Auf einem Tablet-PC werden die Funktionen eines Smarthauses überwacht. Auf einem Grundriss liegen Kameras und andere Geräte.
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Einbruchschutz So sichern Sie Haus und Wohnung vor Einbrechern

Ein Einbruch ist der größte Horror für Mieter und Wohnungseigentümer. Mehr und mehr Menschen vertrauen daher Technik, wenn es um den Einbruchschutz in den eigenen vier Wänden geht. Was wirklich sinnvoll und rechtlich zulässig ist, erklärt Experte Marco Ammer.

Auf einem Tablet-PC werden die Funktionen eines Smarthauses überwacht. Auf einem Grundriss liegen Kameras und andere Geräte.
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Einbruch verhindern

Alle vier Minuten wird in Deutschland eingebrochen: in Wohnungen, in Häuser. Allein in Leipzig wurden im Jahr 2017 insgesamt 1418 Einbrüche registriert. Einige davon hätten mit der richtigen Sicherheitstechnik vielleicht verhindert werden können. Die Palette beginnt bei klassischen Alarmanlagen und Bewegungsmeldern und reicht bis zu hochauflösender Kameratechnik, die auch nachts gestochen scharfe Bilder garantiert.

Alarmanlagen

Idealerweise sind Haus oder Wohnung so gut gesichert, dass Einbrecher gar nicht erst hineinkommen. Gute Türschlösser und sichere, am besten abschließbare Fenster sind dabei die erste Hürde. Alarmanlagen basieren auf verschiedenen Systemen, werden daher unterschiedlich eingebaut und aktiviert. Die Auswahl ist dementsprechend schwierig.

Fenstersicherung

Alarmanlage an Eingangstür
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Alarmanlagen können bereits an Fenstern und Türen ansetzen und idealerweise schon anschlagen, wenn versucht wird, in die Räume einzudringen. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Systeme. Einige sichern die Fassade und die sogenannte Außenhaut des Hauses. Andere die Innenräume. Bei den Anlagen, die die Fassade überwachen, werden zum Beispiel Magnetkontakte an den Fenstern angebracht. Bei aktivierter Alarmanlage wird unbefugtes Öffnen gemeldet. Ist die Alarmanlage aktiviert, können sich die Bewohner weiterhin im Gebäude aufhalten.

Luftdruck und Infraschall

Anlagen, die auf Luftdruck-Veränderungen und Infraschall-Geräusche reagieren, schlagen Alarm, sobald jemand versucht, in das Haus oder die Wohnung einzudringen. Bei dem Versuch ein Fenster aufzuhebeln, eine Tür aufzubrechen oder Scheiben zu zerstören, wird eine Kombination aus einer Luftdruckwelle und einer Infraschallwelle durch die Wohnräume geschickt. Genau darauf reagiert das Gerät und die Sirene ertönt. Auch hier wird also versucht, das Eindringen in Haus oder Wohnung so schwer und unangenehm wie möglich zu machen.

Bewegungsmelder

Bewegungsmelder setzen einen Schritt später an. Hier befinden sich die Einbrecher bereits in den Wohnräumen. Dabei werden sie nun allerdings von Bewegungsmeldern erfasst und es wird Alarm ausgelöst. Um ein Haus oder eine Wohnung umfassend zu schützen, müsste in jedem Zimmer ein Melder installiert werden. Bei aktivierter Alarmanlage ist ein Betreten nun unmöglich.

Videoüberwachung

Eine Video-Überwachungskamera an einer Hauswand.
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Videokameras können bereits abschreckend wirken, zum Beispiel wenn sie gut erkennbar am Haus hängen. Allerdings setzen sie keine Signale ab wie Alarmanlagen. Das heißt, wenn Einbrecher die Überwachungsanlagen übersehen oder auch bewusst ignorieren, können sie dennoch einsteigen und sich auch im Haus oder in der Wohnung aufhalten.

Moderne Kameraanlagen lassen sich mit dem Heimnetzwerk verbinden und können auch Livebilder auf das Handy schicken. Das heißt, sollte tatsächlich ein Einbruch stattfinden, wird der Hausbesitzer darüber informiert und kann die Polizei alarmieren.

Bei Überwachungskameras ist es wichtig, sie an den richtigen Stellen anzubringen. Es bringt nichts, wenn die Kamera zwar gut sichtbar an der Wand hängt, aber dann nur gegen einen Baum filmt. Idealerweise sind die Blickwinkel der verschiedenen Geräte aufeinander abgestimmt, so dass ein "Rundum-Blick" entstehen kann. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Kameras auch für Außenbereiche geeignet sind, wenn man sie draußen verwenden möchte. 

Dabei muss beachtet werden, dass gut sichtbar informiert wird, dass auf dem Grundstück oder in der Wohnung gefilmt wird. Dafür genügt zum Beispiel ein Hinweisschild mit der Aufschrift: "Achtung, dieser Bereich wird videoüberwacht."

Beratung

Um herauszufinden, welche die besten Maßnahmen zum Schutz der eigenen vier Wände sind, kann ein Informationsgespräch mit der Polizei helfen. In einigen Bundesländern kann man einen Vor-Ort-Termin vereinbaren und am Objekt besprechen, welche Schutzmöglichkeiten geeignet sind. Je nachdem, was dann umgesetzt werden soll, kann auch ein Blick in den Förderkatalog der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) helfen. Einige Geräte zum Einbruchschutz, zum Beispiel manche Alarmanlagen oder Türklingelvideoüberwachung, sind nämlich förderfähig.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 19. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 10:00 Uhr