Kfz-Versicherung Ältere Fahrer zahlen mehr und können trotzdem sparen

Die Autoversicherung wird ab einem gewissen Alter schlagartig teurer. Schon ab 55 zieht der Alterszuschlag die Beiträge hoch. Doch nicht alle Betroffenen bekommen das mit. Woran das liegt und wie Verbraucher sparen können, erklärt Experte Hermann-Josef Tenhagen.

Autofahrer im Auto
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Fast ein Drittel der Deutschen Autofahrer ist über 60. Und zahlt deutlich mehr als jüngere Fahrer für ihre Versicherung. Der Grund: Ähnlich wie Fahranfängern wird älteren Autofahrern ein höheres Unfall-Risiko attestiert. So würde zum Beispiel ab einem gewissen Alter die Reaktionsschnelligkeit nachlassen und eventuell Medikamente das Autofahren beeinträchtigen. Auch wenn das nicht auf jeden Autofahrer zutrifft, kommen die Beitragserhöhungen trotzdem. Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen erklärt im Interview, was Verbraucher dagegen tun können.


Wie teuer ist dieser Alterszuschlag?

Wen man 30 Jahre Unfallfrei fährt, also die gleiche Schadensfreiheitsklasse hat, dann zahlt jemand, der heute 75 Jahre alt ist, 58 Prozent mehr als wenn er 55 Jahre alt ist. Obwohl sie 30 Jahre unfallfrei sind, bezahlen Senioren tatsächlich deutlich mehr. Und weil das so ist, sollte man sich als Senior damit beschäftigen. Das ist auch unterschiedlich. Bei dem einen werden es mal 30 Prozent mehr und bei dem anderen 70 Prozent mehr.

Diesen Unterschied müssten die Versicherten doch merken.

Der Punkt ist, dass die Leute zum Teil noch länger unfallfrei fahren. Jemand, der 75 ist, ist zum Teil 25 oder auch 30 Jahre unfallfrei gefahren. Dadurch kommen Sie in eine bessere Schadensfreiheitsklasse und dadurch geht der zu zahlende Beitrag runter. Gleichzeitig geht hinter den Kulissen, weil der Versicherungsnehmer älter wird, der Beitrag rauf. Und der Verbraucher bemerkt gar nicht so richtig, dass er viel mehr bezahlt als wenn er zwanzig Jahre jünger wäre.

Ab wann gehen die Beitragserhöhungen los und was sollte man dann tun?

Ab 55 wird es teurer. Bis 65 wird es zehn Prozent teurer. Von 65 bis 75 noch mal 40 Prozent. Das heißt im Grunde, man sollte alle zwei bis drei Jahre gucken, ob man woanders einen preiswerteren Vertrag bekommen kann. Aber das sollte man eigentlich auch schon in jüngeren Jahren tun.

Zum Ende eines jeden Versicherungsjahres können Sie Ihren Kfz-Vertrag kündigen – in der Regel zum 31. Dezember. Die Kündigungsfrist für Ihre Kfz-Versicherung beträgt einen Monat. Ihre Kündigung muss also spätestens am 30. November beim Versicherer vorliegen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 24. September 2019 | 17:00 Uhr