Ein Mitarbeiter der Deutschen Telekom mit Glasfaserkabeln
Echte Mitarbeiter sind mit einer Telekom-Jacke ausgestattet. Das Telekom-Zeichen muss klar zu erkennen sein. Bildrechte: imago/bonn-sequenz

Betrugsfälle auch in Sachsen Vorsicht vor falschen Telekom-Mitarbeitern

Derzeit sollen falsche Telekom-Mitarbeiter unterwegs sein. Es handelt sich um Betrüger, die vorgeben, Kunden zu werben oder Anschlüsse zu prüfen. Sie wollen ins Haus gelangen. Wie gehen die Betrüger vor? Woran sind sie zu erkennen?

von Constanze Müller, MDR AKTUELL

Ein Mitarbeiter der Deutschen Telekom mit Glasfaserkabeln
Echte Mitarbeiter sind mit einer Telekom-Jacke ausgestattet. Das Telekom-Zeichen muss klar zu erkennen sein. Bildrechte: imago/bonn-sequenz

Mal ist es eine Störung, die dringend behoben werden muss. Mal geht es um einen neuen Tarif für schnelleres Internet und ein Telekommitarbeiter steht vor der Tür. Nur nicht immer ist dieser wirklich ein Vertriebler des Unternehmens. Betrüger haben so schon bundesweit versucht, in Häuser und Wohnungen zu gelangen.

Betrüger sind nicht immer gleich zu erkennen

Nach Informationen von MDR AKTUELL sollen nun auch Fälle in Sachsen aufgetreten sein. Sich als Mitarbeiter großer Unternehmen auszugeben, ist typisch für Betrüger, erklärt Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Bekannte, seriös arbeitende Unternehmen sind dort eine besonders gute Masche, um die Leute dazu zu bewegen, die Haustür aufzumachen und vermeintliche Produkte abzukaufen. Die Betrüger haben es wahrscheinlich auf die Kreditkartendaten abgesehen und wollen mehr Informationen."

In einigen Fällen sollen auch Wertgegenstände entwendet worden sein. In anderen Fällen wurden Wohnungen für spätere Einbrüche ausgekundschaftet. Anzeigen liegen bei der Polizei in Mitteldeutschland momentan nicht vor. Doch die Betrüger fallen auch nicht immer gleich auf. Denn es gibt Mitarbeiter, die im Auftrag der Telekom unangekündigt klingeln. Sie gehören zum Subunternehmen Ranger und dürfen Produkte und Tarife verkaufen.

Echte Mitarbeiter tragen Telekom-Jacken

Technik prüfen, anschließen und reparieren machen echte Vertriebler der Telekom aber nie. Das geht nur mit Termin. Zudem gibt es nach jedem Vertragsabschluss bei einem Vertriebler immer einen Anruf des Unternehmens im Nachhinein, um die Daten abzugleichen. Im Zweifelsfall muss der Kunde aber vorher entscheiden, wen er in sein Haus oder seine Wohnung lässt.

Telekom-Sprecher Georg von Wagner rät deshalb, auf Folgendes zu achten: "Die Ranger, die für uns arbeiten, erkennt man daran, dass sie mit einer Telekom-Jacke ausgestattet sind. Man erkennt das Telekom-Zeichen, das T. Man erkennt auch den Dienstausweis, der an dieser Jacke hängen muss. Wenn sie als Kunde der Telekom an der Haustür angesprochen werden und das nicht wünschen, dann geht der auch."

Nachfragen bei der Telekom empfohlen

Selbst wenn Verhalten und Erscheinung passen, rät Stefanie Siegert keinerlei Dokumente auszufüllen und weitere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen: "Dann würde ich das Unternehmen direkt noch einmal anrufen und fragen: Haben sie gerade Vertriebler draußen, die Verträge abschließen an der Haustür?" Das geht auch bei der Telekom. Telefonisch können da die Daten der Dienstausweise durchgegeben werden, um zu erfahren, ob der Mitarbeiter wirklich zum Unternehmen gehört.

