Bestattung So finanzieren Sie ein würdiges Begräbnis

Sterben Angehörige, ist das vor allem für die Hinterbliebenen hart. Wer ein würdiges Begräbnis organisieren möchte, muss oft tief in die Tasche greifen. Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen rechnet genau nach. Was darf eine Beerdigung kosten? Was ist vorgeschrieben? Und ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll?

Begräbnis finanzieren – aber wie?

Ganz grundsätzlich vermeiden Sie mit ein paar Planungsschritten auch hier unnötige Kosten und bekommen den würdevollen letzten Weg, den Sie sich gewünscht haben.

Wichtig für die Vorbereitung: Dokumente beisammen haben

Sie sollten Ihren Freunden und Verwandten die Chance geben, alle wichtigen Unterlagen schnell zu finden, also vor allem Testament, Versicherungspolicen, Konteninformationen. Das Testament sollten dann zum Nachlassgericht gebracht werden, also dem Amtsgericht des Verstorbenen.

Haben Sie eine Lebens-, Unfall- oder Sterbegeldversicherung, sollten die sofort informiert werden können. Hier haben viele Menschen auch das Geld für die würdevolle Beerdigung angelegt. Langes Zögern gefährdet womöglich die Auszahlung.

Das heißt übrigens nicht, dass solche Versicherungen eine gute oder gar die beste Lösung sind, aber wenn sie schon mal da sind, sollen sie mindestens auch ihren Zweck erfüllen.

Besser ist in vielen Fällen ein Konto, auf dem das Geld bereitliegt.

Gesetzliche Regeln beachten

Spätestens am dritten Werktag nach dem Todesfall muss das Standesamt informiert und die Sterbeurkunde beantragt werden.

Der Mietvertrag endet nicht mit dem Tod des Mieters, es gilt weiter die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten. Abmelden bei der Krankenkasse, der Rentenversicherung, Löschen der Social-Media-Konten. Das letzte können häufig nur enge Familienangehörige erreichen. Mindestens aber kann das Konto in den Zustand versetzt werden, dass deutlich wird: Der Kontoinhaber ist verstorben.

Einen Ort zum Trauern zu haben, ist für die Hinterbliebenen enorm wichtig. Die Erinnerung an einen Menschen an seinem Grab wach zu halten erleichtert den Angehörigen mit dem schmerzlichen Verlust umzugehen. mit Video
Einen Ort zum Trauern zu haben, ist für die Hinterbliebenen enorm wichtig. Die Erinnerung an einen Menschen an seinem Grab wach zu halten erleichtert den Angehörigen mit dem schmerzlichen Verlust umzugehen. Bildrechte: MDR/Erik Schimschar

Jetzt brauchen Sie ein Bestattungsunternehmen. Auch hier ist es sinnvoll, schon vorher zu schauen, welche Art von Bestattung Sie sich wünschen und womöglich gar ein Unternehmen und die Art der Bestattung auszusuchen. Sie können einen entsprechenden Vorsorgevertrag abschließen. Die Kosten der Beerdigung tragen immer die Erben. Wenn Sie selbst gestalten wollen, ist es wichtig, sie über einen solchen Vertrag zu informieren oder zum Beispiel mit einer Vollmacht für ein Konto auszustatten, von dem Ihre Beerdigung bestritten werden soll.

Kosten: An welchen Stellen Sie sparen können

Ist das Geld bei Ihnen und auch bei den Erben knapp, können Sie beim Vergleichen von Beerdigungskosten einen guten Preis erzielen.

Um manche Kosten kommen Sie nicht herum: Die Gebühren für die Sterbeurkunden der Gemeinde. Der Preis für die Grabstätte. Allerdings variieren auch hier schon die Kosten erheblich. Die günstigste Variante ist meist ein anonymes Reihengrab für eine Urne. Das kostet einige hundert Euro für die ersten 20 Jahre.

Eine Engelsfigur und ein Grablicht stehen auf einem Grab
Die Preise für Grabstätten können erheblich variieren. Bildrechte: dpa

Wohnen Sie lange am Ort, vielleicht auch schon ihre Eltern, gibt es vielleicht eine Familiengruft. Prüfen Sie, was die Verlängerung des Vertrages für die Familiengruft bei der Gemeinde oder der Kirchengemeinde kostet. Möchten Sie neben Ihrem Partner beerdigt werden oder dem Partner diese Möglichkeit bieten, sollten sie die Variante Familiengruft prüfen.

Eine neue selbst gewählte Erdgrabstätte für einen Sarg kostet oft über 1.000 Euro, manchmal sogar mehrere tausend Euro. Meist ist die Beerdigung auf dem Land günstiger als in der Stadt. Aber nicht jede Landgemeinde mag Auswärtige beerdigen. Und wenn das Grab besucht werden soll, ist eine Beerdigung am Lebensmittelpunkt sicher auch sinnvoll.

Jetzt kommen die Kosten für die Beisetzung selbst. Die liegen bei einer Urne niedriger als bei einem Sarg. Das Krematorium für die Verbrennung kostet allerdings extra. Die Beerdigungsfeier kostet natürlich auch.

Unumgänglich: ein Bestattungsunternehmen

Ohne Bestatter geht es nicht. Er übernimmt mindestens den Transport des Toten vom Sterbeort zum Friedhof oder zum Krematorium. In privaten Fahrzeugen ist dies verboten. Außerdem bietet er an, den Toten zu waschen und einen Sarg – Kosten für den Sarg ab 300 Euro, gern aber auch mehrere tausend Euro. In vielen Fällen waren und sind Bestattungsunternehmen auch Tischlereibetriebe. Vor allem aber sind sie heute Profis beim Erledigen des Papierkrams. Und das lassen sie sich häufig teuer bezahlen.

Seriöse Bestatter erstellen Ihnen auch zu Lebzeiten ein detailliertes Angebot mit ihren Wahl- und Pflichtleistungen. Preise vergleichen lohnt sich auch hier. Wenn Sie selbst das Paket geschnürt haben, müssen die Angehörigen und Freunde im Todesfall dann nur noch die Firma informieren.

Wenn Sie das Geld bereitstellen können, prima. Ansonsten müssen die Erben bezahlen. Wenn Angehörige nicht genügend Geld haben, um eine Beerdigung zu bezahlen, springt das Sozialamt ein. Auf Antrag prüft die Behörde, ob sie die Kosten für eine einfache Bestattung übernimmt.

Es ist sinnvoll, darüber mit den Angehörigen und Freunden zu sprechen und so zu planen, dass alle wissen, was zu tun ist. Ich zum Beispiel sage dann immer, sie sollen mir ein letztes rauschendes Fest geben – mit Band. Das Geld würde ich zurücklegen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 17. November 2020 | 17:00 Uhr