Ein Händler telefoniert in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main, während im Hintergrund der Verlauf des DAX auf einer Tafel angezeigt wird.
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Keine Angst vor Aktien Geld sicher anlegen: So investieren Sie richtig

Was sind Aktien und wie kann man mit Aktien Geld verdienen? Aktien stecken in vielen Geldanlagen, Versicherungen handeln mit ihnen, Banken sowieso, wenn sie das Geld der Kunden investieren. Doch was haben die Kunden davon und wie hoch ist das Risiko? Praktische Tipps zum günstigen Aktienkauf und zu Anlagestrategien gibt es von Finanzexpertin Sara Zinnecker.

Ein Händler telefoniert in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main, während im Hintergrund der Verlauf des DAX auf einer Tafel angezeigt wird.
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Wenn es um das Thema Aktien geht, reagieren viele Deutsche zurückhaltend. Manch einer mag das Debakel rund um die T-Aktie im Kopf haben – groß angepriesen Ende der 1990er Jahre, büßte der Anteilsschein der Deutschen Telekom schon bald fast seinen gesamten Wert ein, Anleger verloren viel Geld. Die Finanzkrise von 2008 förderte auch nicht das Vertrauen der Verbraucher in Banken und Börsen. Und nach der Europawahl ruckelte es auch bei den wichtigsten Börsenbarometern in Europa.

Dennoch kommen Sparer, die langfristig Vermögen aufbauen wollen, am Aktienmarkt nicht vorbei – insbesondere in einer Zeit, in der es auf normale Sparkonten kaum noch Zinsen gibt. Entscheidend ist, das Thema Aktiensparen richtig anzugehen. Das bedeutet vor allem: Risiken verteilen und lange dabei bleiben! Sara Zinnecker hat einige einfache Erkenntnisse und Regeln zusammengestellt, die den Einstieg an der Börse erleichtern und Sie vor Aktienfrust bewahren.

Bloß nicht zocken

Immer wieder tauchen in den Medien oder in der Werbung vermeintliche Experten auf, die Sparern eine ganz bestimmte Aktie oder Branche ans Herz legen. Todsicher sei der Tipp, man könne mit diesen Aktien besonders viel verdienen. Doch nicht mal Managern großer Aktienfonds gelingt dies. Am Ende, das zeigen auch zahlreiche Studien, ist ein einzelner Mensch nicht systematisch schlauer als die Masse der Anleger. Auf einzelne Aktien zu spekulieren, klappt ganz häufig nicht.

Weltweit und langfristig anlegen

Besser ist es, ganz konservativ zu bleiben und in den Aktienmarkt als Ganzes zu investieren. Das geht gut mit einem Fonds, der den weltweiten Aktienindex nachempfindet. Kurzfristig gibt es auch da Schwankungen. Aber langfristig haben Anleger bislang nie Geld verloren, wenn sie mindestens 15 Jahre dabeigeblieben sind. Selbst wer 2000 (vor dem Crash am Neuen Markt) ein- und 2015 (nach der Finanz- und Staatsschuldenkrise) wieder ausgestiegen ist, hat aus 10.000 Euro immerhin knapp 12.200 Euro gemacht. Im Durchschnitt waren rund 7 Prozent Rendite pro Jahr drin.

Einfach anfangen

Je günstiger Sparer Anteile am Aktienfonds erwerben und je mehr die Aktien dann im Wert steigen, umso mehr Gewinn machen Sparer. Doch wer weiß schon, wann es mal wieder kurzfristig nach unten geht – und dann wieder nach oben geht? Den Blick in die Glaskugel hat niemand – und deshalb gibt es auch nicht den einen richtigen oder falschen Einstiegszeitpunkt. Wer daher etwas Geld übrig hat, sollte einfach anfangen und die Anlage dann 15 Jahre oder länger liegenlassen. Alternativ lässt sich auch gut mit kleinen, monatlichen Raten von 50 oder 100 Euro langfristig ansparen. Dabei profitieren Anleger regelmäßig auch von günstigen Kursen.

Günstig sparen

Der schönste langfristige Börsenaufschwung nützt nichts, wenn hohe Kosten große Teile der Rendite auffressen. Wer Aktien oder Fondsanateile bei der Bank liegen hat, zahlt meistens gleich an mehreren Stellen: beim Kauf, bei der Verwaltung und bei der Lagerung der Aktien im Depot. Sara Zinnecker meint: Es geht auch ohne Bankberater und teure Gebühren. Für eine einfache Geldanlage braucht es eigentlich nur einen günstigen, weltweit aufgestellten Aktien-Indexfonds (ETF) und ein preiswertes Depot bei einer Onlinebank oder einem spezialisierten Wertpapierhändler. Im besten Fall bezahlen Sparer für einen Sparplan gar nichts und für eine einmalige Geldanlage zwischen 7 und 25 Euro.

Nicht das ganze Geld in Aktien anlegen

Das Wort "verkaufen" aus weißen Buchstabenwürfeln gelegt
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So lange sich Unternehmen weltweit der Forschung widmen und Innovation vorantreiben, steigt langfristig die Wirtschaftsleistung– so die herrschende Meinung. Zwischendurch kann sich der Aktienmarkt aber auch mal nach unten bewegen. Wer in dieser Phase Geld braucht, macht Miese. Daher sollte nur solches Geld in Aktienfonds fließen, auf das Sparer 10 bis 15 Jahre verzichten können. Wer heute weiß, dass er in einigen Jahren Geld braucht, sollte Erspartes besser auf Festgeldkonten mit sicherer Verzinsung parken. Auf dem Tagesgeldkonto sollten zudem zwei bis drei Nettogehälter liegen, um im Notfall flüssig zu sein.

Auch ans Auszahlen denken

Gewinne sind erst dann wirklich gemacht, wenn Sparer ihre Aktien verkauft haben. Anleger sollten sich also rechtzeitig Gedanken machen, wann sie das Ersparte voraussichtlich wieder brauchen. Es ist sinnvoll, einige Jahre vorher zu beginnen, Fondsanteile schrittweise in Tages- oder Festgeld umzuschichten. So vermeiden Sparer, den Großteil ihres Aktienvermögens in einer ungünstigen Börsenphase verkaufen zu müssen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 04. Juni 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juni 2019, 10:14 Uhr