Check Altersvorsorge Welche Altersvorsorge ist zwischen 20 und 30 sinnvoll?

Mit Anfang 20 ist in Bezug auf die Lebensplanung noch fast alles offen. Deshalb sollten keine unflexiblen Verträge geschlossen werden, aus denen man sich später nur mit Verlusten lösen kann – und andere Risiken absichern.

Zuerst finanzielle Ausfälle absichern

Ein Pärchen sitzt auf einem Sofa
Bildrechte: imago/Panthermedia

Fest steht allein, dass es auf Dauer eines regelmäßigen, ausreichenden Einkommens bedarf, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Leider kommt es immer wieder vor, dass auf Grund von Krankheit oder Unfall kein Lohn oder Gehalt mehr fließt. Wer dauerhaft berufsunfähig wird, wird schnell armutsgefährdet, sofern dieses Risiko nicht ausreichend versichert ist. Deshalb ist es wichtig, möglichst frühzeitig eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung abzuschließen.

Schreiben mit der Überschrift: Berufsunfähigkeit
Bildrechte: imago/Panthermedia

Auf Grund des Eintrittsalters und der in dieser Lebensphase meistens noch guten Gesundheit fallen die Versicherungsprämien niedriger aus als etwa zehn Jahre später und den dann mitunter schon auftretenden ersten "Zipperlein". Die versicherte Leistung ist im Regelfall eine monatliche Rentenzahlung. Die monatliche Rente muss ausreichend lange und hoch genug vereinbart werden und sollte sich am Einkommen orientieren. Wichtig hinsichtlich der Bedingungen ist unter anderem, eine Nachversicherungsgarantie, um die Leistungen zum Beispiel am Ende der Ausbildung nach oben anpassen zu können. Darüber hinaus sollte in den Versicherungsbedingungen auf weitere wichtige Aspekte geachtet werden. Für den Laien ist das nicht einfach, weshalb dazu eine ausführliche Beratung in der Verbraucherzentrale empfohlen wird.

Nicht ohne private Haftpflicht

Zum unerlässlichen Risikoschutz gehört eine Privathaftpflichtversicherung. Hintergrund ist, dass jeder nach dem Gesetz in unbegrenzter Höhe für Schäden haftet, die durch ihn einem Dritten zugefügt wurden. Viele junge Leute sind diesbezüglich noch über ihre Eltern versichert, denn volljährige, unverheiratete Kinder, sind solange sie sich noch im ersten ununterbrochenen Ausbildungsgang befinden, bei den Eltern mitversichert. Endet diese Phase, sollte unverzüglich eine eigene Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Im Vertrag kommt es auf eine hohe Versicherungssumme, mindestens zehn Millionen pauschal für Personen-, Sachschäden- und Vermögensschäden an.

Vor dem Sparen kommt das Tilgen

Geschafft letzte Rate - Eintrag in einem Terminkalender
Bildrechte: imago/Steinach

Wer die Ausbildung beendet hat und mit Schulden, etwa aus einem BAföG- oder Studiendarlehen ins Berufsleben startet, sollte diese Schulden alsbald tilgen. Denn auch ohne oder nur mit Niedrigzinsen bleiben Schulden eine Last, von der man sich befreien sollte, bevor man mit dem Sparen loslegen kann.

Tagesgeldkonten am Anfang

3 Gläser mit Geld, Rente, Ausbildung und Urlaub
Bildrechte: imago/Westend61

Wer in dieser Lebensphase schon ein paar Euro übrig hat, sollte diese auf einem Tagesgeldkonto ansammeln. So wird eine finanzielle Reserve, die zwei bis drei Monatsgehälter betragen sollte, gebildet. Sie kann für Unvorhergesehenes eingesetzt werden. Auch wenn die Zinsen tief im Keller sind, lassen sich durch regelmäßige Vergleiche der Angebote Offerten finden, die mehr als den Durchschnitt bieten. Dabei sollte – insbesondere bei Tagesgeldkonten ausländischer Banken – darauf geachtet werden, dass für das Angebot eine ausreichende Einlagensicherung vorhanden ist.

Vermögenswirksame Leistungen

Zusätzlich empfehlenswert ist es, über den Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zu nutzen und die darauf gezahlte staatliche Förderung, die Arbeitnehmer-Sparzulage, mitzunehmen. Dazu schließt man etwa mit einer Bank, Sparkasse oder Bausparkasse einen kostengünstigen Fondssparvertrag oder einen Bausparvertrag ab. In diesen wird dann über den Arbeitgeber monatlich ein Anteil vom Lohn/Gehalt eingezahlt und oft gibt der Arbeitgeber auf Basis des Arbeits-, oder Tarifvertrages noch ein paar Euro extra dazu. Da Berufsstarter häufig noch kein hohes Einkommen haben, bekommt diese Personengruppe regelmäßig noch die Arbeitnehmer-Sparzulage. Je nach Anlageform liegen dafür die zu berücksichtigenden Einkommensgrenzen für Single bei 17.900 und 20.000 Euro (versteuertes Einkommen). Auf einen Fondssparvertrag gibt es pro Jahr maximal 80 Euro Arbeitnehmer-Sparzulage. Sie wird aber nicht jährlich, sondern am Vertragsende ausgezahlt. Dabei sind wegen der Sperrfristen je nach Anlageart Laufzeiten von sechs oder sieben Jahren einzuhalten.

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 05. November 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2019, 09:37 Uhr