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Welche Sparform noch etwas bringt Wie Sie trotz Niedrigzinsen richtig Geld sparen

Die Zinsen sind im Keller, sogar Gebühren für den Notgroschen drohen. Was gibt es bei Tagesgeld, welche Fonds sind interessant und ist Gold eine Alternative? Welche Sparform in Zeiten von Niedrigzinsen noch etwas bringt, erklärt Experte Dirk Eilinghoff.

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Sparen lohnt sich noch immer

Auch wenn Zins und Zinseszins das Geld nicht mehr vermehren. Es ist immer noch sinnvoll, Geld für schlechte Zeiten oder größere Anschaffungen zurückzulegen. Erst vor wenigen Tagen hat der Schuldneratlas Deutschland 2019 gezeigt, dass fast sieben Millionen Menschen in Deutschland überschuldet sind. Wer dagegen Geld auf der hohen Kante hat, muss in Notfällen nicht zum Kredit greifen und gerät nicht in Zahlungsschwierigkeiten.

Ein Tagesgeldkonto sollten Sie behalten

Wenn es keine Zinsen mehr gibt, unterscheiden sich Sparkonten nicht mehr von einem Girokonto. Beide sind zinslos. Trotzdem ist es sinnvoll, das Ersparte getrennt von den laufenden Eingaben und Ausgaben zu halten. Als Grundregel gilt: Auf das Sparkonto sollten Sie möglichst monatlich Geld einzahlen – immer dann, wenn Sie am Monatsende auf dem Girokonto im Plus sind. Noch besser ist es, wenn Sie das Sparkonto per Dauerauftrag anfüllen.

Festgeld ist die einzige sichere Sparform, die noch Zinsen bringt

Etwas Zinsen bekommen Sie noch, wenn Sie für einige Zeit auf Ihr Geld verzichten, also ein Festgeld abschließen. In dieser Zeit kann die Bank mit Ihrem Geld arbeiten. Mehr als ein knappes Prozent gibt es dafür beim dreijährigen Festgeld allerdings auch nicht mehr. Und das auch meist nicht bei der örtlichen Bank oder Sparkasse, sondern über das Internet bei holländischen oder französischen Banken.

Gold hat sich gut entwickelt, aber der Wert schwankt

Goldbarren liegen gestapelt in einem Safe der Deutschen Bundesbank
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Der Goldpreis hat auf Jahressicht immer noch mehr als 20 Prozent zugelegt. Das zeigt aber auch, dass Gold keineswegs so wertbeständig ist, wie es die Gold-Fans behaupten. Wer etwa Anfang September 2019 zu den jüngsten Höchstständen Gold kaufte, hatte bis Ende November einen Wertverlust von ungefähr 7 Prozent zu verkraften. Eine Goldanlage ist also kein Sparbuch, auch wenn Gold in Krisenzeiten tendenziell im Wert steigt.

Ein Bausparvertrag ist kein Sparvertrag

Auch wenn die Zinswelt zusammengebrochen ist: Bausparkassen verlangen für Ihre Verträge immer noch die gleichen Gebühren wie vor 20 oder 30 Jahren: 1 bis 1,6 Prozent auf die Bausparsumme werden fällig. Wenn es gleichzeitig aber nur ein Zehntel oder Hundertstel der Bausparsumme als Zinsen gibt, bekommen Sie am Ende sogar weniger heraus, als Sie eingezahlt haben.

Wertpapiere – aber die richtigen

Wer bei seiner Bank oder Sparkasse vor Ort nach Wertpapieren fragt, erhält häufig sogenannte Zertifikate angeboten. Das sind Schuldverschreibungen, bei denen Sie der Bank Geld geben, und dies in einigen Jahren (zum Ablauf des Zertifikats) zurückerhalten. Dahinter versteckt sich immer eine Finanzwette: Fällt etwa ein Korb vorher festgelegter Aktien deutlich im Wert, erhalten Sie zum Beispiel nur 90 Prozent ihres Anlagebetrags zurück. Die Bank kassiert dagegen in jedem Fall Gebühren.

Finanztip empfiehlt: Lassen Sie die Finger von diesen Produkten! Wenn Sie ein Wertpapierdepot haben, sollten Sie lieber gleich mit einem Indexfonds weltweit in eine Vielzahl von Unternehmen investieren. Wer diese Strategie in der Vergangenheit umsetzte und sich 15 Jahre Zeit nahm, konnte sich über Wertzuwächse von 6 bis 7 Prozent im Jahr freuen.

Unser Experte

Dirk Eilinghoff
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Dirk Eilinghoff

Dirk Eilinghoff

Der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann leitet beim Verbraucher-Ratgeber Finanztip das Team Bankprodukte und ist für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 03. Dezember 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2019, 22:17 Uhr