Elektroschrott liegt entsorgt in einem Container
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Entsorgungsmöglichkeiten Wohin mit dem Elektroschrott? Altgeräte richtig entsorgen

Ob altes Handy oder kaputter Wasserkocher: Elektrogeräte werden nur noch selten repariert. Meist werden sie weggeworfen – oft falsch oder sogar illegal. Experte Marco Ammer erklärt, wie Elektroschrott richtig entsorgt wird.

Elektroschrott liegt entsorgt in einem Container
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Die Zahlen sind beeindruckend: Fast 500.000 Tonnen Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler verschwinden nach Angaben des Umweltbundesamtes pro Jahr -- vermutlich illegal entsorgt oder gesammelt. Das Problem: Wichtige Rohstoffe gehen verloren und die Umwelt nimmt Schaden.

Welche Entsorgungsmöglichkeiten gibt es?

Verbraucher haben folgende Möglichkeiten, ihren Elektromüll zu entsorgen:

Kommunale Sammelstellen

Für die Sammlung von Elektro-Altgeräten müssen Kommunen nach wie vor Sammelstellen (meist Recycling- oder Wertstoffhöfe) vorhalten. Dort können Verbraucher alle Altgeräte kostenlos abgeben. Einzige Bedingung: "Die Kommunen können die kostenlose Annahme von verunreinigten Geräten, die eine Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit darstellen, ablehnen", erklärt Isabel Wagner vom Umweltbundesamt.

Händler

Abgesehen davon sind unter bestimmten Umständen auch Händler in der Pflicht, alte Elektrogeräte anzunehmen: Bei größeren Geräten gilt das Prinzip alt gegen neu: Wird ein Gerät gekauft, muss der Händler ein vergleichbares Gerät des gleichen Gerätetyps zurücknehmen. Beim Kauf eines Kühlschrankes muss das Geschäft den alten Kühlschrank entsorgen. Das gilt allerdings nur für Geschäfte mit einer Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte ab 400 Quadratmetern. Seit Mitte vergangenen Jahres droht Händlern, die gegen die Rücknahmepflicht verstoßen, ein hohes Bußgeld von bis zu 100.000 Euro. Die Rücknahme selbst ist für Verbraucher kostenlos. "Wird die Verkaufsfläche für Elektrogeräte von 400 Quadratmetern nicht erreicht, dann besteht auch keine gesetzliche Rücknahmepflicht. In diesem Fall dürfen Vertreiber die Altgeräte jedoch freiwillig unentgeltlich zurücknehmen, Transportkosten können dabei allerdings in Rechnung gestellt werden", sagt Isabel Wagner vom Umweltbundesamt.

Online-Händler

Auch Online-Händler sind verpflichtet, Altgeräte beim Neukauf zurückzunehmen, wenn ihre Lager- und Versandfläche für Elektrogeräte über 400 Quadratmeter misst. Aber Vorsicht: Dritthändler, die ihre Waren über große Portale wie Amazon verkaufen, können trotzdem eine kleine Lagerfläche haben und sind damit nicht rücknahmepflichtig.

Die Rücknahme kann vor Ort bei der Übergabe des Neugerätes erfolgen. Online-Händler können aber auch Sammelpunkte beim stationären Handel benennen, mit denen sie gegebenenfalls eine Partnerschaft eingegangen sind. "Wer Anhaltspunkte dafür hat, dass Händler ihrer Rücknahmepflicht nicht nachkommen, kann dies bei den jeweiligen Landesbehörden anzeigen. Oftmals sind die Abfall- oder Umweltbehörden bei den Landkreisen bzw. kreisfreien Städten für diese Ordnungswidrigkeiten zuständig", erklärt Isabel Wagner vom Umweltbundesamt.

Sonderfall Kleinstgeräte

Ebenfalls sind Geschäfte mit Elektrogeräten mit einer Verkaufsfläche ab 400 Quadratmetern verpflichtet, Kleinstgeräte mit einer Kantenlänge von unter 25 Zentimetern zurückzunehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man ein neues Gerät kauft oder nicht. Hierfür haben die meisten Geschäfte oder auch ganze Einkaufszentren bereits Sammelbehälter ähnlich den Batteriesammelkisten aufgestellt.

Entsorgung von Batterien

In jedem Fall muss der Verbraucher Batterien und Akkus, die nicht von dem Gerät umschlossen sind, vor der Abgabe des Gerätes herausnehmen und separat entsorgen, zum Beispiel in den eben erwähnten Batteriesammelboxen im Handel. Aber auch die Kommunen nehmen Altbatterien zurück, etwa auf Wertstoffhöfen oder in Schadstoffmobilen.

Seit dem 15. August 2018 wird der sogenannte offene Anwendungsbereich in das ElektroG eingeführt. Damit können auch Möbel mit fest eingebauten elektrischen Komponenten wie ein Badschrank mit integrierter Beleuchtung am Lebensende zum Elektroschrott werden. Auch Schuhe oder Bekleidung mit dauerhaft und fest eingebauten Leuchtmitteln oder elektronischen Bauteilen müssen am Ende gegebenenfalls als Elektroschrott entsorgt werden.

Nicht betroffen sind nur explizit im Gesetz genannte Ausnahmen, z.B. Glühlampen, Ausrüstungsgegenstände für einen ausschließlichen Einsatz in der Forschung oder auch ortsfeste industrielle Großwerkzeuge. "Die Entscheidung kann im Einzelfall kompliziert sein. Die Feststellung, ob ein Elektro- und Elektronikgerät vorliegt und in den Anwendungsbereich des ElektroG fällt, trifft die "stiftung elektro-altgeräte register". Sie ist für die Umsetzung der Gesetzesänderung verantwortlich", ergänzt Isabel Wagner vom Umweltbundesamt.

Kennzeichnungspflicht für den Verbraucher sichtbar

Hersteller müssen ihre Geräte vor dem Inverkehrbringen offiziell registrieren und die Geräte entsprechend kennzeichnen, damit der Verbraucher erkennt, dass er es getrennt vom normalen Hausmüll entsorgen muss. Beispielsweise sind Geräte für die Nutzung in privaten Haushalten mit dem Symbol einer durchgestrichenen Mülltonne entweder auf dem Produkt, der Verpackung, der Gebrauchsanweisung oder dem Garantieschein zu kennzeichnen.

Welche Werte stecken im Elektroschrott?

Elektronik-/Elektroschrott auf einem Wertstoffhof in Erfurt
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In Handys, Druckern, Fernsehern und allen anderen Elektrogeräten sind Metalle verbaut. Pro Gerät natürlich nur wenige Gramm, oder sogar noch weniger. Dennoch werden für die Produktion enorm viele Rohstoffe benötigt. Dazu zählen Kobalt, Tantal, seltene Erden, Kupfer, Nickel, Silber und auch Gold. So schreibt das Öko-Institut, dass in einem Handy zum Beispiel 306 Milligramm Silber und 30 Milligramm Gold enthalten sind. In dem Akku stecken 6,3 Gramm Kobalt. In einer Tonne alter Handys stecken demnach 250 Gramm Gold. Das erscheint zunächst wenig. Diese Einschätzung wird jedoch relativiert, wenn man sich vor Augen führt, dass in einer Tonne Golderz lediglich vier Gramm Gold enthalten sind. Beim Recycling von Altgeräten können diese Rohstoffe zurückgewonnen und wieder eingesetzt werden, daher sollte Elektroschrott immer professionell entsorgt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 08. April 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. April 2019, 18:13 Uhr