Altersversorgung Großer Ansturm auf "Rente ab 63"

Ohne geldliche Einbuße frühzeitig in den Ruhestand gehen und sich ganz den Hobbys und der Familie widmen: Immer mehr Beschäftigte nutzen das Angebot, die Zahl der frühzeitigen Rentner war nie höher.

Ein älteres Ehepaar beim Herbstspaziergang.
Jeder fünfte Neu-Rentner nutzt die Möglichkeit, sich vor dem gesetzlichen Rentenalter zur Ruhe zu setzen. Bildrechte: Colourbox.de

Das Interesse an der "Rente ab 63" hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wurden mehr als 260.000 Anträge genehmigt. Die Zeitung beruft sich auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Demnach haben rund 18 Prozent aller Neu-Rentner die Möglichkeit genutzt, sich vor dem gesetzlichen Rentenalter zur Ruhe zu setzen.

Wer 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann ohne finanzielle Nachteile frühzeitig in den Ruhestand gehen – je nachdem, wann man geboren wurde, im Alter von 63, 64 oder 65.

Das Prinzip der "Rente ab 63"

"Rente ab 63" ist der offizielle Titel der Maßnahme des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Tatsächlich kann aber rein rechnerisch bald niemand mehr mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen. Denn für alle, die nach 1952 geboren worden sind, erhöht sich die Altersgrenze mit jedem Jahrgang um 2 Monate. Personen, die 1957 zur Welt kamen, können sich demnach mit 63 Jahren und 10 Monaten zur Ruhe setzen. Wer also am 31.12.1957 geboren wurde, kann die abschlagsfreie Rente ab dem 31.10.2021 im Alter von 63 Jahren beziehen. Ab Jahrgang 1958 liegt das Eintrittsalter dann bei 64 Jahren. Ab Jahrgang 1964 ist Schluss mit der Erhöhung der Altersgrenze: Wer 1964 oder später geboren wurde, kann mit 65 abschlagsfrei in Rente gehen.

Voraussetzung für die abschlagsfreie Rente ist immer, dass man 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat. Angerechnet werden allerdings auch kurzzeitige Unterbrechungen durch Arbeitslosigkeit (Bezug von Arbeitslosengeld I), Zeiten der Pflege, Erziehung von Kindern bis zum 10. Lebensjahr oder Kurzarbeitergeld. Auch wer nicht auf die 45 Jahre kommt, kann die Frührente beanspruchen – dann allerdings mit Abzügen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Januar 2021 | 11:30 Uhr