Ein alter Röhrenfernseher steht auf einem Tisch.
Wer einen alten Röhrenfernseher hat und sich nicht rechtzeitig einen Digital-Receiver besorgt, muss bald mit einem schwarzen Bildschirm rechnen. Bildrechte: imago/Niehoff

Millionen Haushalte betroffen Analoges Kabelfernsehen wird abgeschaltet

Einige Fernseher könnten bald schwarz bleiben. Es gibt nämlich mal wieder eine technische Umstellung. Im vergangenen Jahr wurde der Antennen-Empfang auf das so genannte DVB-T2 Format umgestellt. Jetzt geht es um das Kabel. Da werden in Sachsen bald nur noch digitale Signale gesendet. Was bedeutet das? Welche Folgen hat das für die Nutzer?

von Stephan Zimmermann, MDR AKTUELL

Ein alter Röhrenfernseher steht auf einem Tisch.
Wer einen alten Röhrenfernseher hat und sich nicht rechtzeitig einen Digital-Receiver besorgt, muss bald mit einem schwarzen Bildschirm rechnen. Bildrechte: imago/Niehoff

Das analoge Kabel-Signal wird abgeschaltet. In Zukunft kommen Fernsehen und Radio nur noch digital durch die Leitung. Aber viele werden die Veränderung kaum bemerken. Denn die meisten Kabelkunden schauen jetzt schon digital. 

Alte Röhrenfernseher funktionieren nicht digital

Wie man das merkt? Das ist eigentlich ganz einfach, erklärt Heike Koring vom Kabelnetzbetreiber Vodafone: "Wer in seiner Senderliste die digitalen Fernsehsender One, ZDF Neo oder Tagesschau 24  sieht, kann eigentlich davon ausgehen, dass er digitales Fernsehen empfängt. Denn das sind rein digital verbreitete Sender."

Die meisten neueren Flachbildfernseher können mit digitalen Signalen umgehen. Es sind eher die alten Röhrengeräte, die nur die analoge Technik beherrschen. In diesem Fall müssen die Verbraucher laut Koring nachrüsten: "Wer sein altes Röhrengerät weiter nutzen möchte,  der kann sich bei Vodafone oder im Fachhandel einen Digital-Receiver besorgen, einen so genannten DVB-C-Empfänger. Oder er kann sich einen neuen Fernseher beschaffen, wo so ein Gerät bereits eingebaut ist."

Alle TV- und Radio-Programme auch künftig verfügbar

Ähnlich ist die Lage beim Radio. Das wird auch per Kabel verbreitet. Im Zweifelsfall braucht die Stereoanlage jetzt ebenfalls einen Digital-Receiver. Solche Geräte sind für das Radio und für das Fernsehen ab etwa 20 Euro zu haben. Aber außer der Technik bleibt alles beim Alten, sagt Koring von Vodafone: "An dem Angebot im Kabelnetz ändert sich nichts. Alle Programme, die jetzt im Netz so sind, werden auch zukünftig so verfügbar sein."

Ein Punkt ist aber noch zu beachten. Am Tag der Umstellung kann es beim Fernsehen und beim Internet Probleme geben, wenn das über das Kabel läuft: "Immer im Zeitfenster zwischen 0 und 6 Uhr wird die Umstellung durchgeführt. Die Frequenzen der digitalen Sender und die Internetfrequenzen werden neu sortiert. Die meisten Receiver werden diese Neusortierung automatisch übernehmen, wenn die Geräte über Nacht am Strom bleiben."

Stichtag wird allen Kunden mitgeteilt

Wenn der Fernseher in der fraglichen Zeit nicht am Netz ist, ist ein manueller Sendersuchlauf nötig. Beim Internet muss im Zweifelsfall der Router neu gestartet werden. Den Stichtag für die Umstellung teilen die Netzbetreiber den Kunden mit.

In Leipzig und Umgebung ist es der 1. oder 2. August, in Dresden der 15. Augst: "In Sachsen müssen alle Netze bis 31. Dezember umgestellt sein. In Thüringen und Sachsen-Anhalt wird auch nach und nach, Kabelnetz für Kabelnetz, umgestellt."

Digital-Umstellung für schnelleres Internet

Das gilt nicht nur für Vodafone, sondern für alle Kabelnetzbetreiber. In Sachsen ist die Digital-Umstellung sogar gesetzlich festgelegt. Aber warum ist das überhaupt nötig? Es geht nach Angaben von Heike Koring um schnelleres Internet über das Kabel: "Eine Voraussetzung, um das möglich zu machen ist, dass die kaum noch genutzten TV und Radio-Sender den Platz frei machen und endlich in den Ruhestand gehen."

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland allerding noch mehr als drei Millionen Haushalte analoges Kabelfernsehen  genutzt. Die müssen sich nun umstellen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Juli 2018 | 17:23 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2018, 17:37 Uhr