Eine Hand in einem Portemonnaie mit Euro-Münzen
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Geldanlage Tagesgeld kann sich trotz Niedrigzinsen lohnen

Tagesgeldkonten bieten etwas höhere Zinsen als das Sparbuch. Richtig viel gibt's allerdings auch nicht. Hermann-Josef Tenhagen verrät, worauf Sie beim Tagesgeld achten müssen, um möglichst viel rauszuholen.

Eine Hand in einem Portemonnaie mit Euro-Münzen
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Schon seit langem sind die Zinsen im Keller. Und obwohl immer wieder gemunkelt wird, dass die Europäische Zentralbank den Leitzins wieder erhöhen will, ist bislang nichts passiert. Noch immer liegt er bei 0,0 Prozent. Schlechte Zeiten also für Sparer. Auf dem klassischen Sparbuch erhält man mitunter nur noch 0,01 % Zinsen. Und selbst die Tagesgeldkonten bieten derzeit gerade einmal 1,0 Prozent. – und auch das nur für vier Monate.

Dennoch kann ein Tagesgeldkonto empfehlenswert sein, zum Beispiel für Geldanlagen, über die man kurzfristig verfügen will. Je nachdem, wie lange man das Geld auf dem Tageskonto anlegt, liegen unterschiedliche Banken vorn. Im Internet gibt es diverse Vergleichsportale, die die jeweils aktuellen Zinskonditionen auflisten, z.B. www.finanztip.de/tagesgeld oder www.tagesgeldvergleich.net

Einlagensicherung innerhalb der EU

Hermann-Josef Tenhagen - Chefredakteur  - Finanztip
Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die höchsten Zinsen bei Tagesgeldkonten versprechen oftmals nur sichere ausländische Banken aus den Niederlanden oder  Frankreich. Bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Kunde und Bank gilt zwar innerhalb der EU die gesetzliche Einlagensicherung. Im Ernstfall ist jedoch nicht vorhersehbar, ob sie auch wirklich in allen EU-Ländern funktioniert. Empfehlenswert sind daher nur Banken, die ihren Sitz in einem wirtschaftlich stabilen Land haben.

So funktioniert die Einlagensicherung in Deutschland

Seit 2015 gilt das Einlagensicherungsgesetz in allen EU-Mitgliedsstaaten, d.h. 100.000 Euro pro Sparer und pro Kreditinstitut sind per Gesetz abgesichert. Einlagen bei deutschen Privatbanken sind unter Umständen noch höher abgesichert, sofern das Geldinstitut Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken ist.

Dort gilt eine Sicherungsgrenze, die pro Gläubiger bei 20 Prozent  des maßgeblichen, haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank liegt. Bei einem haftenden Eigenkapital von beispielsweise 100 Millionen Euro einer Bank wäre also das Vermögen jedes einzelnen Kunden mit bis zu 20 Millionen Euro formal abgesichert, auch wenn der Fonds nicht über die entsprechenden Mittel verfügt.

Aktionszinsen für Neukunden nutzen

Kontoauszug mit Kostenaufstellung für Kontogebühren, darauf liegen Münzen
Höhere Zinsen bekommen meist nur Neukunden. Bildrechte: IMAGO

Um Neukunden zu akquirieren, bieten viele Anbieter von Tagesgeldkonten höhere Zinsen bei der Erstanlage. Meist gelten diese jedoch nur für einen bestimmten Betrag und auch nur für vier bis sechs Monate. Danach erhält man die gleichen Zinsen wie Bestandskunden. Wer dauerhaft in den Genuss höherer Zinsen kommen will, muss sein Erspartes alle paar Monate zu einer anderen Bank bringen, die gerade mit Aktionszinsen wirbt. Ob sich der Aufwand des ständigen Kontowechsels lohnt, muss jeder für sich entscheiden.

Zinsbesteuerung nicht vergessen

Ein Vordruck für Einkommenssteuererklärung liegt neben einem Aktenordner mit der Aufschrift Finanzamt, einem Stift und einem Taschenrechner
Tipp: Unbedingt den Sparerfreibetrag anmelden. Bildrechte: dpa

Von den Zinsen eines Tagesgeldkontos werden 25 Prozent  Abgeltungssteuer sowie Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer abgeführt - es sei denn, man liegt mit den Zinsen unter dem Sparerfreibetrag von 801 Euro pro Person und Jahr und hat seiner Bank schriftlich einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt.

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 23. April 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2019, 09:24 Uhr