Umschau Quicktipp Mehrfachsteckdosen: So werden sie nicht zur Brandgefahr

Mehrfachsteckdosenleiste, zum Anschluss von mehreren elektrischen Geräten. Wirrwarr von Kabeln, Steckern, Netzgeräten. 1 min
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Sicher nur mit Siegel

Wer Mehrfachsteckdosen mit einem Siegel eines unabhängigen Prüfinstituts kauft, lebt deutlich sicherer. "Dafür stehen zum Beispiel das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit und das VDE-Zeichen, vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik", sagt Dr. Hans-Hermann Drews, Direktor Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) Kiel. GS-Zertifikate stellt beispielsweise der TÜV Süd aus, der dafür unter anderem ein Baumuster der Steckdose untersucht und die Produktion überwacht. Auf die auf vielen Produkten und auch Steckdosen angebrachte CE-Kennzeichnung dagegen sollten sich Käufer nicht verlassen. Damit erklärt der Hersteller, dass seine Ware allen entsprechenden Vorschriften in der EU entspricht. Ob das wirklich so ist, wird aber nur in Ausnahmefällen überprüft. Beim Kauf sollte man auch darauf achten, ob die Steckdosenleiste zum Einsatzort passt. "Produkte mit der Kennzeichnung IP 44 sind gegen Spritzwasser geschützt. Die Steckdosen sind dann nicht wasserdicht.  Aber es reicht, um der Weihnachtsbeleuchtung draußen guten Schutz gegen Regen zu bieten", sagt Markus Nohe vom TÜV Süd.  

Die Zusatzausstattung

Wer in der Weihnachtszeit schon einmal Leuchtketten, Ladegeräte oder Lampen an eine Mehrfachsteckdose angeschlossen hat, kennt das Problem: Manchmal ragen Netzkabel, sehr massive Stecker oder auch die Ladekabel über die nächste Steckdose. Die kann dann nicht genutzt werden. Das Problem entschärfen Leisten, bei denen die verbauten Steckerplätze immer um 45 Grad versetzt sind. Das hilft aber bei Ladegeräten von Smartphones oder Tablets beispielsweise nicht immer. Bei teureren Leisten sind die Steckdosen daher oft etwas weiter auseinander angebracht oder so angeordnet, dass die Ladegeräte nicht über die nächste Steckdose ragen. Auch eine schon ab Werk eingebaute Kindersicherung ist sinnvoll: Dabei sind alle stromführenden Kontakte automatisch verschlossen, wenn kein Elektrogerät "eingestöpselt" ist. "Es wird auch geprüft, ob das sicher funktioniert und zum Beispiel einen Draht abhält, den jemand da reinsteckt. Das ist beim TÜV Süd für das GS-Zeichen auch Teil der Prüfung", sagt Markus Nohe. So gesicherte Steckerleisten verstauben übrigens auch weniger schnell. Im Handel gibt es Mehrfachsteckdosen mit einem eingebauten "Überspannungsschutz". Der soll teure und sensible Elektrogeräten vor Stromspitzen schützen, die etwa nach einem Blitzeinschlag entstehen können. Der Schutz an den Mehrfachsteckdosen reicht aber oft nicht aus, sagt Hans-Hermann Drews vom IFS: "Der Schutz an der Mehrfachsteckdose ist nur sinnvoll, wenn der gesamte Stromkreis in Haus oder Wohnung mit einem Grobschutz ausgestattet ist. Allerdings ist das bei Privathaushalten leider oftmals nicht der Fall". Der Grobschutz ist bei Neubauten ab 2016 Pflicht. Bei älteren Gebäuden kann man nur den Vermieter danach fragen.

Wichtigste Regel: Nicht überlasten

Mehrfachsteckdosenleiste, zum Anschluss von mehreren elektrischen Geräten
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Einfache Rechenaufgabe: Hängen mehrere Geräte an einer Mehrfachsteckdose, darf ihre Gesamtleistung (in Watt) nicht höher sein als die Maximalleistung der Leiste. Die Maximalleistung steht auf dem Typenschild der Steckdose. Sind dort also 3.500 Watt angegeben, sind ein Toaster mit 1.200 Watt, ein Mixer mit 1.000 Watt und ein leistungsfähiger Wasserkocher mit 2.000 Watt schon zu viel, zumindest, wenn sie gleichzeitig laufen. Die Leistung der Geräte steht ebenfalls auf deren Typenschildern. Wird die Mehrfachsteckdose überlastet, müsste eigentlich die jeweilige Sicherung in der Wohnung oder im Haus "rausspringen". Passiert das aus welchen Gründen auch immer nicht, wird die Mehrfachsteckdose heiß und kann im schlimmsten Fall sogar brennen.

Luft schafft Wärme weg

Auch im normalen Einsatz werden die Verteilerdosen und angeschlossene Netzteile warm. Sie gehören daher nicht in Schränke oder hinter Sitzmöbel, wo sich die Wärme im Ernstfall aufstauen kann. Ausreichend Platz schützt die Mehrfachsteckdosen auch vor mechanischen Belastungen, die das Brandrisiko ebenfalls erhöhen. So sollte nicht an der Leitung gezogen werden, die Anschlussleitung zur Leiste sollte nicht an scharfen Möbelkanten oder Türen reiben. "Wenn die Isolation der Leitung oder das Kunststoffgehäuse beschädigt ist, sollte man die Steckdosenleiste auf keinen Fall weiter benutzen. Genauso, wenn es dunkle Verfärbungen im Bereich der Kontakte gibt. Auch das kann einen Brand zur Folge haben", sagt Hans-Hermann Drews. Er weist zudem darauf hin, dass kaputte Steckdosenleisten nicht in den Hausmüll gehören. Die sollten besser zum Wertstoffhof oder zum Händler zurück.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 13. Dezember 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2019, 00:10 Uhr