So vermeiden Sie unnötige Ausgaben Geld sparen: Mit sieben Tipps raus aus der Schuldenfalle

Auto, Handy oder neue Möbel finanziert auf Pump. Schulden anzuhäufen, kann manchmal sehr schnell gehen. Wie sich Schulden vermeiden lassen und wie man sie schnell wieder los wird, erklärt Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen.

Sparschwein
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Dieses Jahr endlich schuldenfrei!

Statistisch gesehen ist der Januar der Monat des Dispo. Ausgaben zum Jahresende für Versicherungen und Verträge gekoppelt mit den Kosten der Weihnachtsgeschenke und vielleicht sogar einer Urlaubswoche drücken die Konten vieler Verbraucher ins Minus. Wenn dann auch noch die Waschmaschine kaputt geht oder das Auto, steckt man plötzlich knietief im Dispo.

Dabei ist der Dispo besonders ärgerlich, denn er ist der teuerste Kredit, den man sich normalerweise vorstellt. Die Kreditzinsen liegen immer noch häufig bei über 10 Prozent im Jahr. Richtig gefährlich aber wird es, wenn die roten Zahlen auf dem Girokonto einhergehen mit hohen anderen Kreditbelastungen, sei es für die eigene Wohnung, fürs Auto oder die Möbel nach dem letzten Umzug.

Mit diesen Tipps landen Sie nicht im Dispo

Der Januar ist aber auch der Monat für gute Vorsätze und bessere Strategien. Mit diesen sieben Tipps vermeiden Sie die Rutschbahn in den Dispo und die Verschuldung.

1. Haushaltsbuch führen

Führen Sie ein Haushaltsbuch und klären Sie so Ihre monatlichen Reserven. Sie finden spätestens nach drei Monaten heraus, wo Sie immer wieder unerwartet und unnötig Geld ausgeben.

2. An den Kosten schrauben

Prüfen Sie, ob Sie große Kostenblöcke abstoßen können und so das Monatsbudget entlasten – der falsche Stromvertrag, der teure Handytarif, ein Fitnesstarif, den Sie gar nicht mehr nutzen können.

3. Staatliche Förderungen nutzen

Nehmen Sie neue staatliche Förderungen mit, Wohngeld und Kinderzulagen können den privaten Haushalt für Familien ohne hohes Einkommen deutlich entlasten.

4. Ratenkredit statt Dispo

Schulden Sie um. Ein preiswerter Ratenkredit ist allemal billiger als der Dispo, wenn Sie länger brauchen, um die Schulden abzubauen. Die Belastung durch einen Kredit berechnet sich aus Zinsen, die Sie Monat für Monat zahlen, multipliziert mit der Anzahl der Monate, die der Kredit läuft oder Sie im Dispo sind. Als Kreditsumme nehmen Sie am besten etwas mehr Geld auf, als Sie im Dispo stecken, das verschafft Ihnen etwas Luft. Seien Sie beim Auswählen der Laufzeit besonders vorsichtig: Legen Sie die Ratenhöhe so fest, dass Sie sie auch sicher jeden Monat leisten können. Sonst rutschen Sie wieder ins Minus und haben es dann gleich mit zwei Schuldenposten zu tun: dem Ratenkredit und den Dispo. Normalerweise schließen Sie solche Ratenkredite ab, wenn die Schulden einige 1000 Euro betragen und die Tilgung länger als ein Jahr dauert.

5. Auf neuen Ratenkredit umschulden

Schulden Sie um. Auch mancher Ratenkredit aus dem vergangenen Jahr ist teurer als ein Neuer. Mit Umschuldungen können Sie von den günstigeren Zinsen profitieren. Über Kreditportale können Sie gleichzeitig mehrere Kreditangebote vergleichen. Die Experten von Finanztip empfehlen, dabei zwei Portale zu nutzen. Sie starten mit Verivox, das Portal ist bei den Ergebnissen übersichtlich. Und dann versuchen Sie über ein zweites Portal das Angebot von Verivox zu schlagen – Check24, Finanzcheck oder Smava bieten sich dafür an.

6. Restschuldversicherung kündigen

Kündigen Sie die Restschuldversicherung, wenn sie eine solche gekoppelt mit einem der Kredite abgeschlossen haben. Diese Versicherung (auch Kreditairbag oder Fallschirm) ist fast immer überflüssig und in jedem Fall sehr teuer.

7. Rahmenkredit vereinbaren

Vereinbaren Sie wenn möglich bei Ihrer Hausbank einen Rahmenkredit. Damit können Sie bei vielen Banken spontan einen Kredit in der vereinbarten Höhe bekommen. So lange Sie aber den Kreditrahmen nicht nutzen, kostet die Vereinbarung nichts. Solche Rahmenkredite gibt es günstig auch bei der Volkswagenbank und der ING. Im Krisenfall ist ein Rahmenkredit deutlich preiswerter als der klassische Dispo.

Sollten Sie trotz Haushaltsbuch und den Tipps oben häufiger oder dauerhaft Probleme haben, aus dem Dispo rauszukommen, dann lassen Sie sich am besten von einem Schuldnerberater helfen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 07. Januar 2020 | 17:00 Uhr