Paar in den Fünfzigern lässt sich beraten
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Check Altersvorsorge Was lässt sich zwischen 50 und 60 noch für die Altersvorsorge tun?

Natürlich ist es besser, möglichst früh mit der Altersvorsorge zu beginnen. Trotzdem lässt sich auch jenseits der 50 noch etwas tun. Wir erklären, was sich jetzt empfiehlt.

Paar in den Fünfzigern lässt sich beraten
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Mit über 50 mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen ist spät – aber besser spät als nie. Den Allermeisten stehen zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 15 Arbeitsjahre zum Ansparen zur Verfügung, in denen einiges erreichet werden kann. Wegen der relativ kurzen Zeit ist es umso wichtiger, eine passende und kostengünstige Anlageform zu finden. Jeder Cent mehr an Kosten schmälert das gewünschte Ergebnis stark.

Erst andere Risiken absichern

Auch wer mit 50 erst beginnt, sollte daran denken, dass sich die private Altersvorsorge aus einem Baukastenprinzip zusammensetzt: Vor dem Sparen ist es wichtig, dass alle bestehenden existenziellen Risiken finanziell abgesichert sind. Zu diesen Risiken zählen beispielsweise Haftpflicht, Krankheit, Berufsunfähigkeit und Tod.

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein kaputter Bauhelm
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Der Abschluss einer bedarfsgerechten Berufsunfähigkeitsversicherung mit erschwinglichem Beitrag wird ab 50 Jahren, auch aufgrund eventuell bestehender Vorerkrankungen, schwer bis unmöglich sein. Eine Alternative hierfür könnte eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder eine sogenannte Dread-Disease-Versicherung darstellen. Beide sind in der Regel günstiger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, werden im Ernstfall aber nur unter bestimmten Bedingungen ausgezahlt. Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird erst gezahlt, wenn jemand nicht mehr in der Lage ist drei Stunden am Tag zu arbeiten. Eine Dread-Disease-Versicherung, zu Deutsch Schlimme-Krankheiten-Versicherung springt bei ernsthaften Erkrankungen ein. Sie wird nicht in monatlichen Raten, sondern auf einen Schlag ausgezahlt.

Puffer aufbauen

Eine Hand hält ein Bündel Hundert-Euro-Noten
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Besteht der notwendige Versicherungsschutz, sollte zuerst eine Geldreserve aufgebaut und sicher angelegt werden. Mit dieser können kurzfristige Anschaffungen und Reparaturen bestritten werden. Die Geldreserve sollte je nach Anlegertyp drei bis sechs Netto-Monatsgehälter betragen. Wer noch andere Ziele hat, die verwirklicht werden wollen, darf auch diese nicht aus dem Auge verlieren und seinen gesamten monatlichen Puffer in die Altersvorsorge stecken.

Vergleichen und beraten lassen

Danach kann es an den Aufbau einer privaten Altersvorsorge gehen. Welches Produkt das Richtige ist, ist individuell sehr unterschiedlich. Lassen Sie sich unabhängig beraten. Verschaffen Sie sich aus unabhängiger Quelle Kenntnisse über die Vor- und Nachteile der einzelnen Anlageformen. Möglich sind ETF-Sparpläne (Fondssparpläne), Banksparpläne oder Festgeldanlagen. Bei jeder dieser Varianten empfiehlt sich ein unabhängiger Vergleich der einzelnen Angebote.

Förderung nutzen

Auch mit 50 sollte man die staatlichen Förderungen für die Altersvorsorge nicht aus dem Auge verlieren. Eine betriebliche Altersvorsorge kann sich lohnen, wenn der Arbeitgeber sich selbst kräftig daran beteiligt und die Bindung an den Arbeitsplatz recht hoch ist. Die Riesterrente kann ebenfalls, das richtige Produkt und eine persönlich hohe Förderquote vorausgesetzt, ein Baustein für die private Altersvorsorge sein. Aber Achtung: Die Qualität der einzelnen Riester-Verträge ist sehr unterschiedlich.

Gesetzliche Rente aufbessern

Zwei Ordner mit der Aufschrift Gesetzliche Rente und Private Vorsorge
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Neben dem Aufbau einer eigenen privaten Altersvorsorge, kann es für einige sinnvoll sein, die gesetzliche Rente durch freiwillige Beiträge aufzubessern. Interessant können freiwillige Beiträge auch für Menschen ab 50 Jahren sein, die eine größere Geldsumme zur Verfügung haben. Sie können damit die in der Regel bei einem vorzeitigen Rentenbeginn anfallenden Rentenabschläge ausgleichen. Eine solche Summe könnte zum Beispiel aus einer Lebensversicherung oder aus einer Erbschaft stammen. Wer mehr darüber wissen will, findet auf der Seite der Deutsche Rentenversicherung ausführliche Informationen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 05. November 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2019, 09:38 Uhr