Hintergrund Die Flexirente und die neue Hinzuverdienstgrenze

Vorzeitig in Ruhestand gehen und gleichzeitig noch arbeiten: Seit 2017 heißt das "Flexirente". War der Hinzuverdienst bislang auf 6.300 Euro pro Jahr begrenzt, dürfen in diesem Jahr bis zu 44.590 Euro verdient werden.

der Schriftzug "Rente" mit einem Maßband im Sechziger-Bereich
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Mit dem Flexirentengesetz, das am 1. Juli 2017 in Kraft getreten ist, wurde das Hinzuverdienst- und Teilrentenrecht bei vorgezogenen Altersrenten neu geregelt. Durch diese Neuregelung sollte die Möglichkeit vor Erreichen der Regelaltersgrenze eine Teilzeitarbeit durch eine Teilrente zu ergänzen, verbessert werden.

Die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland teilt dazu mit, dass nach den vorliegenden Zahlen für das Jahr 2019 die Anzahl der Teilrentenbezieher rund 1.200 Euro beträgt. Jedoch beträgt der Anteil der Teilrente an den gesamten Zugängen bei den vorgezogenen Altersrenten in der Region Mitteldeutschland damit nur bei ca. 1,5 Prozent. Es ist also auch weiterhin so, dass sich die Versicherten in der Regel für eine Vollrente entscheiden und daneben hinzuverdienen bis zur Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro.

Baustellenschild vor einem Gebäude der Deutschen Rentenversicherung
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Die 2017 eingeführte Flexirente führte bislang zu einen hohem Interesse der Versicherten. So wurden in Deutschland nach einer gesonderten Erhebung rund 280.000 Beratungen im Jahr 2018 und über 74.000 Beratungen im ersten Quartal 2019 zum Flexirentengesetz durchgeführt. Dem steht aber nur ein geringer Anstieg bei den Teilrenten gegenüber. Der Verwaltungsaufwand habe sich insgesamt deutlich erhöht.

Wie die neue für 2020 geltende Hinzuverdienstgrenze von 44.590 Euro bislang angenommen wird, darüber kann die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland noch keine Angaben machen. Statistische Zahlen für das Kalenderjahr 2020 werden erst im kommenden Jahr vorliegen. Nach einer ersten Einschätzung ergäbe sich aber bislang kein erheblicher zusätzlicher Anstieg bei der Nachfrage zu einer Teilrente. In Einzelfällen wurden bezogen auf diese besondere Hinzuverdienstgrenze für das Kalenderjahr 2020 Altersrentenanträge früher gestellt als ursprünglich vorgesehen.

Prüfung von Amts wegen für Rentenbezieher: Aus Teil- wird Vollrente

Die Rentenversicherung Mitteldeutschland teilt weiter mit, dass bei Beziehern einer Teilrente, deren Rente vor dem 1. Januar 2020 begonnen hat, im Rahmen der Überprüfung der Hinzuverdienstprüfung zum 1. Juli 2020 für das Kalenderjahr 2019 alle betroffenen Altersrenten diesbezüglich von Amts wegen geprüft werden. Gegebenenfalls ergibt sich daraus dann für Teilrentenbezieher für das Kalenderjahr 2020 der Anspruch auf die volle Altersrente oder eine höhere Teilrente. Teilrentenbezieher, deren Rente im Jahr 2020 vor dem Bekanntwerden der besonderen Hinzuverdienstgrenze festgestellt worden ist, sollten einen eigenen Antrag auf Berücksichtigung der Hinzuverdienstgrenze stellen, da hier erst wieder zum 1. Juli 2021 eine Überprüfung erfolgt und daher für die Rentenversicherungsträger in der Regel vorher nicht angezeigt werden. Sollte die Überprüfung aber erst zum 1. Juli 2021 deshalb erfolgen, würden die höheren Rentenansprüche für das Jahr 2020 nachgezahlt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 23. Juni 2020 | 20:15 Uhr