Ein Autoreifen
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Runde Sache Wertvolle Tipps zum Umgang mit Autoreifen

Die meisten Reifenschäden sind hausgemacht. Häufiger Grund: unvorsichtiges Fahren! Wer Reifenschäden ignoriert oder nicht erkennt, riskiert Leben. Oft lauert die Gefahr im Verborgenen. Doch wie erkennt man als Laie, dass der Reifen nichts mehr taugt? Wie viel Druck muss auf die Reifen? Autopapst Andreas Keßler hat wertvolle Tipps.

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Mal wieder richtig Druck machen!

Reifen gehören zu den Teilen des Autos, die größte Bedeutung für die Sicherheit haben. Zwar ist ein Reifenschaden statistisch gesehen sehr selten, und doch versagen etwa 3 Millionen Reifen pro Jahr in Deutschland vorzeitig ihren Dienst. Die Defektursachen sind dabei nur in den seltensten Fällen vom Reifenhersteller zu vertreten.

Viel häufiger liegt es an:

  • Äußeren Einwirkungen, z.B. Einfahr- und Schnittverletzungen
  • Anwendungsfehlern, z.B. Fahren mit zu niedrigem Luftdruck, Überfahren von Bordsteinen usw.


Tückisch ist, dass Reifen ein "Gedächtnis" für Fehlbehandlungen haben. Das unvorsichtige Überfahren eines Bordsteines oder das Fahren mit zu geringem Luftdruck kann schon längere Zeit zurückliegen, bis es zum äußerlichen Defekt des Reifens kommt.

Zum Luftdruck

Zu niedriger Luftdruck führt zu einer starken Erwärmung des Reifens und damit zur Gefahr eines Reifenschadens. Außerdem beeinträchtigt zu niedriger Luftdruck die Fahrstabilität, fördert den Verschleiß und verursacht höheren Kraftstoffverbrauch. Es empfiehlt sich, den Luftdruck alle 14 Tage am kalten Reifen zu prüfen. Grundsätzlich nie verkehrt: Füllen Sie 0,2 bar mehr ein als vorgeschrieben ist, da die Fahrzeughersteller aus Komfortgründen meist nur den Mindestdruck angeben. Das Reserverad nicht vergessen! Ventilkappen immer fest aufschrauben, fehlende sofort ersetzen.

Stickstoff als Reifen-Füllgas

Bei allen Überlegungen zu den vermeintlichen Vorteilen von "reinem" Stickstoff als Reifenfüllgas darf nicht vergessen werden, dass Luft bereits zu ca. 78 % aus Stickstoff besteht. Bei der Annahme, dass der diffusionsbedingte Druckverlust an einem intakten Reifen über 3 Monate schätzungsweise 0,1 bar beträgt, wird klar, dass dies nicht der Grund sein kann, die regelmäßigen Reifendruckprüfungen zu reduzieren. Andere mögliche Druckverluste (z.B. durch Undichtigkeiten und Verletzungen) spielen zudem eine wesentlich größere Rolle. 

Reifendruck-Kontroll-System

Ab dem 1. November 2014 müssen neue Autos mit einem Reifendruck-Kontroll-System (RDKS) ausgerüstet sein. Viele Autos haben es aber auch schon vorher an Bord. Eine Nachrüstpflicht besteht nicht, ist aber möglich. Man unterscheidet zwischen direkt und indirekt messenden Systemen, letztere sind etwas träger und ungenauer. Grundsätzlich ist ein RDKS eine gute Sache, weil der Reifendruck mehr in das Bewusstsein des Fahrers rückt. Auf der anderen Seite verkompliziert (und verteuert!) so ein System jeden Reifenwechsel.

Reifenentsorgung

Altreifen sind inzwischen ein recht begehrter Sekundär-Rohstoff. Früher dienten Altreifen in der Regel nur als Brennstoff in Zementwerken. Heute können sie fast komplett stofflich verwertet werden, womit allerdings die dabei anfallenden Kosten nicht gedeckt werden können. Deshalb kostet es in der Regel Geld, wenn man Reifen beim Reifenhandel oder beim Recyclinghof entsorgt.

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 14. März 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2018, 19:14 Uhr