Holz brennt in einer Feuerschale.
Die Feuerschale wird immer öfter in Innenhöfen von Mietshäusern aufgestellt. Bildrechte: imago/Michael Eichhammer

Lagerfeuer im Innenhof Das müssen Sie bei Feuerschalen beachten

In warmen Sommernächten wird gern nicht nur der Grill, sondern die Feuerschale rausgeholt. Mieter ohne eigenen Garten weichen damit oft in Innenhöfe aus oder in die Gärten der Mietshäuser. Was muss dabei beachtet werden?

von Constanze Hertel, MDR AKTUELL

Holz brennt in einer Feuerschale.
Die Feuerschale wird immer öfter in Innenhöfen von Mietshäusern aufgestellt. Bildrechte: imago/Michael Eichhammer

Die Flammen tauchen alles in ein warmes Licht und das Knistern sorgt für eine wohlige Atmosphäre. Auch in Innenhöfen von Mietshäusern stehen dieses Jahr häufiger Feuerschalen. Ob Mieter das dürfen, steht normalerweise in der Hausordnung.

Feuerschalen bis einen Meter Durchmesser erlaubt

Verschiedenes Grillgut wird auf einem Gitterrost über einer mit Holzkohle gefüllten Feuerschale gegrillt.
Auch Grillen auf der Feuerschale ist beliebt. Bildrechte: dpa

Wenn nicht, kommt es auf die Größe der Schale an, erklärt der Magdeburger Rechtsanwalt Christian Wiere. Nach einem Urteil des Landgerichts Potsdam sei eine Feuerschale mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter grundsätzlich in Ordnung, erklärt Wiere. Damit seien die meisten Schalen aus dem Baumarkt erlaubt.

Rücksicht auf Nachbarn nehmen

Doch Feuerschalen qualmen deutlich mehr als ein normaler Grill. Mieter müssten deshalb besonders auf die Nachbarn achten, meint Eric Lindner, Geschäftsführer des Eigentümerverbandes Haus & Grund in Leipzig. Wenn sich Rauch oder Gerüche entwickelten, müsse darauf geachtet werden, dass die Nachbarn davon nicht gestört werden. Hier müsse man Rücksicht nehmen, erklärt Lindner.

In Leipzig stünden dieses Jahr mehr Feuerschalen in Innenhöfen und Gärten, setzt Lindner nach. Trotzdem seien die Beschwerden nicht angewachsen. Und wenn mal ein Mieter unzufrieden sei, gehe es meist darum, dass zu oft in zu kurzer Zeit ein Feuer brannte. Wie oft es erlaubt ist, stehe im Normalfall wieder in der Hausordnung. Einen Richtwert gibt Lindner trotzdem.

Ein bis zwei Mal im Monat wird wohl noch ok sein. Und immer gut ist es aus Sicht der Mieter, wenn man sich 24 - 48 Stunden vorher gegenseitig informiert. Und das klappt eigentlich ganz gut.

Eric Lindner Eigentümerverband Haus & Grund

Immer auf Brandschutz achten

Dann steht dem gemütlichen Grillen eigentlich nichts im Wege. Solange alle auf den Brandschutz achten – in Feuerschalen schlagen die Flammen deutlich höher als bei einem normalen Grill. Deshalb sei es besonders wichtig, auf Sicherheit zu achten, erklärt Rechtsanwalt Wiere.

Wärmebild von einer Gruppe Menschen die an einem Feuerschale stehen.
Metall leitet Wärme gut. Deswegen muss die Schale nach dem Feuer abkühlen. Bildrechte: imago/Marius Schwarz

"Das heißt, zum einen, dass die Wohnanlage selbst nicht in Mitleidenschaft gezogen werden darf und insbesondere im Hochsommer als auch bei länger anhaltender Trockenheit dürfen keine Feuerstellen mit einem Abstand von weniger als 30 Metern von einem Wald entfacht werden."

Besonders gefährlich: Schon bei leichtem Wind können Funken auf brennbarem Untergrund landen. Deshalb sollte auch immer Wasser zum Löschen griffbereit sein. Muss schlussendlich die Feuerwehr anrücken und es ist nachweisbar, dass die Mieter nicht aufgepasst haben, bleiben sie auf den Kosten sitzen. Und auch die Haftpflicht zahlt in solchen Fällen eher nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Juli 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 05:00 Uhr

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2 Kommentare

19.07.2019 21:06 Tony 2

Ist es in Zeiten der Feinstaub und Klimaproblematik ein Unding, dass überall Holzfeuer, zu jeder Gelegenheit qualmen. Die Feuerkörbe, Kessel, Schalen sind ein Missstand! In unseren dicht besiedelten Wohngebieten, trifft der Rauch immer Menschen. Als Lungenkranke , hat man unter dem Qualmterror zu leiden!
Es ist selbst im Sommer nicht mehr möglich, ein Fenster offen zu lassen.

19.07.2019 08:55 BS 1

Das mit der Rücksicht etc. ist ja wohl ein Witz. Da wird gefeuert auf Teufel komm raus. Ob die Nachbarn die Fenster geöffnet haben interessiert in der Regel genauso wenig, wie die Tatsache, das das Haus/die Wohnung der Leidtragenden danach stinkt wie ein Pfadfinderlager. Das bei der Gelegenheit dann noch verbrannt wird, was gerade weg muss kommt dazu. In unserer Nachbarschaft sind das dann auch noch diejenigen, die den Klimaschutz predigen.
Mit Rück- und Vorsicht ist das gelegentliche Feuerchen im Garten sicher kein Problem. Aber in unserer Trump-Gesellschaft (ich zuerst und dann der Rest) ist das leider zur Ausnahme geworden.