Geld sparen Günstiges Auto – so geht’s

Ein Auto geht richtig ins Geld: Anschaffung, Tanken, Werkstatt, Wartung. Wo langen Werkstätten richtig zu? Wann ist tanken am günstigsten? Lohnt sich ein eigenes Auto überhaupt noch? Oder fährt man nicht mit einem gemieteten Wagen günstiger? Und welche Ausstattung braucht ein Auto überhaupt? Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen erklärt, wie Sie sparen können.

Kfz-Versicherung - Modellauto, Schlüssel und Geld auf einem Antragsformular
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Spartipps rund ums Auto

Das Auto ist nach der Wohnung der größte Kostenfaktor in vielen Haushalten. Es gibt sogar Single-Haushalte, in denen fürs Auto mehr Geld ausgegeben wird als für die Wohnung.  Deshalb ist es sehr sinnvoll, die Kosten rund um das vierrädrige Vehikel abzuklopfen, um am Ende für wenig Geld möglichst viel Service zu bekommen.

Autokauf

Egal ob gebraucht oder neu, beim Autokauf helfen spezialisierte Portale ungemein. Sie machen den Preisvergleich einfach. Denn sie fassen zusammen, was die günstigsten Preise für das entsprechende Modell bundesweit sind. Das Auto kann man dann dort kaufen oder den Preis als Basis für Verhandlungen mit dem Autohändler der Wahl nutzen.

Wie Sie beim Kauf sparen

  1. Besonders bei Neuwagen gibt es enorme Preisunterschiede. 15 Prozent weniger als der Listenpreis sind normal, bis zu 40 Prozent kommen vor. Dann bezahlen Sie für ein Auto, das laut Herstellerliste 20.000 Euro kostet, nur noch 12.000 Euro. Die riesigen Sparpotentiale sind oft auch der Tatsache geschuldet, dass ein bestimmter Autohändler noch im selben Monat Autos verkaufen muss, um seine Abnahmevereinbarung mit dem Autokonzern einzuhalten.
  2. Bei Gebrauchtwagen lohnt sich der einfache Preisvergleich genauso. Zusätzlich ist wichtig zu verstehen, dass der Gebrauchtwagenhändler Gewährleistung geben muss, wenn etwa das Auto nach kurzer Zeit defekt ist. Der Privatverkäufer muss beim Verkauf den Zustand des Autos nur nach bestem Wissen und Gewissen mit allen wichtigen Macken beschreiben.
  3. Kaufen Sie ein Auto für 24.000 Euro und es hält 10 Jahre, hat Sie das Auto im Monat allein vom Kaufpreis 100 Euro gekostet. Ein Trost für den knappen Geldbeutel: Das Durchschnittsalter und die durchschnittliche Lebenserwartung der Autos auf den deutschen Straßen steigen. Wenigstens damit wird das Auto je Monat preiswerter.

Versicherungen

Zu den wichtigsten Folgekosten des Autokaufs gehören die Versicherungen. Eine Haftpflichtversicherung ist ein Muss, Vollkasko insbesondere bei neuen Autos sinnvoll und von finanzierenden Banken meist auch verlangt.

Sparpotenziale bei Auto-Versicherungen

  1. Unterschiedliche Modelle der gleichen Mittelklasse sind wegen der verschiedenen Regional- und Typklassen unterschiedlich teuer in der Versicherung.
  2. Mit einem günstigsten Versicherungsunternehmen können sie noch einmal hunderte Euro sparen.
  3. In diesem Jahr besonders: Wenn Sie wegen Corona viel weniger Kilometer gefahren sind und das Ihrer Versicherung mitteilen, bekommen Sie bei vielen Versicherern einen Teil der Prämie zurück. 50 oder 100 Euro sind das schon drin.

Werkstattvergleich bei Wartungen

Autos wollen gewartet und repariert werden. Ist etwa bei einem Neuwagen die regelmäßige Scheckheftwartung in der Werkswerkstatt vorgesehen, lohnt sich auch hier der Vergleich. Die Wartungsarbeiten sollten zwar identisch sein, die Kosten können sich aber selbst von Werkswerkstatt zu Werkswerkstatt schnell um einige hundert Euro unterscheiden.

Nutzen Sie Reparaturplattformen

Eine Frau sucht auf einem Online-Portal für Gebrauchtwagen
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Auch bei Reparaturen lohnt der Vergleich auf Reparaturplattformen wie autoreparaturen.de oder fairgarage.de. Hier gilt wie beim Kauf: Der beste Preis auf der Plattform gibt einen guten Anhaltspunkt für das Gespräch mit der eigenen Werkstatt. Dann hat man als Besitzer mindestens eine Idee, was eine solche Reparatur kosten sollte und damit auch eine Verhandlungsbasis mit der Werkstatt.

Kostenfaktor Sprit

Symbolfoto - Ein Auto wird betankt während ein Mann Geldscheine in der Hand hält.
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Bei den laufenden Kosten eines Autos fallen besonders die Spritkosten ins Auge. Tatsächlich können sich die Kosten für den Liter Sprit zwischen der Autobahntankstelle vor der Stadt und der preiswerten Tankstelle am Ortseingang sogar um über 40 Cent unterscheiden. Für eine Tankfüllung von 50 Liter wären das im Extremfall 20 Euro. Unterschiede von 10 Cent oder mehr sind beim Wechsel der Tageszeit und der Tankstelle an der Tagesordnung. 15.000 Kilometer Fahrleistung mit 1.000 Liter Spritverbrauch summieren sich so zu 100 Euro Einsparung – oder im genannten Extremfall zu 400 Euro. Wenn Sie Tank-Apps nutzen, können Sie damit einfach eine preiswertere Tankstelle finden.

Und das ist nicht alles ...

Dazu kommen jetzt noch TÜV, Reifenwechsel, Ölwechsel, Wischblätter für den Scheibenwischer, Frostschutz und viele andere kleinere Kosten. Rechnen Sie alle Kosten des Autos zusammen, kommen Sie schnell auf einige hundert Euro im Monat. Der ADAC bietet einen ziemlich zuverlässigen Vollkostenrechner für Käufer von Neuwagen.

Abschied für einen guten Preis

Von den Gesamtkosten für Ihr Auto können Sie natürlich am Schluss die Einnahmen durch den Verkauf abziehen. Auch hier gilt: Schon einfaches Vergleichen hilft. Dann wissen Sie auch, ob der Händler des neuen Autos, der den Alten in Zahlung nimmt, Ihnen einen wirklich guten Preis für das alte Schätzchen angeboten hat.

Geht’s vielleicht auch ohne?

Wenn Sie dann auf den Gedanken kommen, es könnte sinnvoll sein, das eigene Auto ganz abzuschaffen oder kein neues anzuschaffen, lässt sich auch hier der mögliche Gewinn einfach ausrechnen. Carsharing, Fahrrad und Taxi bringen mehr Preisvorteil, je weniger Sie tatsächlich unterwegs sind. Bei 5.000 Kilometern im Jahr in einer der vielen Städte mit ordentlichem Carsharing-Angebot lohnt sich der Vergleich fast immer. Bei einem Kleinwagen in der Großstadt rechnet sich der Verzicht auch unter 10.000 Kilometern häufig noch. Auf dem Land sind Carsharing-Angebote häufig aber immer noch zu spärlich.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 20. Oktober 2020 | 17:00 Uhr