Geld sparen in 2021 Wie Sie im neuen Jahr sparen können

Im neuen Jahr ist es möglich, mehr Geld zurückzulegen. Gibt es neue Freigrenzen oder Sozialversicherungsbeträge, die man kennen sollte? Profitiere ich vom Wegfall des Solidaritätszuschlags? Wie sieht es aus mit einem Wechsel der Krankenkasse? Alle Tipps, damit man 2021 mehr Geld im Portmonee hat, gibt es vom Finanzexperten Hermann-Josef Tenhagen.

Auch das Jahr 2021 wird für viele Menschen nicht einfach werden. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei, immer noch drohen Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit und für manche kleine und große Unternehmer die Pleite.

Gleichzeitig eröffnen sich aber auch zahlreiche Chancen, finanziell zu gesunden. Chancen, weil die Politik Hilfen und Entlastungen für das Jahr 2021 beschlossen haben. Und auch Chancen, die sich aus den neuen Konstellationen während und nach Corona ergeben.

Chancen, die die Politik eröffnet

Die größte Chance für 90 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist der Wegfall des Soli. Für eine vierköpfige Familie, die nach Abzug der Kinderfreibeträge 50.000 Euro brutto verdient, sind so 400 Euro mehr im Jahr 2021 in den Lohntüten. Der gut verdienende Single mit einem Bruttolohn von 60.000 Euro profitiert sogar mit rund 900 Euro.

Das Bundesfinanzministerium stellt einen Soli-Rechner zur Verfügung, der einen ersten Überschlag erlaubt, wie sehr Sie profitieren. Und einen ersten Eindruck davon sollten Sie spätestens mit der Lohnabrechnung für den Januar bekommen. Zwei weitere Faktoren wirken sich dort zu Ihren Gunsten aus: Der Grundfreibetrag steigt auf 9.744 Euro. Das heißt, für die ersten 9.744 Euro Einkommen müssen Sie 2021 keine Lohnsteuer zahlen. Ihr Netto steigt. Und Alleinerziehende bekommen einen besonderen Freibetrag von über 4.000 Euro. Für diesen Anteil vom Lohn ist auch keine Steuer mehr fällig.

Und zwei Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern, die eher weniger Geld haben, profitieren 2021 auch: Wer auf Hartz IV oder Grundsicherung angewiesen ist, bekommt mehr Geld. Besonders profitierten Familien mit Kindern im jugendlichen Alter. Für die gibt es monatlich 45 Euro mehr. Das sollte wenigstens ein bisschen mehr gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

Das ändert sich für Rentner 2021

Und Rentnerinnen und Rentner, die zwar lange gearbeitet und Beiträge eingezahlt, aber immer wenig verdient haben, sollen ab diesem Jahr von der Grundrente profitieren.

Das Gesetz ist in Kraft, auf das Geld müssen sie allerdings noch warten. Weil die neue Grundrente kompliziert zu berechnen ist und mit anderen Einkünften erst abgeglichen werden muss, werden die ersten Auszahlungen rückwirkend erst im Sommer erwarten. Mancher wird auf den Geldsegen sogar bis zum Sommer oder Herbst 2022 warten müssen.

Im Schnitt soll es für diese Rentner 75 Euro mehr geben, bis zu 400 Euro mehr sind drin. Einige Beispiele sind bei Finanztip vorgerechnet.

Und Wohngeldbezieher bekommen wegen der höheren Energiekosten ab sofort mehr Geld. Da ihnen die Nachzahlung wegen der Energiekosten aber erst mit der Nebenkostenabrechnung droht, tun Wohngeldbezieher gut daran, das Mehr an Wohngeld zur Seite zu legen, um dann gewappnet zu sein.

Außerdem: Das Kindergeld wird um 15 Euro im Monat erhöht für jedes Kind.

Was wird teurer?

Zwei Dinge werden 2021 allerdings teurer: zum einen Energie. Wegen der neuen CO2-Abgabe und der wieder steigenden Mehrwertsteuer werden Benzin und Diesel, Heizöl, Gas und Flüssiggas deutlich teurer. Häufig geht es um zehn Cent pro Liter. Und die CO2-Abgabe steigt in den kommenden Jahren weiter.

