Digitale Hilfsmittel Diese Technik hilft in der Corona-Quarantäne

Durch das Coronavirus ist das öffentliche Leben zurzeit weltweit massiv eingeschränkt. Technische Entwicklungen können allerdings dabei helfen, eine digitale Normalität zu entwickeln. Technik-Experte Marco Ammer stellt digitale Hilfsmittel vor.

Ein Mann mit Headset zu Hause am Laptop
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Verstopft das Internet?

Die Online-Video-Dienste Youtube und Netflix haben Ende vergangener Woche angekündigt, ihre Datenmengen in Europa zu drosseln. Das passiert, indem die Qualität der Videos gesenkt wird. Beide Anbieter stellen allerdings klar, dass es sich dabei um reine Präventionsmaßnahmen handelt, die mit der Europäischen Kommission abgestimmt wurden. Ausgangspunkt für diese Maßnahme sind Befürchtungen, dass die Internetinfrastruktur aufgrund des derzeit erhöhten Streamingaufkommens an seine Belastungsgrenzen kommen könnte.

Dabei gibt es laut der Netzbetreiber in Deutschland keinen Grund zur Sorge, dass das Internet "verstopft". Der Betreiber des größten deutschen Internetknotenpunkts in Frankfurt am Main, DE-CIX, formuliert das auf seiner Homepage so: "Selbst, wenn alle europäischen Firmen ausschließlich im Homeoffice arbeiten und die Spiele der Fußball-Europameisterschaft parallel online gezeigt würden, können wir die notwendigen Bandbreite für reibungslose Verbindungen zur Verfügung stellen."

Gleichzeitig stellt das Unternehmen aber auch erhöhten Datenverkehr in den Netzwerken fest. So sei das Datenaufkommen für Videokonferenzen in den vergangenen Tagen um 50 Prozent gestiegen, das Volumen durch Soziale Medien oder Online-Spiele um 25 Prozent.

Beim betrachten der nackten Zahlen – unabhängig davon, ob man sie versteht oder nicht – ist auch erkennbar, dass noch Luft nach oben ist. Das bisherige Maximum an Datendurchsatz liegt bei 9,1 Terrabit pro Sekunde. Der maximal mögliche Durchsatz liegt bei 54 Terrabit pro Sekunde.

Die bundesweite Infrastruktur kann dieses Mehraufkommen problemlos bewältigen. Dennoch kann am heimischen Endgerät der Eindruck entstehen, dass das Netz mal wieder sehr langsam ist. Das liegt dann mutmaßlich daran, dass die Leitungen im entsprechenden Gebäude etwas älter und damit möglicherweise nicht so belastbar sind.

Videotelefonie: Was das ist und wie es funktioniert

Nach bisherigem Stand ist es also gar kein Problem, Onlinevideos zu schauen, Onlinespiele zu spielen oder per Videotelefonie Kontakt zu Freunden und Familie zu halten. Gerade um den Kontakt zu den Großeltern zu halten, bietet sich das derzeit an. Anbieter für Videotelefonie gibt es einige (Skype, WhatsApp, Microsoft Teams, ICQ etc.). Eine kurze Internetrecherche hilft dabei, den richtigen Anbieter zu finden.

Wichtig ist, dass beide Telefonpartner die gleiche Software installiert haben. Abgesehen davon, gibt es bei der Videotelefonie nicht viel zu berücksichtigen. Bei den meisten und größten Anbietern entstehen keine Kosten. Falls man sich im mobilen Datennetz befindet, kann der Datenverbrauch allerdings erheblich ansteigen und dabei könnten Kosten verursacht werden.

Wenn die Software also installiert ist, dann funktioniert es, wie bei einem klassischen Telefonat: Also die gewünschte Person anrufen und warten, bis sie abnimmt.

Schule im Netz

Schülerinnen und Schüler sind angehalten, zu Hause zu lernen. Dazu können sie auch die Angebote vieler öffentlich rechtlicher Rundfunkanstalten nutzen. Der MDR macht auch dort weiter, wo alle es sehen können. Ab sofort gibt es die "MDR WISSEN Schulstunde". Von Montag bis Freitag um 11 Uhr bei mdrwissen.de, auf YouTube und bei Facebook. Über die Chatfunktionen können sich die Zuschauer direkt an Prof. Dr. Martin Lindner wenden. Er ist eigentlich Biologe, schafft es aber auch andere Fächer wie Mathe, Politik oder Geschichte mit einzubeziehen.

Darüber hinaus gibt es vom SWR das Angebot "Planet Schule". Dort gibt es für verschiedene Altersgruppen entsprechende umfangreiche Angebote. Geordnet nach Fächern gibt es dort Unterrichtsmaterialien und Hintergrundinformationen für alle.

Die Zeit der Podcasts

Um in Corona-Zeiten immer auf dem aktuellen Stand zu sein, bietet MDR Aktuell Montag bist Freitag einen Podcast mit dem Virologen und Seuchen-Experte Prof. Alexander Kekulé an. Er leitet die Medizinische Mikrobiologie der Uniklinik Halle und beantwortet im Podcast die drängenden Fragen zu dem Virus. Auch Hörer können ihre Fragen über die Redaktion an den Experten stellen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 23. März 2020 | 17:00 Uhr