Ein Frau fährt auf einem E-Tretroller auf einem Fahrradweg.
Seit 15. Juni 2019 sind die Zulassungsregeln für E-Tretroller in Kraft. Daneben gilt wie für andere Fahrzeuge eine Versicherungspflicht. Bildrechte: dpa

Was E-Scooterfahrer beachten müssen Haftpflichtversicherung für E-Scooter ab 60 Euro

Die Versicherungswirtschaft weist auf die Notwendigkeit einer Kfz-Haftpflichtversicherung für E-Scooter hin. Sonst dürfe man mit den elektrischen Tretrollern nicht auf der Straße fahren. Tipps zur Versicherung und zu den Zulassungsregeln.

Ein Frau fährt auf einem E-Tretroller auf einem Fahrradweg.
Seit 15. Juni 2019 sind die Zulassungsregeln für E-Tretroller in Kraft. Daneben gilt wie für andere Fahrzeuge eine Versicherungspflicht. Bildrechte: dpa

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat auf die Notwendigkeit einer Versicherung beim Fahren mit einem E-Scooter hingewiesen. GDV-Sprecher Henning Engelage sagte MDR AKTUELL, die allgemeine Kfz-Haftpflichtversicherungspflicht gelte auch für E-Tretroller. Ohne dürfe man mit die Elektroflitzer nicht auf der Straße fahren.

Seit 15. Juni können die Tretroller zugelassen werden. Fachhändler und Discounter haben verschiedene Modelle im Angebot, auch im Internet werden die Flitzer verkauft. Doch neben den technischen Voraussetzungen für eine Betriebserlaubnis ist auch eine Versicherung nötig. Der E-Scooter-Halter bekommt dann eine Versicherungsplakette, die auf den E-Roller geklebt wird.

Was sollte man absichern?

Die Basisversicherung kostet rund 60 Euro. Mit einer Teilkaskoversicherung werden es etwa 90 Euro im Jahr. Michael Wortberg, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale, empfiehlt eine Versicherung bis zu einer Schadenssumme von mindestens 100 Millionen Euro.

Wenn ich mit einem Scooter einen Lkw zum Auszuweichen zwinge, der vielleicht noch Gefahrguttransporter ist und dann noch in ein Haus reinknallt, dann bin ich bei vielen Millionen Schaden, der dann abgesichert sein sollte.

Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale

Sparen lässt sich Wortberg zufolge bei Zusatzangeboten. Verzichtbar sei etwa eine Absicherung gegen Risiken wie Kollisionen mit Fährschiffen. Auch das werde angeboten.

Minderjährige mit Vollmacht dürfen Versicherung abschließen

Versichert wird wie beim Auto oder Motorrad der Halter des Scooters. Mit einer Vollmacht dürfen das auch schon 14-Jährige. Neben dem Halter dürfen dann auch weitere Personen den Roller nutzen, erläutert Versicherungsexperte Engelage.

Auch Unternehmen, die E-Scooter verleihen, müssen ihre Roller entsprechend versichern. Voraussetzung ist eine Allgemeine Betriebserlaubnis. Die müssen die Hersteller beim Kraftfahrtbundesamt einholen. Die Verordnung dazu ist seit 15. Juni in Kraft.

Wer einen Scooter kauft, sollte genau hinschauen, ob der Roller eine Betriebserlaubnis hat. Sonst darf man den Roller nur auf privatem Gelände nutzen oder riskiert auf der Straße ein Bußgeld von 70 Euro.

ADAC mahnt zur Anpassung der Verkehrserziehung

Der Autofahrerclub ADAC warb zum Start der E-Tretroller für mehr Rücksicht im Verkehr. Das gelte insbesondere für Autofahrer, sagte ADAC-Vize Gerhard Hillebrand. Es gelte aber auch für die E-Scooter-Nutzer mit Blick auf Fußgänger. Verkehrserziehung und die Ausbildung von Fahranfängern müssten entsprechend angepasst werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Juni 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2019, 11:45 Uhr

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10 Kommentare

19.06.2019 10:44 Sigg 10

@ 5 auf dem Fußweg gleich garnicht, es sind Kinderwagen / Rollador / Kinder / ältere Bürger /
Rollstuhl unterwegs wie soll das dann gehen wenn die noch dazu kommen , geht nicht die Gefahr ist sehr hoch , wer nimmt Rücksicht ??