Erhärtet sich dann der Betrugsverdacht, sollte Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Das gilt übrigens auch, wenn jemand bereits vermeintliche Verträge abgeschlossen oder Daten angegeben hat und erst im Nachhinein an der Echtheit des Vertrieblers zweifelt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2018 | 05:49 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2018, 05:00 Uhr

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8 Kommentare

09.03.2018 11:38 Manni W. 8

Hallo Leute,

man sollte die Kirch im Dorf lassen.

Schlecht recherchiert und teilweise falsch dargestellt. Unbrauchbar für den Verbraucher der geschützt werden soll.

Wenn im Beitrag gesagt wird: Es "soll" bereits schon zu Diebstählen und Einbrüchen gekommen sein. Dann ist das spekulativ.

Ich erwarte von einem seriösen Sender auch seriöse Berichterstattung.

Gruß
Manni W.

09.03.2018 07:37 Ralf KH 7

Bei mir war auch ein undurchsichtiger Kollege mit Telekom Jacke und Ausweis daran. Wollte mir einen Gasvertrag aufschwatzen, da habe ich ihn rausgeschmissen.

08.03.2018 18:24 Kritischer Bürger 6

Eine Rechtsfrage: Kommt solch T.-Krümmel ins Grundstück habe ich einen alten Stall wo mal 2 Schweinchen drin waren. Heute ungenutzt. Ich würde da dann gleich die Polizei benachrichtigen über diesen Betrüger. Kann ich diesen T.-Krümmel dann dort im Schweinestall solange einsperren bis die Polizei kommt? Habe ja im Prinzip verhindert das dieses T.-Krümmel weitere Betrügereien verüben konnte. Wenn natürlich der Polizei nach Benachrichtigung erst in einer gewissen Zeit kommt kann ich doch nichts dafür, oder?

08.03.2018 17:30 elu99 5

hallo, am 28.02.2018 waren 2 so Kumpels bei mir auf dem Dorf, wollten mir einreden, sie hätten bei uns Glasfaserkabel verlegt. Dann wollten sie wissen, was ich für einen Router oder Fritz-Box habe und wollten ihn sehen.
Da ich die "Nachtigall trapsen hörte" rief ich gegen 15 Uhr gleich die Polizei an und zeigte die Sache an.
Nachfrage meinerseits nach 1 Stunde, sie hatten keine Besatzung frei und wussten auch von nichts!!
Gute Arbeit Kollegen!!

08.03.2018 11:31 Markus 4

Bei Telekom gibt es aber ein Problem: wenn man Kundendienst anruft, weiß normalerweise keiner etwas. D.h. es kann doch ein echter Mitarbeiter sein, aber Kundendienst sagt, sie haben niemand geschickt. Es kann auch umgekehrt sein. Telekom ist eine äußerst undurchsichtige Firma. Deshalb benutzen die Betrüger Telekom als Schirm.

08.03.2018 10:57 Bitte etwas genauer... 3

Bitte geben Sie im Artikel die Telefonnummer an, die man im Zweifel anrufen soll.

08.03.2018 10:48 Konrad vom Berg 2

Da kann ich nur jedem das Buch vom Kriminalrat a.D. Lothar Schirmer aus Magdeburg empfehlen: "Die Tricks der Gauner und Ganoven". Das dürfte gut angelegtes Geld sein.

@ MDR
Werbung, welche andere Menschen vor Schaden bewahrt, dürfte doch erlaubt sein? Weiterhin ist Herr Schirmer ja auch schon mal in einer MDR Talkshow aufgetreten.

08.03.2018 09:37 Manfred 1

"Die Ranger, die für uns arbeiten, ..."
Hat die Telekom nun ein eigenes Revier oder warum spricht man hier von Ranger? Ranger bedeutet im Deutschen so viel wie Schutzgebietsbetreuer, vielleicht daher der Name?