Flugärger App der Verbraucherzentrale NRW im App Store
"Flugärger App" der Verbraucherzentrale NRW im App Store. Bildrechte: dpa

Kostenlose Anwendungssoftware "Flugärger"-App hilft bei Verspätungen und Annullierungen

Um Ansprüche bei Flugverspätungen und Annullierungen durchzusetzen, steht Reisenden ab sofort eine kostenlose "Flugärger"-App zur Verfügung. Das Angebot der Verbraucherzentrale NRW ist bundesweit das einzige seiner Art.

Flugärger App der Verbraucherzentrale NRW im App Store
"Flugärger App" der Verbraucherzentrale NRW im App Store. Bildrechte: dpa

Eine neue kostenlose "Flugärger"-App soll Reisenden helfen, ihre Ansprüche bei verspäteten oder annullierten Flügen durchzusetzen. Die von der Verbraucherzentrale NRW entwickelte Anwendungssoftware prüft nach Angaben des Vereins Entschädigungsansprüche und berechnet deren Höhe. Zudem wird automatisch ein Mailprogramm mit einem Forderungstext samt allen notwendigen Angaben an die zuständige Airline geöffnet.

Einziges nicht-kommerzielles Angebot

Wie der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Wolfgang Schuldzinski, am Montag mitteilte, ist die neue "Flugärger App" bundesweit das einzige nicht-kommerzielle Angebot dieser Art. Anders als bei kommerziellen Angeboten müssten die Verbraucher bei dieser Software im Erfolgsfall keine Provisionen an Dritte zahlen.

Flugdaten ab Mai 2019

Mit der App können zunächst drei Problemfälle bearbeitet werden: Direktflug verspätet, Anschluss verspätet, Flug annulliert. Wer einen dieser Punkte anklickt, wird einfach durch das passende Menü geleitet. Die App enthält und prüft bislang automatisch alle Flugdaten von und nach Deutschland ab dem 1. Mai 2019. Die Entwicklung der "Flugärger"-App wurde mit 250.000 Euro vom Land NRW finanziert.

Missbrauch mit "höherer Gewalt"

Schuldzinski kritisierte in dem Zusammenhang, dass sich auch 14 Jahre nach dem Inkrafttreten der Fluggastrechte-Verordnung der EU viele Airlines bei Verspätungen oder Annullierungen in der Regel zunächst auf "höhere Gewalt" beriefen. Tatsächlich gelte dieses Argument aber nur für außergewöhnliche Wetterereignisse, Vulkanausbrüche oder Streiks. Im Fall vorgebrachter "höherer Gewalt" könnten sich Betroffene an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Nahverkehr in Berlin, an die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz oder an die Verbraucherzentrale wenden.

Hunderttausende Betroffene im ersten Quartal

Wie NRW-Verbraucherministerin Ursula Heinen Esser unter Berufung auf eine Studie eines Fluggastrechte-Portals mitteilte, waren allein zwischen Januar und März dieses Jahres rund 722.000 Flugreisende in Deutschland von Ausfällen oder Verspätungen von mehr als drei Stunden betroffen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Oktober 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2019, 21:33 Uhr