Wer einen weiten Weg zu Arbeit hat, der wird allerdings mit einer leichten Steigerung der Kilometerpauschale ab dem 21. Kilometer zur Arbeit in Stück entlastet. Sie steigt dann von 30 auf 35 Cent.

Die Versichertenkarten der Krankenkassen DAK, AOK, Barmer und Techniker-Krankenkasse TK liegen mit Euro-Geldnoten unter einem Stethoskop.
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Für viele wird außerdem die Krankenkasse teurer. Der durchschnittliche Beitrag steigt um 0,2 Prozent, bei Techniker, Barmer und auch bei der AOK Sachsen-Anhalt steigen die Beiträge noch mehr. Wer nicht auf spezielle Leistungen der eigenen Kasse angewiesen ist, kann allerdings gut zu einer preiswerteren Kasse wechseln.

Ab 2021 reicht es, die neuen Kasse zu beauftragen, die erledigt dann die Kündigung bei der alten Kasse (wie beim Stromanbieter) und den ganzen bürokratischen Rest. Der Unterschied zwischen einer teuren und einer preiswerten Kasse machen bei 2.000 Euro brutto zehn Euro im Monat oder mehr aus, bei 4.000 Euro sogar 20 Euro. Genauso profitiert noch einmal der Arbeitgeber.

Der alljährliche Finanztip-Krankenkassentest im Januar hilft auch Wechselwilligen, für die es auf bestimmte Leistungen schon ankommt. 

Chancen durch die Pandemie-Situation

Wenn man ein Jahr kein Geld für Reisen, fürs Shopping und fürs Essen gehen ausgeben kann, sorgt das bei vielen Menschen für eine extrem anschwellende Sparquote. 2020 haben die Deutschen im Schnitt zeitweise doppelt so viel Geld zur Seite gelegt, wie in den Jahren davor. Das geht auch 2021, und auch bei Ihnen, wenn das Konto noch nicht ausgeglichen ist.

Wenn aber schon schwarze Zahlen auf allen Konten das Herz erfreuen, ist es Zeit für eine durchdachte Anlagestrategie. Und die besteht aus drei Teilen:

  1. Zwei bis drei Monatseinkommen auf einem Tagesgeldkonto sammeln, damit Sie im Alltag nie wieder den Dispo brauchen, auch wenn gleichzeitig hohe Rechnungen fürs kaputte Auto, der neue Kühlschrank und die Klassenreise der Tochter anstehen. Dabei sind 0,4 Prozent Zinsen drin.
  2. Einen Sparstrumpf für die neuen Küche oder das nächste Auto anlegen, zum Beispiel für drei Jahre fest. Dabei sind 0,85 Prozent Zinsen drin. Wie viel Sie dafür brauchen, wissen sie selbst am besten.
  3. Geld, das Sie lange nicht brauchen, tatsächlich investieren. Sei es in die erste eigene Wohnung, die energetische Sanierung des eigenen Hauses oder Ähnliches. Hier gibt es bis zu 45 Prozent Zuschuss vom Staat. Ist das Geld vorhanden, spricht viel für eine schnelle Sanierung, auch wegen der weiter steigenden Energiekosten. Oder denken Sie auch an einen Sparplan für einen weltweiten, marktbreiten Aktienindexfonds. In den vergangenen Jahrzehnten hat man nach 15 Jahren mit einer solchen Anlage noch nie Verluste gemacht, im Schnitt aber 7 bis 8 Prozent Rendite – und das trotz geplatzter Dot-Com-Blase, Lehman-Finanzkrise oder auch dem Börsentiefschlag zu Beginn der Corona-Krise.

Nehmen Sie sich die Zeit für eine eigene Strategie. Drei Abende mit dem Partner und hinterher bestellen Sie jeweils ein schönes Essen und entkorken eine Flasche guten Weines. Das Geld ist dann nämlich da und die Belohnung haben Sie sich redlich verdient.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 12. Januar 2021 | 17:00 Uhr