Autokauf Welches ist das richtige erste eigene Auto

Prüfungen bestanden – und jetzt soll das erste eigene Auto her. Oftmals ein Gebrauchter, denn schließlich fehlt dem Fahranfänger noch die Praxis. Welche Autos sind gut geeignet für Anfänger? Klar ist, Sicherheit sollte an erster Stelle stehen, also sollte man keine alte Möhre kaufen. Tipps zum Gebrauchtwagenkauf für den Fahranfänger gibt Autoexperte Andreas Keßler.

Gebrauchtwagenkauf
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Aller Anfang ...

… geht ins Geld. Jedenfalls, solange es um das erste eigene Auto geht. Deshalb sind junge Menschen auch bei weitem nicht mehr so versessen auf ein eigenes Auto wie noch vor 30 Jahren. Sie empfinden ein Auto als teuer, wenig umweltfreundlich, in der Großstadt unpraktisch und im Ganzen fast lästig. Wenn mal erhöhter Mobilitätsbedarf besteht, ist inzwischen das nächste Car-Sharing-Mobil nicht weit.

Auf dem platten Land ohne den meistens perfekten ÖPNV und der Car-Sharing-Angebote der Großstädte sieht das aber ganz anders aus: Ohne eigenen fahrbaren Untersatz ist man geradezu ans Haus gefesselt, soziale Kontakte sind ohne Auto in den ländlichen Gebieten Deutschlands für junge Erwachsene fast unmöglich. Und deshalb ist es rund um Halberstadt, Stendal, Ilmenau und allen anderen eher dünn besiedelten Gegenden unseres Landes fast so wie früher: Junge Leute fahren mit allem, was rollt und was die Kasse hergibt. Zum Teil sind das moderne Kleinwagen, immer öfter dicke Kutschen aus den 80ern als Oldtimer, aber auch rostige Verbraucht-Wagen als Pendlerkiste.

Die fünf goldenen Regeln für das erste eigene Auto

  1. Eine frische Hauptuntersuchung (HU) ist ein gewichtiges Kaufargument, aber keine Garantie für ein problemarmes Auto.
  2. Je jünger das Auto ist, desto besser ist seine Sicherheitsausstattung, desto teurer werden aber auch Reparaturen an der allgegenwärtigen Elektronik.
  3. "Minimotoren" mit drei Zylindern sind als Pendlerauto ungeeignet, weil sie auf der Autobahn mehr verbrauchen und schneller verschleißen als "richtige" Motoren.
  4. "Rundum-sorglos-Pakete" für Kleinwagen inklusive billiger Versicherung gibt es oft als Leasingangebote beim Neuwagenhändler zum Monatskartentarif. Aber: Nach Ablauf des Leasingzeitraumes kann es teuer werden!
  5. Kaufberatungen mit Mängelchecklisten für fast jedes Auto gibt es im Internet.

Mit etwas Planung ist das erste Auto bezahlbar

Um die monatlichen Kosten eines bestimmten Autos vor dem Kauf zu kalkulieren, muss man die technischen Daten, die Hersteller- und Typschlüsselummern und den durchschnittlichen tatsächlichen Kraftstoffverbrauch kennen. In Verbindung mit der monatlichen Fahrleistung lassen sich so die Kraftstoffkosten recht genau abschätzen.

Die Kfz-Steuer lässt sich im Internet sehr gut ermitteln, und die Portale der Autoversicherer geben online sehr genau Auskunft über die Prämienhöhe der Kfz-Versicherung. Dieser Kostenteil lässt sich weniger durch die Größe oder die Leistung des Autos beeinflussen als durch möglichst niedrige Typklassen. Mit diesen klassifiziert die Versicherungsbranche ihr Risiko, wenn jemand ein Auto versichern möchte. So kann ein dicker Mercedes 500 SL z.B. deutlich weniger Haftpflichtversicherungsprämie kosten als ein viel kleinerer Peugeot 206 HDI mit einem ungünstigen Schadenverlauf.

Dafür ist die Teilkaskoprämie des schicken Cabrios durch "Dachaufschlitzer" deutlich höher als die des Kleinwagens, für den sich kaum ein Dieb interessiert. Wer sich anhand der Typklasse durch den Autodschungel schlagen will, kann das auf der Seite des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft tun.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 21. Oktober 2020 | 17:00 Uhr