung sitzt, ein Drehmoment-Wandler, der nur eine hydro-dynamische und keine kraftschlüssige Verbindung zwischen Motor und Getriebe herstellt. Wenn der Schaltwagen neun Liter Kraftstoff für 100 Kilometer Fahrstrecke braucht, sind es beim Automatikwagen fast zehn Liter. Das hier gesagte betrifft aber nicht alle automatischen Getriebe, sondern nur ältere Wandlerautomaten. Bei modernen Wandlerautomatiken gibt es schon seit einiger Zeit die sogenannte "Wandlerüberbrückung", die in den oberen Automatikfahrstufen den Wandlerschlupf und den daraus resultierenden Mehrverbrauch fast komplett egalisiert.

Einen viel besseren Wirkungsgrad als Wandlerautomaten haben automatisierte Schaltgetriebe, die feste Gänge und eine Kupplung haben, die aber automatisch gewechselt bzw. bedient werden. Hier sorgt eine Steuerungselektronik automatisch immer zum genau richtigen Zeitpunkt für den Gangwechsel, was den Verbrauch sogar noch unter die Werte des durchschnittlichen Handschalters drückt. Diese Art des Automatik-Getriebes ist die am wenigsten komfortable, viel besser sind stufenlose Getriebe, die aber nach längerer Laufzeit deutliche (und dann sehr teure) Verschleißprobleme zeigen. Wer gerne komfortabel schaltet (bzw. schalten lassen will ...) und dabei aber keinen Mehrverbrauch erfahren möchte, muss sich nach Autos mit Doppelkupplungsgetriebe umsehen.

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 06. Februar 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2019, 09:18 Uhr