Symbolbild Online-Banking am Computer
Online-Banking ist in vielen Haushalten inzwischen völlig normal. Durch eine neue EU-Richtlinie soll es jetzt noch sicherer gemacht werden. Bildrechte: IMAGO

Neue EU-Richtlinie Mehr Sicherheit beim Online-Banking

Es ist mittlerweile fast schon selbstverständlich, dass man Online-Banking nutzt. Wir rufen schnell mal von zuhause aus den Kontostand ab, buchen Flüge mit Kreditkarte oder erteilen Spotify und Netflix die Erlaubnis, die monatlichen Gebühren bequem vom Konto abzubuchen. Ab 14. September gibt es allerdings in der ganzen EU ein paar Veränderungen. Dann tritt nämlich eine neue Richtlinie in Kraft, die das Zahlen im Internet sicherer machen soll.

von Theresa Liebig, MDR AKTUELL

Symbolbild Online-Banking am Computer
Online-Banking ist in vielen Haushalten inzwischen völlig normal. Durch eine neue EU-Richtlinie soll es jetzt noch sicherer gemacht werden. Bildrechte: IMAGO

PSD2 – das klingt kompliziert, soll aber dem guten Zweck dienen. PSD2 ist eine EU-Richtlinie, die ab dem 14. September die Sicherheit beim Online-Banking erhöhen und den Verbraucherschutz stärken soll. Soweit zur Theorie. Aber was verändert sich ganz konkret für alle, die Online-Banking nutzen?

Zum einen wird es komplizierter, wenn man online nur mal schnell seinen Kontostand prüfen möchte. Yvonne Röhling ist Expertin für Finanzdienstleistungen bei der Verbrauchzentrale Halle und erklärt, dass man zusätzlich zur vierstelligen PIN auch noch weitere Kennungen braucht.

Diese Kennung kann sich aus drei Bausteinen zusammensetzen: Wissen, Besitz und Biometrie.

Yvonne Röhling, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale in Halle

Wissen wäre zum Beispiel ein Passwort, das man sich hinterlegt. Besitz wäre eine Karte, über die man sich einloggt oder ein Telefon mit einer entsprechenden Kennung oder einer SIM Karte. Und der biometrische Teil wären ein Augenscan oder ein Fingerabdruck, erklärt Röhling.

Auch das Bezahlen verändert sich

Neben dem Einloggen verändert sich auch das Bezahlen. Angenommen, man bestellt online Schuhe und zahlt mit Kreditkarte. Bislang brauchte man dafür Kartennummer, Ablaufdatum der Karte und die dreistellige Prüfzahl, die auf der Karte steht. Auch hier würden ab 14. September höhere Sicherheitsstandards gelten, sagt Yvonne Röhling.

Nach ihren Worten muss man sich dann zusätzlich über ein Passwort legitimieren. Zum Baustein des Besitzes der Karte komme noch der Baustein des Wissens, wie eine PIN, oder etwas Biometrisches, wie ein Fingerabdruck, hinzu, erklärt Röhling. Diese zusätzlichen Sicherheitsstandards gelten für alle Nutzer von Online-Banking mit Inkrafttreten der neuen Richtlinie.

Drittanbieter mit Kontozugriff

Eine dritte Veränderung ist hingegen optional. Künftig besteht die Möglichkeit, Drittanbietern den Zugriff auf das eigene Konto zu erlauben. Frank Steinmeyer von der Sparkasse Leipzig erklärt die sogenannten Zahlungsdienstleister:

Künftig können Sie einen Drittanbieter berechtigen, dass er Ihnen von Ihren unterschiedlichen Konten alle Informationen zur Verfügung stellt: über Ihre Zahlungsvorgänge oder Ihren Vermögensstand.

Frank Steinmeyer, Sparkasse Leipzig

Dabei sei es sehr wichtig, darauf zu achten, wem man seine Daten gebe und ob man einverstanden sei, dass diese Person dann auf die eigenen Konten zugreifen könne, betont Steinmeyer.

Vorsicht bei Datenweitergabe

Diese Drittanbieter unterstehen zwar der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, also der Behörde, die in Deutschland alle Bereiche des Finanzwesens kontrolliert. Aber auch Yvonne Röhling von der Verbrauchzentrale rät zur Vorsicht.

Drittanbieter, die auf das Girokonto zugreifen, sehen wirklich alles, was sich auf dem Konto tut: Bekommt man Kindergeld? An welche Stadtwerke zahlt man Gas und Strom? Welche Versicherungen hat man? Wer all die technischen Neuerungen umgehen möchte, der müsste sich über kurz oder lang wohl ganz vom Online-Banking verabschieden und am guten alten Bankschalter das Bargeld abholen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Juni 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2019, 05:00 Uhr

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7 Kommentare

06.06.2019 16:04 BAC 7

nur Unfug diese EU alles undurchsichtiger und komplizierter da können die Banken besser abzocken sicherer ist nie was geworden ... weg mit den Bürokraten

06.06.2019 14:20 Ingrid Obermaier 6

was kostet eigentlich eine Überweisung via Internet? Derzeit - ich hab grad die neuen Gebühren meiner Bank bekommen.....wow...ich hoffe, ich hab da was falsch gelesen. 2,50 pro Überweisung .... das ist der Hammer....

05.06.2019 22:15 Anton 5

Wenn es mit Internet wirklich kompliziert wird, dann werde ich wirklich nicht meht in Internet kaufen. Auch jetzt kaufe ich nur dort, wo Lastschrift möglich ist, da ich Lastschrift für einzig sichere Variante halte.

05.06.2019 20:49 Mane 4

Die EU bringt nur Dreck heraus, zum klotzen. Wird alles immer schwieriger.

05.06.2019 16:33 Wanderer 3

Für alte Leute, so wie mich, wird dies ein Fiasko, weil GOOGLE damit involviert ist und ich mir ein Handy anschaffen muss.

05.06.2019 14:12 Gabsschonoderbrauchtmannicht 2

@anton: Neuheiten dienen nie dem Verbraucher sondern immer dem Anbieter. Entweder man optimiert Prozesse zur Kostenersparnis oder man schafft Prozesse um Gewinnquellen zu schaffen. Hier sinds mal wieder die Daten wie Kontobewegungen oder eindeutige Identitätsmerkmale wie Irisbild oder Fingerabdruck.

05.06.2019 09:27 Anton 1

Wozu sollte man alle Kontodaten an Drittanbieter geben? Alte und sichere Lastschrift reicht nicht mehr? Dort hat man ja 8 Wochen Zeit, um fehlerhafte Transaktionen rückgängig zu machen. Außerdem braucht man für Lastschrift nur relativ wenige Daten zu geben. Wozu diese Neuigkeiten?