Schrauber in einer Garage.
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Was erlaubt ist und was nicht Bei Zweckentfremdung der Garage drohen Bußgelder

So manche Garage gleicht einer Rumpelkammer. Platz fürs Auto bleibt da kaum. Doch vorsicht, wer die Garage als Lagerraum oder Werkstatt nutzt, riskiert ein Bußgeld. Andreas Keßler erklärt, was in Garagen erlaubt ist und was nicht.

Schrauber in einer Garage.
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Rückzugsort für Tüftler und Liebhaber

Die Wohnung für des Mannes liebstes Kind, der Ort der inneren Einkehr und der äußeren (Auto-)Säuberung – so mancher hat aus seiner Garage ein Wohnzimmer gemacht, mit Kühlschrank, Fernseher und Perserteppich. Dem "Schätzchen" mit vier Rädern soll es an nichts fehlen, aber dem Herr über die Pferdestärken auch nicht.

Die harten (Garagen-)Fakten

  • Garagen sind vom Baurecht ausschließlich zur Unterstellung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen bestimmt. Die Nutzung als Lagerraum, Werkstatt, Büro etc. ist daher illegal und nicht gestattet.
  • In Garagen abgestellte Kraftfahrzeuge müssen fahrbereit und zum Verkehr zugelassen sein. Die Lagerung eines "Teileträgers" verstößt gegen Bau- und Abfallrecht!
  • Kleine Kontroll- und Wartungsarbeiten sind jederzeit zulässig! So kann z.B. bei vorhandenem Stromanschluß die Batterie mit einem Ladegerät verbunden werden.
  • Kraftstoffe dürfen nur in begrenztem Umfang in Garagen gelagert werden. Zulässig sind höchstens 200 Liter Diesel und 20 Liter Benzin in verschlossenen und feuerfesten Gefäßen.
  • Öl, Kühlerfrostschutz und Bremsflüssigkeit sind (insbesondere in angebrochenen Gebinden!) nur begrenzt lagerfähig. Benutzte oder überalterte Betriebsflüssigkeiten sind Sondermüll und müssen entweder beim Kfz-Ersatzteilhandel, bei dem sie gekauft wurden oder lokal zuständigen Abfall-Annahmestellen entsorgt werden.

Wie sich die Bilder gleichen

Ein Auto steht in einer Garage.
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Wer in Vorstadtsiedlungen am Sonnabendnachmittag durch die Straßen läuft, wird viele Autos auf der Garagenauffahrt sehen, kaum eins bei geöffnetem Garagentor darin. Da stehen stattdessen Fahrräder, der mehrflammige Gasgrill, der Rasentraktor, die Tiefkühltruhe der Großfamilie und, und, und. All das hat nichts oder nur wenig mit "Kraftfahrzeugen und deren Teilen" zu tun und ist dort nach Meinung des Gesetz- und Verordnungsgebers fehl am Platze.

Theoretisch könnte ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes eine "erlaubnispflichte Nutzungsänderung" erkennen und bürokratisch zur Tat schreiten. In der Praxis ist der Redaktion jedoch kein derartiger Fall bekannt, der theoretisch bis zu 500 Euro Ordnungsgeld kosten könnte. Die gelebte Praxis sollte jedoch keineswegs einer Entrümpelung der ehemaligen Garage im Wege stehen: So ein Unterstellplatz für das Auto, witterungsgeschützt, ist eine feine Sache! Diese Idee könnte aber einen Haken haben: Normgaragen aus den 60ern haben bei den aktuellen 3XL-SUVs Schluckbeschwerden.

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 10. Oktober 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2018, 14:28 Uhr