Mobilfunk statt DSL Wann "LTE für zuhause" sinnvoll ist

Auf neuen Smartphones ist der schnelle Mobilfunkstandard LTE inzwischen serienmäßig nutzbar. Doch wer die großen Städte verlässt, der merkt schnell: LTE-Empfang gibt es längst nicht überall. Trotzdem preisen die Mobilfunkanbieter LTE inzwischen auch als Alternative für ländliche Regionen an, in denen es über die klassische Telefonleitung immer noch kein schnelles Internet gibt. Aber funktioniert das auch?

von Stefan Römermann, MDR AKTUELL

Ein Mast mit verschiedenen Antennen von Mobilfunkanbietern steht vor blauem Himmel.
Die LTE-Abdeckung lässt auf dem Land zu wünschen übrig. Bildrechte: dpa

Traurig aber wahr: Auch im Jahr 2019 warten viele Menschen in Mitteldeutschland noch auf schnelle DSL-Anschlüsse. Das sagt Katja Henschler, Digitalexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Vor allem in ländlichen Regionen, aber durchaus auch in Randlagen von Großstädten und in Dörfern, zählt sie auf.

"LTE für zuhause" lohnt nicht immer

In vielen dieser Regionen gibt es inzwischen aber immerhin schnelle Mobilfunknetze, die sich mit dem passenden Tarif auch gut zu Hause nutzen lassen.

Ob das der Fall ist, könne man entweder auf den Netzabdeckungskarten der Anbieter nachschauen, oder man schaut mit einem Smartphone, ob die Datenverbindung zu Hause auch im richtigen Standard unterstützt werde, erklärt Verbraucherschützerin Henschler.

Katja Henschler,  Referatsleiterin Digitale Welt der Verbraucherschutzzentrale Sachsen
Verbraucherschützerin Henschler Bildrechte: Verbraucherzentrale Sachsen

Es muss eine LTE-Verbindung sein. Und in einigen Regionen bieten das auch nur ein oder zwei Mobilfunk-Anbieter an. Und nur mit denen lohnt sich ein Vertrag.

Katja Henschler Verbraucherzentrale Sachsen

Entsprechende "LTE-zuhause"-Tarife gibt es von den drei großen Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone und O2, aber auch bei den kleinen Anbietern Congstar und Ortel Mobile. Sie kosten meist um die 40 Euro pro Monat – also deutlich mehr als ein klassischer Datentarif für Smartphone oder Tablet. Dafür bieten sie aber im Gegenzug deutlich mehr Datenvolumen an - meist mindestens 40 Gigabyte.

WLAN-Router mit SIM-Karte

Hat man sich für einen entsprechenden Vertrag entschieden, bekommt man wie beim klassischen Mobilfunkvertrag eine kleine SIM-Karte. Die kommt dann aber nicht ins Smartphone, sondern in einen speziellen LTE-Router.

Und der funktioniert dann im Prinzip genauso wie ein WLAN-Router am DSL-Anschluss: Er stellt also die Verbindung mit dem Internet her, benutzt dafür aber statt der Telefonleitung das Mobilfunknetz. Laptops, PCs oder Smartphones können dann ganz einfach per drahtlosem WLAN-Funknetzwerk mit dem Router verbunden werden.

Was ist ein Hybrid-Tarif?

Sim-Karte
Über eine SIM-Karte kann auch die Wohnung mit WLAN versorgt werden. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Ein Sonderfall ist der sogenannte Hybrid-Tarif der Telekom. Er ist eine Art Kombination aus dem oft auch auf dem Land leider extrem langsamen DSL-Anschluss über die Telefonleitung und einem schnellen LTE-Tarif.

Dafür werde der LTE-Router dann zusätzlich noch mit dem Telefonanschluss im Haus verbunden, erklärt Arne Düsterhöft vom Verbraucherportal Finanztip. "Immer wenn die Daten schneller durch die Leitung kommen müssten, schaltet der Router die Antenne an und funkt im LTE-Netz und ergänzt so die Kupferleitung mit dem Handynetz."

Technisch bringt das zwar in der Regel keinen großen Geschwindigkeitsgewinn, trotzdem kann sich der Hybrid-Tarif für Verbraucher lohnen, sagt Düsterhöft. "Weil es der Einzige ist, der von der Datenmenge nicht limitiert ist. Und er ist noch relativ günstig im Vergleich zu LTE-zuhause-Tarifen, die allein über das Handynetz funktionieren."

LTE-Tarife auch tageweise buchbar

Wer nur gelegentlich schnelles Internet braucht, beispielsweise in der Gartenlaube oder auf dem Campingplatz, kann aber auch noch deutlich günstigere LTE-Tarife finden. Die lassen sich dann teilweise sogar monats- oder tageweise buchen und müssen nicht durchgehend bezahlt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. August 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2019, 07:20 Uhr