Computerbildschirm mit der geöffneten Internetseite eines Vergleichsportals, 2014
Bei Vergleichsportalen im Internet sollte man vorsichtig sein. Oft sind die vermeintlichen Schnäppchen teurer, als wenn man direkt beim Anbieter bucht. Bildrechte: dpa

Überteuerte Extras Flugportale: Wenn das Schnäppchen keins mehr ist

Mal eben spontan nach London fliegen oder über die Herbstferien nach Mallorca - ein paar Klicks im Internet, und schon findet man auf Flugportalen wie fluege.de, Opodo oder Expedia zahlreiche günstige Angebote. Das spart Zeit und Geld – theoretisch. In der Praxis ist es allerdings meist überteuert und ärgerlich, sagen sowohl Stiftung Warentest als auch die Verbraucherzentrale.

von Carolin Fröhlich, MDR AKTUELL

Computerbildschirm mit der geöffneten Internetseite eines Vergleichsportals, 2014
Bei Vergleichsportalen im Internet sollte man vorsichtig sein. Oft sind die vermeintlichen Schnäppchen teurer, als wenn man direkt beim Anbieter bucht. Bildrechte: dpa

Hin- und Rückflug von Berlin nach Mallorca in der kommenden Woche für nur 47,98 Euro. Denkste! Das ist nur das Startangebot von Flugportalen wie Opodo.de. Der Endpreis – bei einem Selbstversuch übrigens dann 233 Euro -  ist entscheidend. Und der lag bei repräsentativen Stichproben der Stiftung Warentest bei Flugportalen fast immer höher, als bei einer direkten Buchung bei der Fluggesellschaft. Im Schnitt zahlte man ein Drittel mehr, in einem Fall fast das Doppelte.

Grund hierfür sind versteckte Zusatzgebühren bei Flugportalen und eine absichtliche Irreführung – unter anderem mit extra Versicherungen - erklärt Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen. Generell gebe es stets die Auswahl mit Versicherung oder ohne Versicherung. Problematisch werde es, wenn man sich gegen bestimmte Nebenleistungen entscheide, erklärt Hummel.

Dann kommen meistens Warnhinweise, wodurch die Unsicherheit geschürt wird, ob man das nicht doch braucht.

Michael Hummel, Verbraucherzentrale Sachsen

Manchmal seien das zudem nicht nur einmalige Versicherungen, die ein paar Monate oder ein Jahr laufen, sondern auch welche, die sich regelmäßig verlängern, fährt Hummel fort.

Dubiose Servicegebühren

Dazu kämen intransparente Servicegebühren und Kreditkartengebühren, die sich nur umgehen lassen, wenn man die unternehmenseigene Kreditkarte beantragt. Laut Stiftung Warentest sind Steuern, Sitzplatzreservierungen und Gepäckstücke oft viel teurer als bei der Airline. Und Service wie eine Bestätigungsmail, dass man überhaupt gebucht hat, kosten bei vielen Flugportalen noch mal extra: Bei Opodo zum Beispiel 6,99 Euro. Grenzwertig, findet Verbraucherschützer Hummel.

Einen Ansprechpartner beim Buchen einer Reise zu haben, hält er für selbstverständlich. Verbraucher hätten zudem berichtet, dass, selbst wenn sie diese Dienstleistung in Anspruch nehmen, diese dann nicht zufriedenstellend seien. Stattdessen käme man bei einem Callcenter raus, bei dem einem auch nicht weiter geholfen werde. Änderungen oder Stornierungen seien nur sehr schwer umsetzbar.

Beim Portal informieren, beim Anbieter buchen

Flugportale können allerdings auch von Vorteil sein, besonders bei komplizierteren Reiseplänen. So verschaffen sie einen ersten Überblick über Flugdauer, Preis oder die Verfügbarkeit, findet ein Leipziger Passant.

Ich bekomme da verschiedene Anbieter und nicht nur Ryan Air oder Lufthansa und habe dann alles auf einen Blick.

Ein Leipziger Passant über Flugportale

Und damit ließe sich super buchen  – bei den Fluglinien selbst, zum besseren Preis. Diese Methode oder die Buchung im Reisebüro empfiehlt auch Verbraucherschützer Michael Hummel. Von Flugportalen rät er eher ab.

Anders ist es hingegen, wenn es um Internet-Portale für Schadensersatzansprüche im Flugverkehr geht. Sollte ein Flug ausfallen oder sich über 3 Stunden verspäten, könne man seinen Anspruch auf eine Entschädigungszahlung sehr wohl auch über Internetplattformen tätigen, die sich darauf spezialisiert haben, so Hummel.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. September 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. September 2019, 05:00 Uhr

1 Kommentar

optinator vor 2 Wochen

Unterm Strich entscheidet doch mein Portemonnaie was ich für einen Urlaub ausgeben kann.
Außer man gehört zu den Leuten, die sich durch Urlaube verschulden. Auch das muss Jeder selber entscheiden. Ist halt Marktwirtschaft,.

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