Energiekosten sparen Geld sparen durch automatische Stromanbieterwechsel - dank Wechseldienst

Wer beim Strom sparen will, sollte regelmäßig den Anbieter prüfen und zur günstigeren Alternative wechseln. Das kann mühsam sein. Wechseldienste nehmen dem Verbraucher diese Arbeit ab.

Stromstecker auf Geldscheinen
Ein Stromanbieterwechsel kann je nach Verbrauch und Haushaltsgröße helfen, mehrere Hundert Euro im Jahr für Enegiekosten einzusparen. Bildrechte: imago/Bernhard Classen

Obwohl die Strompreise für Verbraucher in den letzten Jahren steigen, ist die Bereitschaft der Deutschen, den Anbieter zu wechseln, gering. 2019 gaben laut Statista nur 9,2 Millionen Menschen an, den Stromanbieter wechseln zu wollen. Das große Angebot, Stress mit den Anbietern oder Versorgungslücken lässt vermutlich die Mehrheit der Stromkunden zögern.

Wechseldienste kümmern sich

Anbieter wie Esave, Switchup oder Wechselpilot sprechen vor allem den bequemen Stromkunden an. Stromtarife suchen, prüfen, optimieren, mit dem Versorger kommunizieren – die Dienste übernehmen, wenn gewünscht, die komplette Organisation des Stromtarifes. Und das nicht nur einmalig, wie Vergleichsportale, sondern auch über mehrere Jahre. Die Aufgaben des Verbrauchers: Daten preisgeben und erreichbar sein, bestenfalls per Mail. Aktiv auf den Wechseldienst zugehen, muss er nur dann, wenn der Stromversorger während der Laufzeit Vertragsänderungen, wie beispielsweise eine Preiserhöhung, die ein Sonderkündigungsrecht nach sich zieht, schickt. Persönliche Kundenanschreiben erhalten die Wechseldienste normalerweise nicht.

Gespart wird meist trotzdem - trotz Kosten für den Wechseldienst

Obwohl die Anbieter natürlich nicht kostenlos arbeiten, bleibt dem bequemen Verbraucher in der Regel noch eine gute Ersparnis. Die meisten Anbieter behalten von der zu erwartenden Ersparnis einen Anteil von circa 20-30 Prozent ein. Der Anbieter Switchup ist für den Verbraucher kostenlos. Er wird über eine Provision der Stromanbieter finanziert. Bei Anbietern, die mit einer Servicepauschale arbeiten, sollte genau hingeschaut werden. Im Zweifel könnte die eine mögliche Ersparnis auffressen. Die Kosten und Provisionen sollten vollständig und transparent dargestellt sein. Letzteres gilt auch für den Zeitpunkt, wann diese fällig werden. Details finden sich meist in den AGB’s. Der Anbieter Wechselstrom-ac behält sich vor, erst ab einer Ersparnis von 100 Euro tätig zu werden.

Wechsel mit oder ohne vorherige Zustimmung

Beauftragt der Verbraucher einen Wechseldienstleister, kann er je nach Anbieter zwischen zwei Zustimmungsvarianten wählen. So kann er beispielsweise benachrichtigt werden, wenn die Kündigung ansteht und der Wechsel zu günstigeren Stromanbietern möglich wäre. Eine vorherige Zustimmung zum Wechsel wäre also notwendig. Oder: Der Verbraucher erteilt dem Wechseldienst die Vollmacht, den Stromanbieter automatisch, ohne vorherige Zustimmung zu wechseln, wenn es günstigere Alternativen gibt. Die Vollmacht kann jederzeit widerrufen werden.

Wichtig: Welche Variante immer auch gewählt wird, den Vertrag mit dem Stromversorger geht der Verbraucher und nicht der Wechseldienst ein. Ansprechpartner für Fragen zu monatlichen Abschlägen oder Rechnungen bleibt der Stromversorger.

Vertragslaufzeit und Kündigung

Die Verträge sind normalweise für mehrere Jahre angedacht. Kurze Vertragslaufzeiten schaffen allerdings mehr Flexibilität. Kündigungsfristen sollten nicht mehrere Monate betragen.

Sollte beim Wechsel doch einmal etwas schiefgehen, ist die Angst, keinen Strom zu bekommen, unbegründet. Der regionale Grundversorger ist gesetzlich zur Stromlieferung verpflichtet.

Test von Stiftung Wartentest

Neun Wechseldienste haben die Prüfer einem Praxistest unterzogen. Ihr Fazit: Alle Dienste optimieren regelmäßig den Stromtarif, übernehmen die Kommunikation mit dem Versorger und helfen beim Sparen. Die Tarifauswahl und der Wechsel funktionierten bei allen Dienstleistern im Test reibungslos. Die empfohlenen Tarife waren so gut wie nie wesentlich teurer als die Preissieger auf den Vergleichsseiten von Check24 oder Verivox. Im Testzeitraum wurden keine unseriösen Anbieter empfohlen.

Sieben Anbieter konnten die Prüfer den Verbrauchern daher problemlos empfehlen. Zwei erfüllten nicht alle Anforderungen.

Fazit

Wer gar nicht wechselt, spart nichts. Wer Wechseldienstleister beauftragt, kann sparen. Und wer aktiv selbst die Stromtarife wechselt, spart am meisten. Wechseldienste sind eine gute Option für bequeme Verbraucher, Stromkosten zu sparen. Die Mitarbeit ist begrenzt. Die Suche nach einem günstigen Stromanbieter und den Wechsel übernehmen die Dienstleister.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 12. Mai 2020 | 20:15 Uhr