Datenschutz Was Sie über Cookies wissen sollten

Wenn man auf eine Website geht, ploppen zuerst Fenster auf, die einen auffordern, sogenannten Cookies zuzustimmen. Seit der neuen Datenschutzgrundverordnung ist dieser Vorgang Pflicht für Webseitenbetreiber geworden. Oft werden diese Fenster aber ignoriert und man stimmt einfach zu, ohne genau zu lesen, worum es geht. Dabei lohne sich ein Blick in die Datenschutzerklärung, mahnen Verbraucherschützer.

ARCHIV - 29.01.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Aufforderung der Cookie-Nutzung zuzustimmen ist auf einer Website auf einem Computerbildschirm sichtbar.
Viel zu schnell stimmt man sogenannten Cookie-Richtlinien zu, dabei lohne sich ein Blick in die Datenschutzerklärung, mahnen Verbraucherschützer. Bildrechte: dpa

Wer Cookies (dt.: Kekse) isst, krümelt. Krümel hinterlässt man auch im Internet: Kleine Textdateien bleiben, auch wenn man eine Internetseite längst weggeklickt hat – zumindest, sofern man den sogenannten http-Cookies beim ersten Betreten einer Seite zugestimmt hat.

Informationskrümel für Website und Dritte

Inzwischen komme man um diesen Schritt allerdings kaum noch herum, sagt Jo Bager, Redakteur beim CT-Magazin für Computertechnik. Grund dafür ist die Datenschutzgrundverordnung, die vor zwei Jahren in Kraft getreten ist. Und diese regele sehr strikt, "dass Surfer bewusst zustimmen müssen, welche Daten an wen übertragen werden. Und seien es nur die IP-Adressen."

Ohne Cookies würden viele Seiten gar nicht funktionieren. Zum Beispiel Webshops bräuchten die Cookies, um auch nach 20 Klicks noch zu wissen, dass der Nutzer oder die Nutzerin eine Schüssel in den Warenkorb gelegt hat, wenn dieser zum Bezahlen geht, erklärt Bager. Es gibt Cookies, die die Website selbst setzt, um zu funktionieren, und solche, die Dritten erlaubt, Informationen zu bündeln und auszuwerten.

Häufig kann man aussuchen, welche Informationskrümel man fallen lässt. Wer da eine bewusste Entscheidung fällen will, habe allerdings viel zu lesen, erklärt der CT-Redakteur: "Wenn man das für jede Webseite machen wollen würde, dann liest man mehr irgendwelche Drittinformationen als auf der Seite. Das macht dann auch keinen Spaß mehr."

Datenweitergabe oft undurchsichtig für User

Das sieht auch Dr. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen so. Trotzdem empfiehlt sie, sich damit auseinanderzusetzen: "Dass man sich dann die Zeit nimmt und sagt: Ich gehe nicht sofort auf 'Zustimmen', sondern ich lese mir das erst mal durch." Dafür müsse man nicht alles bis ins Detail lesen, aber zumindest schauen, ob man mit der Datenweitergabe einverstanden sei, erklärt Henschler. In der Regel müsse man dafür nur ein Häkchen setzen.

Die Verbraucherschützerin achtet dabei vor allem auf die Option "Datenweitergabe an Dritte". Die gestatte sie selbst in der Regel nicht. Henschler möchte möglichst wenig Spuren im Netz hinterlassen. Aber Achtung: Manche Anbieter würden den "Einstellungen-speichern-Button" bewusst verstecken, um am Ende doch möglichst viele Daten nutzen zu können.     

Personalisierte Werbung hat auch Vorteile

Auch Lars Konzelmann sieht die Weitergabe von Daten an Dritte kritisch. Das sei für den Nutzer oder die Nutzerin oft undurchsichtig, sagt der Referent des sächsischen Datenschutzbeauftragten. Denn: "Das sind teilweise über hundert Dritte, die dann Daten über die Nutzer und Nutzerinnen sammeln und Profile bilden und damit Geld verdienen."

Zum Beispiel mit Werbung, personalisierter Werbung. Professor Dr. Mario Fischer von der Fachhochschule Würzburg findet das überhaupt nicht verwerflich – ganz im Gegenteil: Fischer leitet den Studiengang E-Commerce, Onlinehandel also.

Beispielsweise Werbeprospekte, die täglich in der Zeitung liegen, ärgern Fischer: "Da bekomme ich meine Zeitung, und da liegen jede Woche drei Küchenprospekte drin. Ich kaufe aber nicht dreimal die Woche eine Küche. Aber weil die Küchenanbieter das nicht wissen, legen sie das halt dreimal die Woche rein und ich schmeiße sie in die blaue Tonne. Die ist voll solcher Prospekte, die mir gar nichts bringen, weil das eben nicht personalisiert ist."

Er kann aber auch die Datenschützer verstehen, denn die Menschen würden gar nicht wissen, was alles an Daten gesammelt werde und damit könne man – wie so oft – etwas Gutes oder Schlechtes machen, sagt Fischer: "Meiner Erfahrung nach benutzen die meisten Unternehmen diese Dinge einfach, um ihre Angebote zu optimieren."

Letztlich kann jeder und jede selbst entscheiden, welche Krümel er oder sie im Internet verteilt. Kritische Geister brauchen dafür allerdings viel Geduld beim Surfen.

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