Bauarbeiter mit gelben Helmen und gelber Warnweste machen zusammen Kaffeepause und lachen.
Wer Geld verdient, sollte frühzeitig seine Altersvorsorge planen. Bildrechte: imago images / Westend61

Check Altersvorsorge Worauf ist zwischen 30 und 50 bei der Altersvorsorge zu achten?

In den Dreißigern stehen viele mitten im Berufs- und Familienleben. Jetzt ist es Zeit, sich umfangreichere Gedanken um die Altersvorsorge zu machen und vorhandene Verträge zu überprüfen. Wir erklären, worauf es ankommt.

Bauarbeiter mit gelben Helmen und gelber Warnweste machen zusammen Kaffeepause und lachen.
Wer Geld verdient, sollte frühzeitig seine Altersvorsorge planen. Bildrechte: imago images / Westend61

Mit 30 sind die meisten mitten im Berufsleben und verdienen schon eine Weile ihr eigenes Geld. Einige wollen eine Familie gründen oder haben das bereits getan. Die Anforderungen des Lebens haben sich in dieser Lebensphase in einer nicht unerheblichen Weise verändert. Jetzt ist es an der Zeit, sich gründlicher als bisher Gedanken über die Altersvorsorge zu machen.

Risiken absichern

Antrag auf Privat-Haftpflichtversicherung
Zu den wichtigsten Versicherungen zählen private Haftpflichtversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung. Bildrechte: imago/suedraumfoto

Zuerst sollten auch hier mögliche oder tatsächliche Risiken ausgeschlossen werden. Neben der privaten Haftpflichtversicherung, die im Schadensfalle prüft, ob der geltend gemachte Schaden berechtigt ist und so vor einer existenzbedrohenden Belastung schützt, ist immer noch der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Sie sichert das Risiko ab, durch Unfall oder Krankheit nicht mehr arbeiten und Geld verdienen zu können. Bereits bestehende Verträge sollten jetzt noch einmal unter die Lupe genommen und gegebenenfalls an die gegenwärtige Lebenssituation angepasst werden.

Fröhliche junge Familie am Frühstückstisch
Ist die Familie abgesichert? Bildrechte: imago images/Westend61

Individuell ist außerdem zu klären ist, ob noch weitere existenzbedrohende Risiken bestehen. Ist eventuell vorhandenes Wohneigentum hinreichend gegen Schäden versichert? Wie sieht es mit der finanziellen Absicherung der Familie im Todesfall aus? Gibt es weitere Risiken, die noch bedacht werden sollten?

Prioritäten setzen

Wer ausreichend abgesichert ist und dauerhaft Geld übrig hat, sollte überlegen, welche Ziele und Wünsche für die Zukunft bestehen. Ist die Absicherung der Kinder wichtig, die Anschaffung von Wohneigentum oder die Entschuldung der Immobilie?

Risikobereitschaft prüfen

Börsenanalyse auf Monitor.
Nicht alle sollten sich bei der Altersvorsorge auf die Launen der Börse einlassen. Bildrechte: imago/suedraumfoto

Wichtig ist auch zu ermitteln, welche Risiken Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Geldanlage in Kauf zu nehmen bereit sind. Investitionen in Investmentfonds können zwar gewinnbringender sein als andere Anlageformen, bei schlechter Marktlage aber auch zu erheblichen Verlusten führen. Wer solche Verluste finanziell nicht verkraften kann oder nicht riskieren will, sollte sich für weniger riskante Anlagemöglichkeiten entscheiden. Hier vermehrt sich das Geld vielleicht nicht ganz so schnell, doch dafür ist die Verlustgefahr eventuell geringer.

Langfristig oder flexibel?

Geldschein in Vorhängeschloss
Langfristige Anlageprodukte binden das Geld. In Notfällen ist es dann nicht verfügbar. Bildrechte: imago/Waldmüller

Für welchen Zeithorizont kann Geld zurückgelegt werden? Bevor Verträge unterschrieben werden, sollte auch diese Frage beantwortet werden. Denn einige haben Geld übrig, auf das sie über längere Zeit verzichten und das sie darum in Anlageprodukte mit längerer Laufzeit stecken können. Das bringt in der Regel höhere Erträge. Für andere ist eine langfristige Anlage weniger geeignet, weil sie unter Umständen schneller wieder an das Geld kommen müssen, um ungeplante, aber notwendige Ausgaben begleichen zu können, weil etwa kaputt gegangene Haushaltsgeräte ersetzt werden müssen. Für sie sind flexiblere Anlageformen sinnvoller.

Gegebenenfalls neu aufstellen

Einige haben bereits Ersparnisse angelegt. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um zu prüfen, ob die vorhandenen Produkte noch passen oder ob es sinnvoll ist, sich neu aufzustellen. Ist das Tagesgeldkonto mit seiner geringen Verzinsung vielleicht zu unrentabel oder ist die vorhandene kapitalbildende Lebensversicherung zu teuer und zu unflexibel? Welche aktuellen Anlageprodukte bringen mehr ein? Oder lohnt es sich vielleicht doch, beim alten Vertrag zu bleiben, weil er einfach noch Konditionen bietet, die gegenwärtige Angebote nicht haben?

Förderung mitnehmen

Riester
Viele setzen auf Produkte mit Förderung. Bildrechte: imago/Joko

Ob Riestern oder Bausparen: Staatliche Förderung können helfen, die eigenen Sparziele zu erreichen. Dabei gilt es zu klären, welche Fördermöglichkeiten für den Sparer nutzbar und sinnvoll sind. Eine betriebliche Altersvorsorge kann sich beispielsweise lohnen, wenn der Arbeitgeber den Beitrag alleine oder zumindest einen nennenswerten Zuschuss zahlt.

Beraten lassen

Das Spektrum an Altersvorsorgeoptionen, die zwischen 30 und 50 infrage kommen, ist breit und birgt unterschiedliche Chancen und Risiken. Sparerinnen und Sparer sollten sich darum ausreichend Zeit nehmen und eine Anlagestrategie nach ihren individuellen Wünschen und Möglichkeiten entwickeln. Die Verbraucherzentralen unterstützen sie bei der Entwicklung von passgerechten und anbieterunabhängigen Altersvorsorgestrategien.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 05. November 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2019, 05:00 Uhr