Ein Vordruck für Einkommenssteuererklärung liegt neben einem Aktenordner mit der Aufschrift Finanzamt, einem Stift und einem Taschenrechner
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Pauschalbeträge Steuererklärung: Mit diesen Tipps holen Sie mehr heraus

Die Steuererklärung lohnt sich: Arbeitnehmer erhalten im Schnitt 900 Euro vom Finanzamt zurück. Welche Ausgaben die Steuerlast reduzieren und auf welche Pauschalbeträge man achten sollte, erklärt Experte Hermann-Josef Tenhagen.

Ein Vordruck für Einkommenssteuererklärung liegt neben einem Aktenordner mit der Aufschrift Finanzamt, einem Stift und einem Taschenrechner
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Mit der richtigen Software um die richtigen Steuerfragen kümmern

Die meisten tun sich schwer mit der Steuererklärung. Dann kann ein gutes Steuerprogramm helfen. Und auch wenn Ihnen die Abrechnung mit dem Finanzamt leicht fällt, sollten Sie ruhig mal eines ausprobieren: Denn damit bekommen Sie viele Tipps, die Ihnen dabei helfen, eine ordentliche Rückzahlung zu bekommen.

Bei den meisten Arbeitnehmern und Rentnern ist der Steuerfall nicht so kompliziert. Ihnen genügt bereits ein Programm für höchstens 15 Euro, z.B. Tax und Quicksteuer. Achten Sie darauf, dass die Version für das Steuerjahr 2018 meistens "2019" heißt. Haben Sie Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, aus Stromverkauf oder Vermietung? Dann muss Ihre Software mehr leisten: Die Experten von finanztip.de empfehlen in solchen Fällen das WISO Steuer-Sparbuch und die Steuersparerklärung. Beide Programme gibt es auch für den Apple Mac.

Wer zur Steuererklärung verpflichtet ist, hat noch etwas Zeit. Denn die Abgabefrist läuft dieses Jahr erst am 31. Juli ab – zwei Monate später als bisher.

Hiermit holen Sie sich Geld zurück

Die Entfernungspauschale

Illustration - Eine Rentnerin entleert die letzten Münzen aus ihrer Geldbörse auf ein Steuerformular.
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Von Ihrem zu versteuernden Einkommen wird immer automatisch die Werbungskostenpauschale abgezogen, mit der Sie sich aber nicht zufriedengeben sollten. Sie haben viel mehr Kosten, die mit ihrer Arbeit verbunden sind. Viele Arbeitnehmer erreichen einen höheren Wert allein dadurch, dass sie die Entfernungspauschale für ihren Arbeitsweg geltend machen. Dazu berechnen Sie die einfache Strecke, die Sie zurücklegen - Hin- und Rückweg zählt nicht doppelt. Die Kilometerzahl multiplizieren Sie mit 30 Cent und tragen den Euro-Betrag in der Steuererklärung ein. Ebenso können Sie die Kosten für Ihre Monatskarte oder andere Tickets geltend machen.

Die Handwerkerkosten

Haben Sie einen Handwerker in Ihrer Wohnung oder Ihrem Eigenheim für sich arbeiten lassen, können Sie seinen Arbeitslohn zu 20 Prozent direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen – bis zu einer Summe von 1.200 Euro. Begünstigt sind Tätigkeiten, die der Reparatur oder Wartung dienen, nicht aber die Herstellung von etwas Neuem. Selbst wenn Sie zur Miete wohnen, können Sie diesen Steuervorteil nutzen: Was Ihr Vermieter an Handwerkerleistungen im Mietshaus auf Ihre Nebenkostenabrechnung gesetzt hat, ist ebenfalls abzugsfähig. Deshalb fordern Sie rechtzeitig die Nebenkostenabrechnung bei Ihrem Vermieter an.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Ebenfalls einen direkten Steuerabzug bietet Ihnen die Beschäftigung haushaltsnaher Dienstleister in der eigenen Wohnung oder im eigenen Heim - zum Beispiel der Lohn für die Putzfrau, den Winterdienst oder den Nachbarsjungen, der den Garten pflegt. Auch was in der Nebenkostenabrechnung für Ihre Mietwohnung zum Beispiel für einen Hausmeister anfällt, können Sie geltend machen. Abzugsfähig sind 20 Prozent der Arbeitskosten, für bis zu 20.000 Euro Lohn also immerhin bis zu 4.000 Euro. Wichtig für beide Möglichkeiten: Sie brauchen eine Rechnung und die Summe müssen Sie überwiesen haben - bar auf die Hand erkennt das Finanzamt nicht an.

Die Altersvorsorge

Was Sie für das Alter zurücklegen, können Sie von Ihrem steuerpflichtigen Einkommen abziehen. Das sollten Sie auch tun, denn im Alter werden Sie Ihre Einkünfte in zunehmendem Maße versteuern müssen. Nutzen Sie also den Vorteil und setzen Sie diesen Posten als Sonderausgaben an. Das geht etwa für einen Riester-Vertrag mit bis zu 2.100 Euro im Jahr. Auch wenn Sie eine private Krankenversicherung oder eine Zusatzversicherung haben, verringern die Ausgaben dafür Ihr zu versteuerndes Einkommen.

Die Kinderbetreuung

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Die lieben Kleinen kosten Geld - nicht nur neue Schuhe und der Sportverein, sondern auch die Betreuung. Die Aufwendungen dafür sind abzugsfähig und mindern die Summe, die Sie versteuern müssen. Das gilt für zwei Drittel der Aufwendungen bis zu einer Höhe von 4.000 Euro. Ansetzen können Sie zum Beispiel die Kosten für den Hort oder die Kita, aber auch für eine Tagesmutter oder für eine Aufsichtsperson während der Schularbeiten Zuhause.

Die Umzugskosten

Kosten für einen beruflich veranlassten Umzug können Sie nicht nur dann geltend machen, wenn Sie den Job wechseln. Das Finanzamt erkennt Ihre Ausgaben auch dann als Werbungskosten an, wenn Sie näher an Ihren Arbeitsplatz heranziehen. Ihr Arbeitsweg muss sich dazu aber um insgesamt eine Stunde für Hin- und Rückweg vermindern - die Entfernung spielt keine Rolle. Dann profitieren Sie auch von den Umzugspauschalen. Selbst wenn Sie aus rein privaten Gründen umziehen, sollten Sie daran denken, dass einige Posten abzugsfähig sind - etwa die haushaltsnahe Dienstleistung der Umzugshelfer, die Ihnen einen direkten Steuerabzug bescheren kann. Jedes moderne Umzugsunternehmen weist die Kosten für Sie auf der Umzugsrechnung extra aus.

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 09. April 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2019, 09:24 Uhr