18.06.2019 12:59 Querdenker 9

Andere Länder haben schon einschlägige Erfahrungen mit den E-Rollern.

siehe „handelsblatt Die USA haben immer mehr Tote durch E-Roller zu beklagen“

Zitat: „ … als er einen kleinen Hubbel auf der Straße übersah und „wie eine menschliche Rakete“ von seinem Roller abhob, ...“

Durch die kleinen Räder sind schon kleine Steine ein Problem.

siehe „faz Elektro-Roller kämpfen in den USA mit Widerstand“

Zitat: „… in Nashville wurden die Roller per Unterlassungsanordnung gestoppt, in einigen Städten wurden sie beschlagnahmt.“

Um flächendeckend in Städten Tempo 30 einzuführen, können die E-Roller dann ggf. als Argument dienen. Die E-Roller-Fahrer kämpfen dann sozusagen ganz vorne an der „grünen Front“. Natürlich ohne Helmpflicht.

18.06.2019 12:54 Querdenker 8

@Thorsten Bund

Die haben ein kleines Nummernschild wie Mofas, soweit ich weiß.

18.06.2019 09:07 Thorsten Bund 7

Ich frage mich woher man sehen will ob der Roller versichert ist oder nicht. Ich denke daran das zb ein Schaden durch ein Roller verursacht wird und der jenige läßt den Roller liegen und haut ab oder hat mit Roller ab. Wie will man da den ausfindig machen ohne Nummernschild wie bei Mofa und so. Und Steuern für Fahrradfahrer ist OK warum nicht und auch da sollte ein Kennzeichen Pflicht sein sage nur rote Ampeln keine vorfahrts Regeln beachten und und und

17.06.2019 22:51 Jörg 6

Na das nennt man finanzielle Absicherung der Versicherungen gute Einnahmen ist aber richtig so warum geht das bitte nicht mal endlich beim Fahrrad sagen wir 20 Euro im Jahr .so könnte man Sünden der Radfahrer vorrallem der uneinsichtigen rot ignorieren und was interessiert mich stvo ich mach und fahre wie ich will durch Nummer am rad habhaft werden.

17.06.2019 22:21 Gerd Müller 5

Für mich gehören die Dinger auf den Fußweg und nicht auf die Straße. Aber so verdient der Staat und die Versicherungen, wie immer.
Die kleinen Räder sind die größte Gefahr für Unfälle, dann bei den Straßen!!!
Es wird nicht lange dauern und die ersten Toden sind zu beklagen. Danke an die weitsichtigen Politiker.

17.06.2019 13:14 Bundesbürger 4

@2 Querdenker: Ihrem Kommentar ist leider nichts hinzuzufügen! Es spiegelt die allgemeine und sehr bedauerliche Entwicklung in unserem Land wieder, Verflachung und (gewollte?) Verblödung! Fahren sie mal mit einem Zug und es gibt kleine Probleme z.Bsp. mit den nächsten Anschlusszügen. Es ist unglaublich wie viele, trotz Smartphone hilflose "Pflegefälle" mittlerweile unterwegs sind.

17.06.2019 12:59 Stefan 3

naja klasse die ersten feinen Unfälle gab es ja nunmehr bereits es werden schöne weitere klasse Unfälle passieren, KH. freut sich auf neue Patienten und die KK. bestimmt auch noch dazu, wollen wir sehr hoffen uns selber betrifft es nicht, wunderbare entscheidungen wo andere mit dem gepanzerten Auto unterwegs sind ,

17.06.2019 11:45 Querdenker 2

Zitat: „Sparen lässt sich Wortberg zufolge bei Zusatzangeboten. Verzichtbar seien für viele Risiken wie Kollisionen mit Fährschiffen.“

Was für ein „wichtiger“ Hinweis vom „Versicherungsexperten“ der Verbraucherzentrale.

Hätte mal lieber auf den Ausschluss von Vorsatz und Regress und das nicht erlaubte Fahren auf dem Fußweg eingehen sollen.

Hat der wenigstens selber eine Versicherung für seine Ratschläge?

17.06.2019 09:52 Anton 1

Wozu braucht man sie? Es gibt doch schon Fahrräder, reicht das nicht? Fahrrad ist auch viel gesunder, da man mit Muskelkraft fährt und nicht mit umweltschädlichen Akku! Zwar wird Energie auch bei Fahrrad nicht vom Himmel, ein Fahrräder nimmt diese Energie aus der Speise, dadurch isst er mehr und stosst mit Atem mehr CO2... Kostenlos gibt es nichts...