Veraltete Software Alte Programme auf Windows 10 zum Laufen bringen

Anfang des Jahres hat der Software-Hersteller Microsoft die Unterstützung für das Betriebssystem Windows 7 offiziell eingestellt. Computernutzer sollten deshalb eigentlich schon längst zu einem aktuellen Betriebssystem wie Windows 10 gewechselt haben. Doch das fällt nicht immer ganz leicht. Denn manchmal versagen auch lieb gewonnene Programme unter Windows 10 den Dienst. Mit ein paar Tricks kann man sie dort aber oft doch noch zum Laufen bringen.

Immerhin: In den allermeisten Fällen klappt der Umstieg auf Windows 10 vergleichsweise unproblematisch, sagt Hajo Schulz vom Computermagazin c’t.

"Als grobe Daumenregel kann man schon sagen: Software, die unter Windows 7 gelaufen ist, die wird auch unter Windows 10 laufen."

Zumindest dann, wenn die Programme auch tatsächlich für Windows 7 programmiert wurden. Schwierigkeiten gibt es allerdings oft bei Programmen, die aus noch älteren Zeiten kommen.

Alte Programme starten nicht

Manche Unternehmen und auch ältere Computernutzer haben tatsächlich noch lieb gewonnene Programme oder Spiele aus den Zeiten der allerersten Windows-Generation oder gar aus MS-DOS-Zeiten auf ihrem Computer.

Diese starten auf neuen Windows 10-Rechnern oft nicht mehr, weil sie für eine uralte Generation von Computerprozessoren geschrieben wurden, die so genannten 16-Bit-Prozessoren, erklärt die Leipziger Informatikerin Denise Arnold.

"Also 16-Bit-Programme, da kann man davon ausgehen, dass sie etwa aus den 90er Jahren stammen. Und dann auch auf Rechnern liefen, die mit heutigen Rechnern gar nicht mehr zu vergleichen sind. Ja, sie sind dann ja auch schon fast 30 Jahre alt."

Unterstützung für 16-Bit eingestellt

Inzwischen sind 64-Bit-Prozessoren Standard. Und beim Wechsel auf diese Prozessorengeneration hat Microsoft in seinen Betriebssystemen die alten 16-Bit-Zöpfe abgeschnitten und die Unterstützung für solche Software eingestellt. Mit kostenlosen Hilfsprogrammen lassen sich aber auch solche Programme oft noch zum Laufen bringen.

Für MS-DOS-Programme geht das mit der Software „DOSBox“. Für alte Windows-Programme empfehlen sich „Virtualbox“ oder der „VMware Player“. Diese Programme bilden auf dem eigenen Rechner vereinfacht gesagt einen älteren Computer nach. In einem kleinen Programmfenster kann man dann ältere Betriebssysteme wie Windows 98, Windows XP oder Windows 7 laufen lassen.

IBM PC 5150
So sah der erste persönliche Computer - kurz PC - aus. Damals noch ohne Windows 10. Bildrechte: imago/teutopress

"Virtueller PC" heißt die Lösung

Auf dem Computer läuft dann quasi ein zweiter, virtueller PC und auf dem installiert Denise Arnold jetzt ein altes Musik-Programm.

„Das ist schon ein bisschen älter und hat auch unter Windows 10 ganz schön Probleme.“ – „Na dann!“ – „Starten wir mal das Setup!“

Ein paar Augenblicke später ist es dann soweit.

„Im Windows-Menü zeigt er jetzt unter 'Neue Programme' hell hinterlegt unseren ChordPro-Manager. Und jetzt ist unser Programm geöffnet und wir können es jetzt benutzen.“

Passende Lizenzen benötigt

Das Betriebssystem für den virtuellen PC müssen die Nutzer allerdings in der Regel selbst in der virtuellen Maschine installieren. Dafür brauchen sie eine passende Installations-CD – beispielsweise von einem alten PC und außerdem den passenden Produktschlüssel und die Lizenz für diese zweite, zusätzliche Windows-Installation, sagt c’t-Experte Hajo Schulz.

Wenn man die [Lizenz] noch hat, ist das okay. Wenn nicht, begibt man sich zumindest in eine rechtliche Grauzone.

Hajo Schulz, Computermagazin c’t

Wer alte Software zum Laufen bringen möchte, sollte allerdings Geduld mitbringen. Bis alles läuft, sind manchmal unerwartete Probleme zu bewältigen. Hilfe bieten Tutorials und Anleitung im Internet – und auch verschiedene Technik-Foren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Februar 2020 | 05:00 Uhr

5 Kommentare

Ullrich vor 23 Wochen

Falsch - diese Möglichkeit gibt es sehr wohl mittlerweile bei Windows 10.
Wer bei Windows 7 oder älter bleibt hat ein erhebliches Sicherheitsrisiko - ist also technisch nicht auf der Höhe!

Strafrechts-Profit-eur vor 23 Wochen

Windows 10 ist ein Betriebssystem, dass schon aufgrund der fehlenden Möglichkeit, automatische Updates zu verhindern, auf keinem Rechner etwas zu suchen hat.

Erst kürzlich hat ein Update jede Menge Schaden angerichtet. Es wurde zurückgenommen. Plötzlich ist ein sofortiges neues Update auch nicht so dringend.

Wer von Windows 7 auf Windows 10 umsteigt, der ist offensichtlich technisch nicht ganz auf der Höhe.

Anstatt sich vor den Karren von Microsoft zu spannen, hätte die Politik bei den Softwarefirmen, konkret bei Microsoft die Daumenschrauben anziehen müssen.

August vor 23 Wochen

Für Uraltrechner wie Amiga C64 heissen diese Programme Emulatoren die zum Beispiel Windows 10 dan zum Uraltrechner dekradieren. Das Windows Problem
sind die alten 32Bit Versionen wo die Software bei den heutigen 64Bit Versionen
unwiederbringlich unbrauchbar wird. Auch die virtuellen Windowsaltversionen unterfordern moderne Rechner sodas sie sich aufhängen. Die Windowsversionen werden den Rechnern angepasst sodas immer die neuste Software erforderlich ist Kaufen heist die Devise nicht Horten Hacker leben von dem Geitz der User.