Umschau-Quicktipp Software gebraucht kaufen: Das müssen Sie wissen

CDs mit Software liegen auf einem Tisch 1 min
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Darf verkauft werden

Der Verkauf von "gebrauchter Software" oder auch "nicht genutzter Software" ist grundsätzlich erstmal erlaubt. Dabei ist auch egal, ob das Programm auf DVD oder CD-ROM gekauft wurde. Oder als Download aus dem Internet, bei dem Käufer dann in der Regel mit einem Lizenzschlüssel das Programm "aktivieren" müssen. Das ist eine mehrstellige Nummer, die man einfach in ein Fenster auf dem Computerbildschirm eingibt. Das Urheberecht schreibt einzig vor, dass Anwender nach dem Verkauf von Programmen diese bei sich löschen. Sonst ist das Ganze ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Aus vielen verschiedenen Quellen

Sie sind meist sehr günstig und werden unter dem Label "gebrauchte Software" angeboten: Das ist aber oft schon das Einzige, was die online mit Preisnachlass verkauften Programme gemeinsam haben. Die stammen aus vielen unterschiedlichen und nicht immer seriösen Quellen. Zum einen gibt es tatsächlich Software, die auch Laien unter "gebraucht" einordnen würden: Jemand hat beispielsweise Microsoft Office 2013 gekauft, benötigt es irgendwann nicht mehr, verkauft die DVD und löscht die Software von seinem Rechner. Das akzeptieren die Hersteller in der Regel. Probleme kann es aber geben, wenn Lizenzen aus großen Software-Paketen verkauft werden. "Da hat möglicherweise jemand Notebooks gebraucht gekauft, die waren mit einer Windows-Lizenz versehen und diese Lizenzen hat der Händler dann verkauft. Oder ein Unternehmen kauft Windows-Lizenzen für seine Computer in einem großen 50er-Pack und braucht dann nur 35. Dann werden 15 verkauft", sagt Hans-Peter Schüler vom Computermagazin c't.

Wirklich noch nicht genutzt?

Nahaufnahme des Steckers eines USB-Sticks.
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Genau genommen kann die Kombination aus Download und Aktivierungsschlüssel gar keine "gebrauchte Software" sein: Wurde der Schlüssel schon einmal benutzt, ist er in Regel wertlos. Das heißt für Kunden: Sie müssen dem Händler vertrauen können, dass der Aktivierungsschlüssel nicht schon einmal oder nicht allzu oft benutzt wurde. "Da haben Sie als Käufer, keine Chance rauszukriegen, ob die Ihnen angebotene günstige Software lizensiert ist", sagt unser Experte. Hans-Peter Schüler kennt Fälle, in denen einfach raubkopiert wurde: "Da hat vielleicht jemand eine günstige Education-Lizenz gekauft, also für eine Schule oder für eine Uni. Und die Lizenz wird dann einfach tausendfach kopiert und weitergegeben." Das ist dann auf jeden Fall illegal und ein Verstoß gegen das Urheberrecht und muss theoretisch bestraft werden.

Was droht Privatnutzern?

Einspielung eines Windows Update
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"Weil Endverbraucher es kaum kontrollieren können, ob sie irgendwelche illegale Ware kaufen, werden sie praktisch nicht bestraft ", sagt unser Experte. Käufern drohe aber ein anderes Risiko: Häufig lassen sich selbst raubkopierte Programme zunächst einmal aktivieren. "Dann stellt aber vielleicht Microsoft beim nächsten Sicherheitsupdate fest: Dieser Aktivierungsschlüssel ist jetzt schon so oft benutzt worden, das muss irgendwie illegal sein", sagt Hans-Peter Schüler. Dann werde die gekaufte Software oder das Betriebssystem blockiert. In solchen Fällen können Computernutzer nur den Händler auffordern, eine funktionierende Lizenz nachzuliefern oder den Kaufpreis zurück zu erstatten. Sitzt der Händler im Ausland, wird das schwierig bis unmöglich.

Wo sind Nutzer beim Kauf sicher?

Unser Experte rät, nur bei den Herstellern der Programme selbst oder auch in Elektronikgroßmärkten zu kaufen. Das ist zwar grundsätzlich deutlich teurer als die online günstig angebotene Software. Bei Problemen sind Nutzer dann aber über die gesetzliche Gewährleistung und die Herstellergarantien abgesichert. Zudem können sie sicher sein, keine Raubkopierer zu unterstützen. "Wichtig ist da immer, dass Sie einen seriösen Händler haben, wo Sie Ihre Ansprüche tatsächlich durchsetzen können. Wo Sie sagen: 'Ich habe diese Software mit der Seriennummer bei Ihnen gekauft.' Dann können Sie rechtliche Ansprüche geltend machen", sagt unser Experte. Auf Zertifikate oder Siegel wie "Trusted Shop" sollten sich Verbraucher nicht verlassen. "Diese Siegel beziehen sich auf andere Eigenschaften der Händler. Es gibt aber kein Siegel, das garantiert: Diese Software ist wirklich legal", sagt Hans-Peter Schüler.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 12. September 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2019, 00:10 Uhr