Umschau-Quicktipp So kommen Sie günstig an Top-Smartphones

Die beste Kamera, der schnellste Prozessor, der größte Speicher und das schärfste Display: In ihre Top-Smartphones packen Hersteller wie Apple, Samsung, Huawei oder Sony alles, was aktuell gut und teuer ist. Zudem bekommen die Handys der Champions League immer als erste Technik-Extras wie kabelloses Laden oder Gesichtserkennung. Die Premiumausstattung lassen sich die Smartphone-Hersteller aber teuer bezahlen: Ihre besten Handys kommen oft nahe an die 1.000 Euro-Grenze heran oder sogar drüber. Solche hohen Preise müssen Fans der Top-Smartphones aber nicht bezahlen, wenn sie etwas Geduld mitbringen und die Regeln der Preisentwicklung kennen.

Wie schnell sinken die Preise bei Top-Smartphones?

Ein Samsung Galaxy S10
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"Smartphones werden meist mit einer sehr hohen unverbindlichen Preisempfehlung, kurz UVP, in den Markt eingeführt", sagt Julia Schnell vom Vergleichsportal günstiger.de. Bei vielen Handys sinkt der Preis aber schon in den ersten Monaten deutlich. "So zwei bis drei Monate sollte man mindestens warten, dann sind die Preise in der Regel schon deutlich geringer", sagt Michael Büttner vom Technikportal inside handy. So gab es Samsungs vorletztes Flaggschiff Galaxy S9 schon zwei Monate nach dem Marktstart um bis zu 30 Prozent billiger. Das liege auch daran, dass der Technikkonzern aus Südkorea regelmäßig neue Top-Smartphones anbiete, sagt Michael Büttner: "Das spürt man auch bei Huawei deutlich, die ebenfalls alle sechs Monate ein neues Flaggschiff auf den Markt bringen. Die Handys nehmen dann sehr schnell im Preis ab." Auch beim LG G7 fielen die Preise sehr schnell. Top-Smartphones von Sony dagegen blieben vergleichsweise stabil bei den Preisen. Das liegt laut unserem Experten an der Vertriebsstrategie des japanischen Herstellers.

Wie wirkt sich der zunehmende Konkurrenzdruck auf die Preise aus?

Bei den Smartphones mit Android gibt es inzwischen gleich eine Handvoll von Herstellern, die regelmäßig sehr gute Premium-Handys veröffentlichen. Damit steigt der Konkurrenzdruck und die Preise für Top-Smartphones fallen zunehmend schneller. "Das konnten wir bei der Galaxy-S-Reihe von Samsung sehen: Das S7 fiel erst zehn Monate nach Marktstart um 30 Prozent, das S8 dann schon nach dem vierten und fünften Monat und beim S9 waren es eben nur drei Monate", sagt Julia Schnell. Generell werden Android-Smartphones in allen Preisklassen ähnlich schnell günstiger: Top-Geräte, Mittel-Klasse und Günstig-Handys. "Da muss man aber den prozentualen Rückgang nehmen. Bei den Top-Smartphones merkt man den Preisrückgang nur deutlicher, weil die von über 1.000 Euro nach unten gehen", sagt Michael Büttner. Apple sei mit seinen iPhones nicht ganz so starker Konkurrenz ausgesetzt. Damit sinken die Preise auch im Vergleich nicht so schnell wie bei der Android-Konkurrenz. "Das ist aber in den letzten zwei bis drei Jahren etwas anders geworden. iPhones bekommt man jetzt eher als Schnäppchen als noch vor drei Jahren", sagt der inside handy-Experte.

Wie geht man besten vor, um ein Top-Smartphone möglichst günstig zu kaufen?

Symbolfoto Online Shopping.
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Geduld haben, Preise vergleichen, mehrere Flaggschiff-Handys beobachten: Das sind aus Sicht unserer Experten die drei wichtigen Strategien, um ein Premium-Handy günstig zu bekommen. "Der beste Zeitpunkt für den Kauf ist einmal nach drei bis vier Monaten und dann, wenn ein Nachfolge-Modell auf den Markt kommt", sagt Michael Büttner. Weil die Entwicklungsschritte zwischen den einzelnen Top-Smartphones nicht sehr groß ausfielen, könnten Nutzer problemlos zum vorletzten Modell greifen. "Da kann man dazwischen keine wirkliche technische Revolution erwarten", sagt unser Experte. Manchmal lohnt es sich auch, sich ein Wunsch-Smartphone auszusuchen und dann auf Vorstellungen anderer Top-Smartphones zu achten. Häufig reduzieren Hersteller von Flaggschiff-Handys kurz die Preise, wenn ein Konkurrent sein Premium-Smartphone herausbringt. Damit soll der Marktstart schlechter ausfallen. Von solchen Strategien profitieren dann Verbraucher, wenn für ihr Wunschmodell kurz der Preis fällt. "Bei Shopping-Events wie Black Friday, Cyber Monday oder Amazon Prime Day kann man vereinzelt auch von Schnäppchen profitieren", sagt Julia Schnell. Dann sollten Nutzer die angeblichen Rabattschnäppchen aber sehr genau mit den Angeboten anderer Händler vergleichen. "Die Ersparnis wird hier nämlich häufig anhand der UVP berechnet und die ist meist überholt", sagt die Expertin von günstiger.de. Auf dem Vergleichsportal können Nutzer einen Preisalarm einstellen. Der informiert per E-Mail, wenn der Preis für das gewünschte Handy auf einen vorher eingestellten Wert gesunken ist.

Lohnt es sich, auf vergleichsweise alte Top-Smartphones zu setzen?

Zwei bis drei Jahre nach dem Marktstart werden Premium-Handys oft nur noch für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises verkauft. Unsere Experten raten aber vom Kauf eines so "alten" Gerätes ab. "Diese Smartphones haben oft eine veraltete Software an Bord und dafür bietet der Hersteller vermutlich schon bald keine Updates mehr an. Häufig kann es dann zu gefährlichen Sicherheitslücken kommen", sagt Julia Schnell. Ähnlich sieht das auch Michael Büttner: "In der Regel gibt es bei Smartphone zwei große Updates, nach ein oder zwei Jahren. Fürs dritte und vierte Jahr gibt’s immerhin meist noch Sicherheitsupdates."

Kann man mit einem Vertragshandy sparen?

Ein iPhone
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Viele Mobilfunkunternehmen locken Handykunden mit Verträgen, denen sie ein Top-Smartphone für wenige Euro beilegen. Eine echte Sparvariante ist das Paket aus Vertrag und Handy in vielen Fällen aber trotzdem nicht. "Oft lohnt es sich eher, die Geräte einzeln zu kaufen und sich dazu einen günstigen Handyvertrag zu holen", sagt Michael Büttner. Verbraucher sollten genau durchrechnen, ob sie mit der Option "Vertrag plus Smartphone für niedrigen Preis" wirklich sparen. Das heißt: Ist die Summe aller Kosten für den Vertrag (Monatsgebühren über 24 Monate Laufzeit plus eventuelle Abschlussgebühren und eventuelle Kosten für das Smartphone) niedriger als für Smartphone und Vertrag einzeln? In dem Fall können sich Handykunden den Vertrag plus beigelegtes Top-Smartphone entscheiden.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 17. April 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2019, 00:10 Uhr