Datenklau oder Diebstahl Kreditkartenbetrug: So bekommen Sie Ihr Geld zurück

Mit der Kreditkarte zu zahlen ist einfach und bequem. Doch wenn Betrüger an die Daten kommen, können auch sie damit einfach und bequem shoppen gehen. Wie bekommt man in so einem Fall sein Geld zurück und wann ist es futsch?

Verwirrte Frau hält beimTelefonieren eine Kreditkarte in der Hand
Wer eine Abbuchung auf dem Konto entdeckt, die er nicht zuordnen kann, sollte sofort seine Bank kontaktieren. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Bei einer Abbuchung, die nicht vom Kunden veranlasst wurde, haftet die Bank. So will es das deutsche "Zahlungsdienste-Recht", das im bürgerlichen Gesetzbuch verankert ist. Matthias Lange, Abteilungsdirektor beim Bundesverband deutscher Banken, empfiehlt Kunden, sich bei mysteriösen Abbuchungen sofort mit der Bank in Verbindung zu setzen.

Sofort Bank kontaktieren

Lange sagte MDR AKTUELL: "In der Regel bekommen Sie von der Bank ein Dokument zugesendet, in dem Sie die Informationen zu den Transaktionen bereitstellen und dann auch bestätigen, dass Sie die Transaktion nicht durchgeführt haben. Und mit diesem Dokument kann die Bank auf den Händler zugehen und vom Händler die entsprechenden Beweise oder Nachweise anfordern, dass doch Sie die Transaktion durchgeführt haben."

Bank behält maximal 50 Euro Selbstbeteiligung

Kann der Händler das nicht nachweisen oder ist nicht mehr auffindbar, veranlasst die Bank ein sogenanntes "Chargeback", eine Rückbuchung. Maximal 50 Euro darf die Bank als Selbstbeteiligung vom Kunden einbehalten. Die meisten Banken und Sparkassen verzichten darauf allerdings. Denn egal, ob die Abbuchung von einer Visa- oder Mastercard-Karte erfolgt ist, die Banken sind für die Regulierung selbst zuständig.

Mitverantwortung bei Fahrlässigkeit

Nach Erfahrung des Leipziger Rechtsanwalts Igor Dragobetski erstatten die Banken das Geld meist anstandslos zurück.

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Allerdings könne auch dem Kunden eine Mitverantwortung gegeben werden, "und zwar dann, wenn Sie zwar die Zahlung nicht autorisiert haben oder die Abbuchung nicht autorisiert haben, aber die Abbuchung aufgrund grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz verschuldet haben. Dann haften Sie voll", erklärt der Anwalt. Dann werde der abgebuchte Betrag nicht zurückgebucht, sondern die Bank behalte diesen Betrag praktisch als Schadensersatz ein.

Diebstahl oder Missbrauch umgehend melden

Bei einem Kreditkartenklau muss der Kunde etwa beweisen, dass er Karte und Pin nicht zusammen aufbewahrt hat – das wäre grob fahrlässig. Auch, wer einen Missbrauch nicht umgehend der Bank meldet, kann Pech haben – und muss seine Unschuld dann möglicherweise mit rechtlicher Unterstützung beweisen.

Kreditkarte sofort sperren lassen

Gerade auch bei Betrugs- und Datenklau-Maschen im Internet kann es schwierig sein, zu zeigen, dass man zum Beispiel ein Abo unwissentlich abgeschlossen hat. Rechtsanwalt Dragobetski rät deshalb, die Kreditkarte bei einem Diebstahl oder verdächtigen Abbuchungen sofort sperren zu lassen: "Wenn Sie das nicht tun, kann Ihnen die grobe Fahrlässigkeit zu Last gelegt werden. Nicht, weil sie die Karte eventuell mit der PIN aufbewahrt haben, aber, weil sie die Karten zu spät gesperrt haben."

Anzeige ratsam

Auch eine Strafanzeige ist ratsam, um gegebenenfalls nachweisen zu können, dass man die Zahlungsdaten nicht wissentlich weitergegeben hat. Um bei immer neuen Betrüger-Maschen nicht auf dem Schaden sitzen zu bleiben, heißt es deshalb vor allem: Kontoauszüge regelmäßig überprüfen, Auftragsbestätigungen und Quittungen gut aufbewahren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Februar 2020 | 05:00 Uhr