Hohe Temperaturen Hitzewelle beeinträchtigt Stromversorgung nicht

Es ist seit Tagen richtig heiß in Deutschland und so schnell wird es auch nicht kühler werden. Temperaturen bis zu 42 Grad beeinflussen nicht nur uns Menschen. Auch die Stromversorgung kann von Hitze beeinflusst werden. In Niedersachsen hätte man ein Atomkraftwerk vom Netz nehmen müssen, wenn sich die Temperaturen weiter erhöht hätten.

von Theresa Liebig, MDR AKTUELL

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Kernkraftwerks Grohnde in der Gemeinde Emmerthal (Niedersachsen)
Das Atomkraftwerk in Grohnde in Niedersachsen wird mit dem Wasser der Weser gekühlt. Wegen der weiter steigenden Temperaturen hätte es beinahe vom Netz genommen werden müssen. Bildrechte: dpa

Das Kernkraftwerk Grohnde steht in der Nähe von Hameln, in Niedersachsen. Dessen Reaktor wird durch das Wasser in der nahe gelegenen Weser gekühlt. Nach der Kühlung des Meilers wird das Wasser dann wieder in den Fluss geleitet. Falls sich die Wassertemperatur der Weser auf mehr als 26 Grad erhitzt hätte, wäre das Kraftwerk vom Netz genommen worden.

Am Freitagnachmittag gab es allerdings zunächst Entwarnung. Das Umweltministerium Niedersachsen teilte MDR AKTUELL mit, dass sich die Weser langsamer erhitzte als erwartet und man das Kraftwerk voraussichtlich nicht vom Netz nehme. Es werde minütlich geprüft, ob sich die Wassertemperatur den 26 Gard annähere. Dieses Kühlverfahren sei typisch für Atomkraftwerke.

Halle setzt auf Fernwärme

In Mitteldeutschland steht kein Atomkraftwerk. Und auch zwei Kraftwerke in Halle funktionieren anders, wie Hans-Ulrich Thiel, der Leiter der Kraftwerke, erklärt. Dort werde Strom und Wärme immer gleichzeitig erzeugt und genutzt. Die sogenannte Fernwärme komme aus dem Rücklauf ins Kraftwerk und werde aufgeheizt.

Das ist ein Wasserkreislauf. Wir heizen Wasser auf und dann brauchen wir keine andere Kühlung.

Hans-Ulrich Thiel, Leiter der Kraftwerke in Halle

Die Kühlung funktioniert also wie ein eigenständiger Kreislauf, unabhängig von Wettereinflüssen. Auch ein Sprecher des Kraftwerks Lippendorf bei Leipzig sagte auf Nachfrage von MDR AKTUELL, dass es keine Probleme bei der Stromversorgung gebe. 

Auch Wind- und Solarenergie betroffen

Trotzdem besteht ein Zusammenhang zwischen Stromproduktion und Hitze. Zumindest Solaranlagen und die Windenergie würden durch hohe Temperaturen beeinflusst, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mitteilt. Demnach nehme die Leistung von Solaranlagen bei steigender Hitze aus technischen Gründen ab.

Zudem weht auch insgesamt weniger Wind, wenn es heiß ist. Der Grund: Lang anhaltende Hitze-/Trockenperioden gehen meist auch mit lang anhaltenden Hochdruckwetterlagen einher. Bei diesen Wetterlagen kommt der Wind praktisch zum Erliegen und die Windräder produzieren weniger Strom.

Mitteldeutsche Stromversorgung gesichert

Allerdings bestätigen auch hier stichprobenartige Nachfragen bei regionalen Energieversorgern: Aktuell gibt es keine Probleme mit der Stromversorgung. Und solange Strom produziert werde, sei auch der Transport über Fernleitungen gesichert, sagt Maxi Rudolph, Pressesprecherin bei  Mitnetz Strom, einem der größten Netzbetreiber in Mitteldeutschland.

Die Stromversorgung ist stabil. Die Netze der Mitnetz Strom sind auf die Wärme ausgelegt.

Maxi Rudolph, Pressesprecherin beim Netzbetreiber Mitnetz Strom

Zudem werde konstant überprüft, ob mit den Leitungen oder Kabeln etwas nicht stimme. Es bestehe allerdings das Risiko, dass diese Fernleitungen durch brennende Felder beschädigt würden. Das sei bislang allerdings nicht vorgekommen, sagt Maxi Rudolph.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Juli 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2019, 05:00 Uhr

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2 Kommentare

27.07.2019 13:48 Querdenker 2

Zitat: „Demnach nehme die Leistung von Solaranlagen bei steigender Hitze aus technischen Gründen ab.“

Stimmt, ist aber ein nicht so wichtiger Aspekt. Wenn die Sonne viel scheint, produziert die Solarenergie trotzdem relativ viel Strom. Kann man sich unter „energy-charts power Stromproduktion“ anschauen.

27.07.2019 11:10 Auf der Sonnenseite des Lebens 1

"Wegen der weiter steigenden Temperaturen hätte es beinahe vom Netz genommen werden müssen. "

da seht ihr mal wie gefährlich diese AKW´s sind.

besser heute wie morgen müssen diese abgeschaltet werden.
Sicherlich wird das eine nationale Kraftanstrengung, aber letztendlich kommt das uns allen zu gute.