Umschau-Quicktipp Die richtige Autopolitur

Ein Poliertuch auf einem Auto 1 min
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Ein neues Auto mit glänzendem fehlerfreiem Lack ist ein Traum für jeden Autoliebhaber. Doch mit den Jahren nutzt Autolack sich ab. Dabei birgt jede einzelne Jahreszeit ihre ganz eigenen Gefahren für die glänzende Fahrzeughülle: Im Winter ist es das Streusalz, im Frühjahr sind es die Pollen, im Sommer Insekten und Baumharz und im Herbst herunterfallende Äste oder Hagel. Hier hilft nur eine gründliche Lackpflege mit anschließender Politur. Je nach Abnutzung gibt es die passenden Pflegemittel. Grundsätzlich ist bei deren Anwendung jedoch Vorsicht geboten. Denn moderne Autos haben, im Vergleich zu früher, nur noch eine sehr dünne Lackschicht. Somit ist jede Lackpflege auch ein Risiko. Wir erklären, wie man am besten vorgeht und welche Mittel empfohlen werden.

Das richtige Mittel

Das Angebot an Autopolituren ist riesig. Dabei passt nicht jede Politur für jeden Lack und jeden Abnutzungsgrad. Deshalb sollten Sie bei der Auswahl folgendes beachten:

PreCleaner/Lackreiniger

Diese Mittel sollen vor dem Aufbringen der Politur den Lack von Verschmutzungen befreien. Abrasive Lackreiniger haben leichte Polieranteile und können somit schon kleine Defekte im Lack beheben. Einige davon sind allerdings sehr aggressiv, weshalb vor Anwendung unbedingt die Sicherheitshinweise (etwa zum Tragen von Handschuhen) beachtet werden sollten.

Autopolitur
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Nicht abrasive Lackreiniger verwendet man am besten, wenn bereits eine Politur aufgetragen wurde und der Lack nach der Politur nur noch einmal gereinigt werden soll. Zudem wird unterschieden zwischen silikonhaltigen und silikonfreien Lackreinigern. Das Silikon sorgt meist dafür, dass leichte Kratzer und andere Unebenheiten im Lack ausgeglichen werden. Silikonfreie Lackreiniger werden empfohlen, wenn im Nachgang etwa eine Polymerversiegelung auf den Lack aufgetragen werden soll.

Schleifgrad

Je nachdem, wie sehr der Lack beschädigt bzw. abgenutzt ist, gibt es Polituren mit unterschiedlichen Schleifgraden. Das Schleifkorn und seine Zusammensetzung entscheiden dabei, wie fein oder grob eine Politur ist. Ist der Lack in einem schlechten Zustand, beginnt man deshalb mit einer Schleifpolitur mit grobem Korn und arbeitet sich dann, über eine Feinschleifpaste bis hin zur Finish Politur vor. Das Korn wird dabei immer feiner. Ist der Lack nur leicht beschädigt, kann man entsprechend mit einem feineren Korn beginnen. Der Schleifgrad variiert von 1 (gering) bis 6 (stark). Es gibt allerdings auch sogenannte einstufige Polituren. Hier werden grobe Körner während des Polierens immer weiter zermahlen, sodass am Ende ein feines Korn zum Polieren übrig bleibt. Hier ist allerdings die richtige Anwendung und Poliergeschwindigkeit entscheidend, weshalb diese Polituren für Anfänger eher ungeeignet sind.

Glanzgrad/Farben

Teilweise geben Hersteller auch den Glanzgrad einer Politur an. Dabei ist 6 auch hier der höchstmögliche Glanzgrad. Einige Polituren sind direkt für bestimmte Farben geeignet. Dies sollte unbedingt beachtet werden, damit es nicht zu unschönen Verfärbungen oder Flecken kommt, wenn etwa eine Politur für dunkle Lacke auf einen hellen Lack aufgetragen wird.

Mit einem Tuch wird ein Auto poliert.
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Nanoversiegelung

Auch der Begriff "Nano" findet sich auf einigen Polituren. Nano-Produkte basieren auf dem sogenannten Lotus-Effekt. Die speziellen Partikel auf der Lackoberfläche sorgen dafür, dass Schmutz abgewiesen wird. Durch Produkte mit Nanoversiegelung werden kleinste Unebenheiten geglättet. Somit können sich weder Wasser noch Schmutz auf dem Lack halten. Jedoch bieten längst nicht alle Produkte die mit "Nano" werben auch diese Eigenschaft, sagt Auto-Experte Andreas Keßler.


Autopolituren im Test

Die Experten von "Autobild" testeten 2018 gemeinsam mit der Gesellschaft für Technische Überwachung, kurz GTÜ zwölf verschiedene Autopolituren. Sie wollten herauszufinden, ob teure Lackpflegemittel ihr Geld auch wert sind. Im Test standen dabei sanftere Glanz-Polituren zwischen fünf und 70 Euro, die auch einen Konservierungseffekt versprechen. Im Praxistest wurden die Polituren auf vergleichbare Fahrzeuglacke nach Anleitung aufgebracht. Im Labor wurden unter anderem Konservierungsleistung und Verträglichkeit geprüft.

