Check Altersvorsorge Wann mit der Altersvorsorge beginnen? Und wie?

Wer jung ist, denkt noch nicht ans Alter. Und doch ist es sinnvoll, schon früh etwas Geld zurückzulegen. Wir erklären, warum das wichtig ist und was vor dem Sparen dran kommen sollte.

Wer 18 Jahre alt ist, will nicht ans Alter denken und schon gar nicht an Altersvorsorge im Sinne von Geld sparen oder anlegen. Schließlich lebt man jetzt und will dieses Leben genießen. Das ist nachvollziehbar. Ab und zu bleiben dennoch ein paar Euro am Monatsende übrig. Mit diesen sollte man loslegen. Dieses Geld sinnvoll eingesetzt, ist der Anfang für eine private Altersvorsorge.

In ein Sparschwein werden Münzen gesteckt
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Wichtig ist es zu verstehen, dass Altersvorsorge nach einem bestimmten Baukastenprinzip strukturiert werden sollte. Dieses berücksichtigt, dass in jungen Jahren noch andere Lebensziele bestehen, angefangen von der Ausbildung über die erste eigene Wohnung, Reisen, Familiengründung und vieles mehr. Deshalb ist es wichtig, schon in jungen Jahren – also um die 20 – dafür zu sorgen, dass für den Alltag ausreichend Geld vorhanden ist. Auch für unvorhergesehene Ausgaben, etwa für eine teure Reparatur, sollten mit bedacht werden. Hier spricht man von der Liquidität.

Zuerst Schulden tilgen

Etwaige Schulden sollten getilgt werden, denn es hat grundsätzlich keinen wirtschaftlichen Sinn, auf der einen Seite einen Kredit zu bedienen und auf der anderen Seite zu sparen, weil im Regelfall die Kreditzinsen höher als die Sparzinsen sind.

Risiken absichern

Antrag auf Privat-Haftpflichtversicherung
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Im nächsten Schritt ist dann die wirtschaftliche Existenz durch entsprechenden Versicherungsschutz abzusichern. Wer beispielsweise eine andere Person verletzt, bei der dadurch ein dauerhafter Schaden zurückbleibt und selbst nicht privat haftpflichtversichert ist, muss im schlechtesten Fall ein Leben lang an die geschädigte Person Schadenersatz leisten und wird deshalb nie selbst "auf einen grünen Zweig kommen". Und wer auf Grund von Krankheit kein Einkommen mehr erzielen kann, ist ohne Berufsunfähigkeitsversicherung aufgeschmissen.

Wenn Geld übrig ist

Ist nach diesen ersten Schritten noch Geld am Monatsende übrig, sollte dieses zurückgelegt werden – aber noch nicht gleich für das Rentenalter, sondern erst einmal mittelfristig. Davon kann dann zum Beispiel die neue Wohnung mit Mobiliar ausgestattet oder das Auto für den Weg zur Arbeit angeschafft werden. Oder es wird Eigenkapital für das eigene Haus angespart, welches dann zur Altersvorsorge werden kann. Nun also (erst) kommt der Punkt, spezielle langlaufende Produkte auszuwählen, mit denen Geld für das Rentenalter erwirtschaftet werden soll. Je früher dieser Zeitpunkt erreicht wird, umso besser. Gut wäre es, mit Anfang 30 diesbezüglich einzusteigen. Der Zinseszinseffekt lässt auch kleine Raten über die vielen Jahre bis zum Renteneintritt ordentlich wachsen.

Förderung nutzen, Produkte vergleichen

Staatliche Förderungen, die es für das mittel-und langfristige Sparen gibt, sollen Verbraucher zur Vorsorge motivieren und sind richtig. Wichtig ist derzeit jedoch, sich die einzelnen staatlich geförderten Produkte genau anzuschauen. Es gibt Angebote, die sich mehr für die Unternehmen als für die Verbraucher lohnen.

Fazit

Früh anfangen, etwas Geld zurückzulegen, ist ein einfaches Rezept, um im Alter finanziellen Sorgen vorzubeugen. Es bedarf eines persönlichen Plans für die Altersvorsorge, Kenntnisse und Ausdauer, um das Ziel zu erreichen. Dafür sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher anbieterunabhängige Unterstützung einholen. Ein Ansprechpartner dafür sind die Verbraucherzentralen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 05. November 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2019, 08:51 Uhr