Kontoauszug mit Kostenaufstellung für Kontogebühren, darauf liegen Münzen
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Bank-Gebühren Wie Kunden bei steigenden Gebühren sparen können

Banken und Sparkassen wollen immer mehr Geld für das Geld ihrer Kunden. Sie verlangen und erhöhen Gebühren schon dafür, dass man ein Konto hat. Helfen Online-Konten beim Sparen oder wird es auch hier teurerer? Finanztip Banken-Expertin Josefine Lietzau schaut sich Konten- und Gebührenmodelle an und erklärt, was sich Kunden sparen können.

Kontoauszug mit Kostenaufstellung für Kontogebühren, darauf liegen Münzen
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Noch vor wenigen Jahren versuchten die Banken, Kunden mit einem kostenlosen Girokonto anzulocken. Doch das hat sich geändert, viele von ihnen erhöhten bereits die Gebühren und weitere werden folgen. Das heißt aber nicht, dass sich die Kunden mit den Kosten für ihr Konto zufriedengeben müssen. Wechseln können sie schließlich immer, die Banken müssen ihnen sogar dabei helfen. Banken-Expertin Josefine Lietzau erklärt, worauf Verbraucher achten sollten.

Jeder Kunde kennt die Kontoführungsgebühr, schließlich bucht die Bank sie monatlich vom Konto ab. Auch steuerlich absetzen kann man sie. Dabei gestalten die Banken aber selbst diese einfache Gebühr sehr unterschiedlich. Bei einigen Banken fällt sie zum Beispiel nur an, wenn monatlich nicht genug Geld eingeht, bei anderen Banken muss es sich bei diesem Geld ganz explizit um Gehaltszahlungen handeln.

Das Kontomodell ist entscheidend

Unter einer Lupe sind mehrere Kontoauszüge zu sehen.
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Andere Banken bieten mehrere Modelle an und bepreisen diese auch unterschiedlich. Beim Online-Konto ist die Kontoführungsgebühr geringer, wer aber mal eine Überweisung auf Papier nutzen muss, bezahlt hohe Gebühren. Bei anderen Konten ist die Grundgebühr niedrig, dafür berechnet das Institut aber dann für jede Buchung Gebühren – nichts für Nutzer mit viel Kontobewegung.

Dann gibt es noch eine Art Flatrate-Konto: dort sind viele Leistungen inklusive, die Grundgebühr ist aber höher. Verbraucher sollten also darauf achten, dass das Kontomodell auch zu ihrer Kontonutzung passt.

Bei der Wahl des neuen Gitokontos sollten Verbraucher aber auf mehr achten als die Kontoführungsgebühr. So verlangen inzwischen einige Banken Gebühren für die Nutzung der Girocard (früher als EC-Karte bekannt), also die Karte, die fast jeder Kunde zum Konto dazu bekommt, zum Bezahlen und Geld abheben.

Gebühren fürs Geldabheben können teuer werden

Eine Hand hält eine Kreditkarte mit dem Mastercard-Logo.
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Auch das Abheben am Automaten ist nicht mehr bei jedem Kontomodell kostenlos, einige Banken verlangen bei jeder Abhebung eine Gebühr, andere ermöglichen das kostenlose Abheben nur ein paar Mal im Monat. Wer lieber mit Bargeld zahlt, statt die Karte zu zücken, sollte also darauf achten.

Wer neben der Girocard auch noch eine Kreditkarte braucht, zum Beispiel weil er viel verreist oder im Internet einkauft, muss zudem an dieser Stelle auf die Kosten achten. Denn auch für diese Karte wollen viele Banken Gebühren sehen und mit vielen der Karten können die Verbraucher nicht kostenlos Geld abheben oder bezahlen.

Im Ausland wird das Ganze noch komplizierter, denn bei anderen Währungen als Euro fallen bei Girocard und Kreditkarte weitere Kosten an.

Überweisungen können auch online Geld kosten

Nicht nur bei den Karten zum Konto greifen die Banken in die Taschen der Verbraucher, das gilt auch für alltägliche Bankgeschäfte. Dass Überweisungen auf Papier inzwischen bei einigen Banken teuer sind, ist nicht neues. Aber auch für digitale Überweisungen müssen die Kunden teilweise Geld ausgeben. Für jede mTAN, zum Beispiel, oder für den TAN-Generator.

Im Dispo auf die Zinsen achten

Centstücke auf Geldkarten.
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Wer öfter sein Konto überzieht, muss noch auf einen weiteren Kostenpunkt im Blick haben: den Dispo. Der Dispozins ist bei manchen Banken sogar zweistellig. So sammeln sich schnell die Schulden an. Deshalb müssen die Banken ihre Kunden inzwischen beraten, wenn diese länger in den Miesen sind. Hier lohnt sich der Vergleich von Dispo-Zinsen.

Wem das alles zu viel ist: Banken müssen ihren Kunden inzwischen jährlich eine persönliche Abrechnung schicken, in der steht, wieviel der Kunde in den letzten Monaten für das eigene Konto ausgegeben hat. Zusätzlich veröffentlichen sie auf ihren Webseiten generelle Entgeltinformationen, die alle Gebühren auflisten. Die Informationen sind standardisiert, das Vergleichen der Konten somit also leichter als früher.

Eine weitere Hilfe: Es gibt zahlreiche Portale im Internet, die Kontenmodelle miteinander vergleichen.

Unsere Expertin

Josefine Lietzau
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Josefine Lietzau

Josefine Lietzau

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage bei finanztip.de. Sie ist Expertin für Girokonten und Kreditkarten und heute unsere Expertin bei MDR um 4 ab 17 Uhr.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 22. Oktober 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 18:29 Uhr