Die Tester konnten bei allen Produkten nur eine durchschnittliche Reinigungswirkung feststellen. Starke Verunreinigungen wie eingebrannter Vogelkot oder Baumharz ließen sich mit keinem der Produkte zufriedenstellend entfernen. Auch angetrocknete Insektenreste entfernten nicht alle: Nur die Polituren von Nigrin, Sonax und Rinder überzeugten hier bei vertretbarem Aufwand. Bei der Konservierungsleistung schnitten jedoch alle Produkte gut ab. Ganz vorn liegen hier Nigrin Hartwachspolitur, Dr. Wack Chemie A1 Ultima, Aral Premium Wachs Politur und Sonax Carnauba Care. Die drei letzten Mittel boten im Test den besten Langzeitschutz. Auch der Schutz gegen UV-Licht wurde getestet. Hier lagen das Speed Polish von arexons, die Sonax Autopolitur und das Mercedes Polish ganz vorn. Testsieger wurden das Dr. Wack A1 Speed Polish (100 ml ca. 3,89 Euro) sowie die günstigere Politur von Sonax (100 ml ca. 1,72 Euro). Auch die Mercedes Polish (100 ml ca. 2,90 Euro), die im mittleren Preissegment liegt, wird für normale beanspruchte Lacke empfohlen.

Die richtige Anwendung

Ein Auto steht in einer Waschanlage.
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Gründliche Reinigung

Jede Lackpflege beginnt mit der Reinigung. Im Idealfall fährt man hierzu zur Waschanlage. Ein Tipp: Fährt man an einem Regentag zum Waschen, werden Verschmutzungen bereits durch den Regen gelöst und das Fahrzeug wird besser gereinigt. Bei der Reinigung von Hand unbedingt Ringe und Armbänder abnehmen, um zusätzliche Kratzer auf dem Lack zu vermeiden.

Politur

Hier muss unterschieden werden, ob es sich um ein neuwertiges oder ein älteres Fahrzeug handelt. Hartwachspolitur als Schutzschicht reicht bei neueren Lacken. Bei älteren hingegen muss zunächst eine Lackpolitur verwendet werden. Diese wird gleichmäßig aufgetragen und im sogenannten Kreuzgang (nicht kreisförmig) verteilt. Wichtig dabei: Es ist leichter, wenn die Politur nicht zu hart ist. Deshalb immer nur Teilflächen behandeln und nicht in der Sonne polieren. Sonnenstrahlen lassen die Politur schneller antrocknen. Für das Polieren des Lacks sollte man sich sehr viel Zeit nehmen. Reinigen, polieren und gegebenenfalls versiegeln dauern einfach.

Ein rotes Auto wird mit einer Poliermaschine aufpoliert.
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Stark verwitterte Autolacke sollten am besten von einem Fachmann mit einer Poliermaschine (circa 200 bis 300 Euro) behandelt werden. Das spart Zeit. Erfahrene Anwender können dies auch selbst übernehmen. Polieren ist letztlich nichts anderes als Schleifen und sollte darum sehr vorsichtig  und nicht zu oft gemacht werden. Circa 0,1 bis 0,5 Mikrometer Klarlack werden mit jeder Behandlung wegpoliert. Die Klarlackschicht ist etwa 30 bis 45 Mikrometer dick, die komplette Autolackschicht circa 120 Mikrometer.

Ganz wichtig: Vor dem Polieren unbedingt Kunststoff- und Gummiteile sowie Scheinwerfer am Fahrzeug abkleben, da solche Mittel diese Oberflächen nicht nur verfärben, sondern auch beschädigen können. Kanten, Rundungen und Ecken, dort, wo das Poliertuch bzw. -pad nicht vollständig aufliegt, sehr vorsichtig polieren.

Versiegelung

Ob neu oder alt: behandelte Lacke müssen am Ende versiegelt werden. Hierzu nimmt man Hartwachs. Es wird von Hand mit weichen Tüchern in kreisenden Bewegungen aufgetragen. Nach richtiger Anwendung hält der Lack eine Zeit lang. Zwei Mal im Jahr sollte die Wachsschicht erneuert werden. Einige Polituren haben eine versiegelnde Wirkung und machen die extra Wachsversiegelung überflüssig. Experten empfehlen allerdings, die Versiegelung separat anzuwenden, da sie in der Regel länger hält als ein Kombiprodukt.

Fazit

Die richtige Lackpflege erhält nicht nur die Optik des Autos, sondern dient auch dem Werterhalt. Deshalb ist die oberste Regel: Verschmutzungen wie Vogelkot, Baumharz und so weiter möglichst schnell entfernen, damit sie den Lack nicht nachhaltig angreifen. Bei der Auswahl des passenden Reinigungsmittels und der Methode kommt es darauf an, wie alt das Fahrzeug und damit der Lack ist. Im Zweifelsfall sollte man sich von einem Fachmann beraten lassen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 18. April 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2019, 09:11 Uhr