Umschau-Quicktipp Per App einen Parkplatz finden

Hinweisschild für verschiedene Park Apps an einer Parkuhr. 1 min
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Zwei Wege zum Parkplatz per App

Apps, die Autofahrer zu einem freien Parkplatz führen, basieren auf zwei Methoden. Zum einen gibt es Apps, über die kostenpflichtige Stellplätze in Parkhäusern, auf Parkplätzen oder bei Privatvermietern gefunden werden können. Hier werden Parkplätze also geteilt. Zum anderen funktionieren Apps auf Community-Basis, das heißt, Nutzer der Apps melden frei werdende Parkplätze. Die meisten Apps gibt es für iOS und Android-Betriebssysteme und in der Regel sie sind kostenlos.

Parkplatz-Sharing per App

Tagsüber bleiben besonders in Städten private Parkplätze z.B. bei Unternehmen oder Anwohnerstellplätze ungenutzt. Aber auch Parkhäuser und bewirtschaftete Parkplätze haben oftmals freie Plätze. App-Anbieter wie zum Beispiel ampido, ParkNow, parkonaut oder ParkU helfen, diese freien Plätze wirtschaftlich zu nutzen. Bei ampido, das für private Platzanbieter gedacht ist, registriert man sich als Vermieter, meldet den freien Stellplatz und legt den Mietpreis fest. 30 Prozent davon behält ampido als Gebühr. Autofahrer registrieren sich ebenfalls und bekommen dann freie Parkplätze in ihrer Umgebung sogar mit Foto angezeigt. Die Plätze können dann verbindlich gebucht werden und das sogar im Voraus. Wer als Wohnungsmieter seinen selbst gemieteten Stellplatz anbieten will, der muss seinen Vermieter, der ja der Eigentümer ist, um Erlaubnis fragen. Die Einkünfte aus der Vermietung müssen dann selbstverständlich versteuert werden. Befinden sich die gebuchten Parkplätze in zugangsbeschränkten Tiefgaragen oder Höfen, sendet die App einen Link zum Öffnen oder, wie z.B. ParkU, öffnet den Zugang mit einem QR-Code, der an einer an der Einfahrt angebrachten Box gescannt wird. Einige Apps, wie zum Beispiel Park Now, zeigen auch freie Parkplätze am Straßenrand an.

Die Bezahlung der Parkgebühren erfolgt über die App. Sie entsprechen den ortsüblichen Parkgebühren, die auch ohne Nutzung einer App anfallen. Mit der App ist es auch möglich, die Parkzeit durch Nachlösen zu verlängern. Die Zahlung selbst funktioniert dabei über die Telefonrechnung, Lastschrift oder Kreditkarte, bei manchen Apps auch über PayPal.

Nutzerbasierte Park-Apps

Eine Frau hält einen Parkplatz besetzt
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Wer eine Parklücke am Straßenrand sucht, sollte sich bei Community basierten Apps anmelden. Diese Apps, wie z.B. parkTag, erkennen aufgrund eines Algorythmus, der auf dem Smartphone im Hintergrund läuft, wann die Nutzer abfahren oder ankommen und melden den frei gewordenen Parkplatz in der App. Die Nutzer bekommen den Platz dann angezeigt und können sich von der App auch dorthin navigieren lassen. Damit nicht zu viele Suchende zu einem freien Parkplatz fahren, vergibt die App für die Nutzung, also auch für das Melden freier Plätze, Punkte. Freie Parkplätze werden dann zuerst Nutzern mit vielen Punkten angeboten. Andere sehen die freien Plätze gar nicht in der App.

Parkplatzvermittlung per App als Serviceleistung

Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit, sich per App gegen Gebühr einen Parkplatz vermitteln zu lassen. Park and Joy, betrieben von der Telekom, ist so eine App. In verschiedenen Tarifstufen navigiert die App ihre Nutzer zu Parkplätzen. Dazu gibt man beim Start des Wagens das Ziel ein und die App sucht dann das Gebiet in der Umgegend des Ziels, in dem die Chance, einen Parkplatz zu finden, am größten ist. Dazu werden  neben Algorithmen auch smarte Sensoren genutzt, die in den Straßenbelag eingebracht sind und freie Parkplätze melden. Die von den jeweiligen Städten festgelegten Parkgebühren können auch bequem über die App gezahlt werden. Park and Joy ist schon in über 60 Städten, auch im Ausland, nutzbar.

Relativ neu sind Angebote von Autoherstellern, bei denen Gebiete mit der größten Wahrscheinlichkeit auf einen freien Parkplatz gleich über das Navigationssystem des Wagens angezeigt werden. Dabei werden aktuelle Informationen von Verkehrsdatenanbietern genutzt, die sogenannte historische Daten (wann z.B. in der Vergangenheit wo wenig los war) und Echtzeitdaten zur gegenwärtigen Verkehrslage verknüpft und daraus die Chance berechnet, einen freien Parkplatz zu finden.

Wo steht mein Auto?

Wer sich partout nicht merken kann, wo er sein Auto abgestellt hat, für den gibt es Apps wie ParKing oder Find my Car. In den Apps markiert der Nutzer den Standort des Autos beim Parken. Die App navigiert einen dann wieder zum Wagen. Auch die Park-Historie kann man sich anzeigen lassen.

Fazit

Apps zur Parkplatzsuche eignen sich hauptsächlich zur Nutzung in Großstädten. Verlässt man sich bei der Suche nach einem Stellplatz auf community-basierte Apps, entscheidet die Nutzerzahl und -intensität über die Chance, einen Parkplatz zu finden.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 20. September 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 00:10 Uhr