Finanzen Ist die Betriebsrente sicher?

Viele Deutsche haben eine Betriebsrente. Das ist grundsätzlich gut, hat sie doch einige steuerliche Vorteile. Aber bleibt sie auch erhalten, wenn ein Unternehmen durch Corona pleite geht oder die Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt? Experte Hermann-Josef Tenhagen klärt auf.

Betriebsrente - Schild mit Schriftzug vor Cent-Münzen.
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Wer jeden Monat, über viele Jahre in eine Betriebsrente eingezahlt hat, macht sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unter Umständen Sorgen, ob das Geld aus dieser privaten Rente überhaupt ausgezahlt wird. Die gute Nachricht: Diese Renten sind trotzdem sicher.

Wenn ein Betrieb pleite geht, zahlen - je nach Art der Versicherung - entweder der Pensions-Sicherungs-Verein oder die Protektor AG - die Sicherungseinrichtung der deutschen Lebensversicherer.

Kurzarbeit senkt die Beiträge

Karteireiter mit der Aufschrift Kurzarbeitergeld.
Bildrechte: imago images / Jens Schicke

Vielen Unternehmen droht momentan noch keine Insolvenz, aber dennoch ruht die Arbeit. Knapp eine halbe Million Betriebe in Deutschland haben Ende März Kurzarbeit angezeigt. Und die Bundesregierung rechnet noch mit einem weiteren Anstieg der Zahlen. Das kann - je nach Betriebsrentenart - Kürzungen bedeuten.

Betriebsrente: Eine Altersvorsorge, mehrere Varianten

Wer als Chef betrieblich für seine Mitarbeiter vorsorgen möchte, hat tatsächlich mehrere Möglichkeiten, die Altersvorsorge im Unternehmen zu organisieren. Die klassischen Wege sind:

  • Direktzusage
  • Unterstützungskasse
  • Pensionsfonds
  • Direktversicherung
  • Pensionskasse

Wenn der Chef einen gewissen Anteil des Monatsgehalts als monatlichen Beitrag für eine Direktversicherung zugesagt hat, wirkt sich die Kurzarbeit leistungsmindernd aus. Der Beitrag sinkt oder entfällt bei Kurzarbeit null sogar komplett.

Kurzarbeit null Bei der „Kurzarbeit null“ beträgt der Arbeitsausfall 100 Prozent, das heißt die Arbeit wird für eine vorübergehende Zeit vollständig eingestellt.

Bei Zusagen mit Bezug zum Unternehmensgewinn kann es ebenfalls vorkommen, dass der Beitrag während der Kurzarbeit auf null sinkt.

Entgeltumwandlung trotz Kurzarbeit?

Grundsätzlich kann ein Arbeitnehmer in Kurzarbeit auch weiterhin Beiträge einzahlen, aber nicht aus dem unversteuerten Kurzarbeitergeld. Es entspricht keinem Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung, sondern einer Lohnersatzleistung.

Der Arbeitnehmer kann folglich bei Kurzarbeit null nur mit eigenen Beiträgen weiter machen. Bekommt er nur zum Teil Kurzarbeitergeld, kann er die bisherige Entgeltumwandlung auch reduzieren. Auch eine Stundung der Beiträge oder eine Freistellung ist möglich. Dann werden allerdings auch die Leistungen auf die sogenannte beitragsfreie Versicherungssumme herabgesetzt.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 21. April 2020 | 17:00 Uhr