Gold, Sparbuch, Aktien Wie sicher ist Ihr Erspartes?

Die Corona Pandemie rüttelt die Wirtschaft durch. Viele sorgen sich nicht nur um den Job, sondern auch um ihre Geldanlagen und die Altersvorsorge. Manche Experten sagen eine Inflation voraus, bei der das Geld an Wert verliert. Was tun mit Sparbuch, Riester-Verträgen, Lebensversicherungen? Experte Dirk Eilinghoff hat Antworten.

Eine Kreditkarte des Bezahldienstleister Wirecard liegt in einem Showroom des Unternehmens auf einem Tisch.
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Wie sicher ist das Sparbuch?

Für das klassische Sparbuch, das Tagesgeldkonto oder auch Festgeld gilt die Einlagensicherung in den Ländern der Europäischen Union sowie des Europäischen Wirtschaftsraums. Pro Kunde und Bank sind damit 100.000 Euro gesetzlich geschützt. Bei Gemeinschaftskonten sind es 200.000 Euro, zu besonderen Lebenssituationen wie kurz nach dem Verkauf einer selbstgenutzten Immobilie bis zu 500.000 Euro. Solche Guthaben auf der Bank sind auch in der aktuellen Krise als sehr sicher anzusehen.

Vollständige Sicherheit gibt es allerdings bei der Geldanlage nirgendwo. Finanztip empfiehlt daher, die Sicherungsgrenzen nicht zu überschreiten, insbesondere bei ausländischen Banken, und das Geld gegebenenfalls auf mehrere Institute zu verteilen. In Deutschland existieren neben der gesetzlichen Einlagensicherung noch institutseigene Sicherungssysteme, auf die Sparer allerdings keinen Rechtsanspruch haben.

Aktienanlagen unbedingt langfristig planen

Aktien sind traditionell viel renditestärker als Sparbücher, aber zugleich auch sehr schwankungsanfällig. Wer auf dem Höchstkurs kurz vor Beginn der Pandemie Aktien gekauft und dann im ungünstigsten Zeitpunkt wieder verkauft hat, büßte möglicherweise 40 Prozent oder mehr seiner Anlagesumme ein. Die wichtigsten Ratschläge dazu: die roten Zahlen im Depot ignorieren und auf bessere Zeiten warten.

Im historischen Vergleich kamen die spätestens nach 10 bis 15 Jahren, weshalb eine Aktienanlage unbedingt langfristig geplant werden sollte. Außerdem gehören möglichst keine Einzelaktien ins Depot, sondern günstige, marktbreite Fonds (ETFs), die das Risiko viel besser verteilen. Ein regelmäßiger Sparplan hat den Charme, dass bei niedrigeren Kursen sogar mehr Anteile gekauft werden können. Falls andererseits in der Krise das Geld knapper wird, können Sparpläne auch reduziert oder unterbrochen werden.

Lebensversicherung – sicher oder nicht?

Lebensversicherungen und auch die meisten Riester-Verträge sind nur zu kleinen Teilen am Aktienmarkt aktiv. Diese Guthaben sind deutlich konservativer angelegt, beispielsweise in Staatsanleihen. In der Krise wirken diese Anleihen stabilisierend, hier ist kein besonderes Risiko durch die Krise zu befürchten. Lebensversicherungen haben unabhängig von Corona das Problem, dass sie tendenziell eine immer schlechtere Rendite abwerfen.

Hier könnte es eine Überlegung wert sein, den Vertrag zwar nicht zu kündigen, aber zumindest beitragsfrei zu stellen. Riester-Fondssparpläne setzen hingegen auf Aktien. Sie sichern zu, mindestens das eingezahlte Kapital wieder auszuschütten. Dieser Risiko-Airbag "nach unten" schmälert allerdings auch die Ertragschancen "nach oben": Einige Anbieter haben bei den rapide fallenden Kursen mit Verlust Aktien verkauft und müssen über die kommenden Jahre nun diesen Rückstand aufholen.

Die Vor- und Nachteile von Gold

Gold gilt als solides Investment, oft überschätzen Anleger aber seine Rolle. Der Goldpreis schwankt nicht weniger stark als die Aktienkurse. Zwar hat Gold unbestritten über die Jahrtausende immer einen gewissen Wert behalten, trotzdem ist dieser kurzfristig kaum vorauszusagen. Es sollte daher allenfalls als kleine Beimischung in der persönlichen Vermögensplanung auftauchen.

Fazit

Ob die umfangreichen Stützungsmaßnahmen von Regierungen und Notenbanken zu einer höheren Geldentwertung, also einer Inflation führen, ist unter Experten umstritten. Abstrakt gesagt, treten die Wirtschaftsprobleme sowohl auf der Angebotsseite wie auch auf der Nachfrageseite auf. Manche Unternehmen können weniger produzieren, weil ihnen Arbeitskräfte oder Rohstoffe fehlen – ein Argument für steigende Preise.

Zugleich schieben Kunden nicht notwendige Käufe auf, sei es aus Zukunftsangst oder auch, weil Geschäfte geschlossen waren – was für sinkende Preise spricht. Beide Effekte könnten sich daher sogar gegenseitig aufheben. Zumindest scheint weder die Inflation noch ihr Gegenteil, eine Deflation, klar die Oberhand zu haben. Sparer sollten daher einen möglichst ausgewogenen Mix aus Bankguthaben und Aktienfonds anstreben, um auf unterschiedliche Entwicklungen vorbereitet zu sein.

Unser Experte

Dirk Eilinghoff
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Dirk Eilinghoff

Dirk Eilinghoff

Der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann leitet beim Verbraucher-Ratgeber Finanztip das Team Bankprodukte und ist für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 14. Juli 2020 | 17:00 Uhr