Cashback Supermarkt als Bankfiliale: Geld abheben oder einzahlen an der Kasse

Laut Handelsverband HDE können Kunden inzwischen in 22.000 Filialen von Supermarktketten, Einzelhändlern, Baumärkten, Drogerien oder auch Tankstellen Geld abheben. Das so genannte "Cashback" – englisch für: Wiederauszahlen von Bargeld – ist möglich, wenn Kunden vorher etwas gekauft haben. Je nach Händler gibt es einen Mindesteinkaufswert. Üblich sind zehn oder 20 Euro, einige Discounter wie LIDL oder ALDI erlauben "Cashback" sogar schon ab fünf Euro. Die Drogeriekette dm hat die Hürde aktuell noch einmal weiter gesenkt: Wer mindestens ein Produkt kauft, kann Bargeld abheben. Kunden können mit Girocard und PIN bis zu 200 Euro bekommen. Das Geld wird dann mit der Summe für den Einkauf vom Bankkonto abgebucht. Bei einigen Discountern wie Aldi Süd oder Norma können Kunden nach einem Einkauf auch mit der Kreditkarte Geld an der Kasse abheben.

Keine Gebühren

Eine Frau hält eine Geldbörse mit zahlreichen Banknoten und Bankkarten in der Hand
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Für das Abheben an der Kasse spielt es keine Rolle, bei welcher Bank Kunden ihr Konto haben. "Da kommt es einzig darauf an, dass der Händler anbietet, mit der Girocard Geld abzuheben", sagt Madlen Müller von der Verbraucherzentrale Sachsen. Für Kunden ist der Service in der Regel kostenlos. Die Händler zahlen rund 0,2 Prozent der ausgezahlten Summe als Gebühr an die Bank. Das wären bei 100 Euro rund 20 Cent. Im Umkehrschluss sparen die Händler "Abholkosten" für Bargeld, das im Tagesverlauf in der Kasse landet. "Die Händler sehen das als Vorteil für sich: Sie können Kunden binden und haben so am Ende auch weniger Bargeld im Bestand", sagt unsere Expertin. Der für Kunden gebührenfreie Abhebeservice ist aus ihrer Sicht eine echte Alternative zum Gang zum Bankautomaten. Vor allem dann, wenn der nächste Automat für kostenloses Abheben sehr weit weg ist und Kunden an näheren Geldautomaten Gebühren bezahlen müssten.

Bisher keine Probleme

Auch, wenn sich das Abheben an der Kasse etwas ungewohnt anfühlt und vielleicht auch unsicherer als am Bankautomaten im Finanzinstitut: Bisher gibt es laut Verbraucherschützern keine Beschwerden über den Service. "Wenn man an der Kasse sagt, dass man 200 Euro abheben will, dann bekommen das natürlich auch mehr Menschen mit als in der Bank. Das muss man einfach wissen", sagt Madlen Müller. Sie rät, sich an der Kasse immer den Bon mitgeben zu lassen und dann regelmäßig die Kontoauszüge zu prüfen. "Das gilt aber unabhängig davon, ob man gerade an der Kasse abhebt oder am Geldautomat", sagt die Verbraucherschützerin.  

Sorge vor Falschgeld in der Praxis meist unbegründet

Euroscheine und Münzen werden mit Lupe geprüft.
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Zumindest in der Theorie könnten unter den an der Kasse ausgegebenen Geldscheinen auch Blüten sein. Für Händler gelten in Bezug auf Falschgeld nicht ganz so strenge Regeln wie für Banken. Darauf weist die Bundesbank hin. Danach sind in ganz Europa die Finanzinstitute verpflichtet, von ihnen ausgegebenes Geld vorher auf Echtheit zu prüfen. Das muss aber nicht unbedingt eine Maschine erledigen. Das können auch Bankenmitarbeiter, die Blüten auch übersehen könnten, so Stiftung Warentest. Nach MDR-Recherchen legen Einzelhandelsunternehmen auch im eigenen Interesse größten Wert darauf, selbst keine Blüten in ihre Kassen zu bekommen. Kassierer erkennen Falschgeld schneller als Kunden und können zudem auf Hilfsmittel wie Schwarzlicht zurückgreifen.

Geld einzahlen und Rechnungen begleichen

"Cashback" gibt es schon einige Jahre. Relativ neu dagegen ist die Möglichkeit, an Kassen von Supermarkt oder Drogerie auch Geld einzuzahlen. "Das kann besonders dann eine Alternative sein, wenn man sein Konto nur online führt und zum Geld einzahlen zu bestimmten Stellen müsste", sagt unsere Expertin. Das Ganze ist allerdings etwas umständlicher als das Geld abheben an der Supermarkt-Kasse und klappt längst nicht für alle Bank-Kunden: Nutzer müssen sich dafür eine App herunterladen. Die gibt es entweder von der Deutschen Kreditbank, von N26 oder vom Startup Barzahlen.de. Die Direktbanken und das Startup arbeiten dafür zusammen. Kunden müssen vorab in der App angeben, wie viel sie auf ihr Konto einzahlen wollen. Dann erzeugt die App einen Barcode, der dann im Supermarkt an der Kasse eingelesen wird. Das Geld kann dann eingezahlt werden. Bei der DKB kostet der Service 1,5 Prozent der Summe. N26 bietet ihn kostenlos an.

Über die App von barzahlen.de können Kunden zudem auch Rechnungen bezahlen, die sie per Post bekommen haben. Dafür wird laut barzahlen.de der beigelegte Zahlschein mit der App gescannt. Der Service ist laut Unternehmen kostenlos und klappt aber nur bei den Partnern des Startups wie Penny, REWE oder dm. Mit diesen Unternehmen arbeiten auch die DKB und N26 zusammen. "Da muss man sich die Bedingungen vorher nochmal in Ruhe durchlesen, bevor man das ausprobiert", sagt Madlen Müller. Sie rät auch für die Einzahlvariante, den Kassenzettel grundsätzlich aufzuheben und so im Ernstfall auch einen Nachweis zu haben.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 18. Februar 2020 | 10:45 Uhr