Entscheidungshilfe Tipps für den Fahrradkauf: Worauf Sie achten sollten

Derzeit werden die Fahrradhändler von Kunden überrannt. Die Branche scheint einer der Krisengewinner zu sein. Ob mit oder ohne elektrischen Antrieb – die Auswahl ist riesig. Mit Experte Steffen John haben wir über den Weg zum Traumrad und die Sicherung der Räder gesprochen.

Ein Mann sitzt auf einer Bank und dabeben steht ein Elektrofahrrad
Bildrechte: imago images/Westend61

Frage: Wer sich mit Fahrrad-Modellen, Motoren und Akkus beschäftigt kann leicht den Überblick verlieren, denn die Varianten sind vielfältig. Wie fängt die Suche nach einem neuen Rad überhaupt an?

Steffen John: Wer mit der Suche beginnt, sollte sich nicht so stark auf die Technik konzentrieren, sondern sich fragen: "Was will ich mit dem E-Bike machen?". Denn wo das Rad überwiegend eingesetzt wird, ist wichtig. Für das Gelände im Wald, in der Stadt oder die Tour übers Land mit ein paar Bergstrecken wie in der Lausitz oder im Erzgebirge. Die Erfahrungen der Nutzer sind, dass es alles einfacher geht, dass heißt, man nutzt es mehr, fährt weitere Strecken.

Ich teile die Räder grob in vier Kategorien:

  1. Rad für kurze Strecken in der Stadt (10 bis 20 km)
  2. Rad für längere Genusstouren (40 bis 70 km)
  3. Spezialräder für Gelände und Feldwege
  4. Langstrecken- und Fitnessräder, bei denen Gewicht und Geschwindigkeit entscheidend sind

Was kostet ein vernünftiges E-Bike?

Ein sicherer und guter Akku kostet etwa 600 bis 700 Euro. Wenn dann noch die Kosten für Motor und Rahmen dazu kommen, kann man sich ausrechnen, was ein vernünftiges Rad kosten sollte.

Wie kann man sein vorhandenes Rad optimieren?

Junge Frau mit Fahrrad
Bildrechte: imago images / Westend61

Radfahren soll Spaß machen und jeder soll sich wohlfühlen. Durch den Wechsel auf längere Strecken, kann es zu Veränderungen im Fahrverhalten kommen. Und bei längeren Fahrten hat man vielleicht auch mal Schmerzen. Das lässt sich aber an der Art des Lenkers, am Vorbau und an der Position des Sattels beeinflussen und deutliche Verbesserungen in der Sitzhaltung erreichen. Den Sattel kann man neigen, sowie vor- und zurückschieben, um seine persönliche Einstellung zu finden.

Wie sichere ich mein Rad am besten?

Kein Rad wird diebstahlsicher – leider. Sondern es geht darum, dass man dem Dieb signalisiert, hier brauchst man Zeit. Und das Fahrrad sollte immer mit einem massiven Schloss an einem festen Gegenstand gesichert werden.

Was kostet ein gutes Fahrrad-Schloss?

Ab 50 Euro. Ich empfehle zurzeit Faltschlösser, weil die, im Gegensatz zu den auch sehr sicheren Bügelschlössern, sehr flexibel im täglichen Einsatz sind.

Unser Experte

Steffen John
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Steffen John

Steffen John

Steffen John ist Fahrradexperte und Händler aus Bischofswerda in Sachsen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 02. Juni 2020 | 17:00 Uhr